Ich kam am Rand von Hogsmeade an und stolperte erst einmal. Apparieren als Schwangere war wirklich nicht ideal. Im nächsten Moment übergab ich mich auch schon. Großer Gott, das fing ja gut an.
Dennoch wandte ich mich entschlossen zu dem Weg hinauf nach Hogwarts.
Ich hatte den Weg gar nicht so anstrengend in Erinnerung. Das musste also die nächste Schwangerschaftsnebenwirkung sein. Grandioser Zeitpunkt, sie jetzt herauszufinden. Ich biss mir auf die Zähne und marschierte weiter. Und wenn ich da war, würde ich ein paar Leute in ihre Schranken verweisen. Allen voran meinen Ehemann.
Wieder hätte ich mich besser noch einmal umgedreht, doch in meinem Eifer tat ich es nicht. Ich war vorsichtig und achtete auf jede Bewegung links und rechts des Weges. Doch da war nichts. Noch nicht einmal die normalen. Es war, als wäre alles in eine Starre geraten und würde abwarten, was da kam.
Ich erreichte das Schloss und trat durch das Portal. Ich konnte aufgeregte Stimmen in der großen Halle hören, doch die Türen waren zu. Mit Schwung schob ich sie auf. Augenblicklich starrten mich alle an. Inklusive Remus, dem alles aus dem Gesicht fiel. Eins musste man mir lassen, ich legte gerade einen richtig großen Auftritt hin.
„Was machst du hier?!" Es war nicht wirklich eine Frage, auch wenn es so klang. Remus schien außer sich zu sein, nachdem er den ersten Schock überwunden hatte.
„Ich habe dir gesagt, ich gehe nach Hogwarts. Und hier bin ich", meinte ich ebenso zickig.
„Du solltest nicht hier sein!" Er kam auf mich zu.
Stolz schritt ich ihm ebenfalls entgegen, bis McGonagall zwischen uns auftauchte.
„Das reicht!" Sofort blieben wir beide stehen.
„Wir haben nicht die Zeit, um jetzt solche Diskussionen zu führen! Miss Armstrong, sie sollten sichtlich nicht hier sein!", fügte sie hinzu, nachdem sie meinen Bauch gemustert hatte.
„Mrs Crouch", korrigierte ich sie. Es war Zeit, mit den Versteckspielen aufzuhören.
Ich konnte mehrfaches scharfes Luftholen wahrnehmen. Natürlich, es war offensichtlich, wer mein Ehemann war.
McGonagalls Gesichtsmuskeln zuckten kurz. Scheinbar wusste sie nicht, wie sie reagieren sollte.
„Ich bin hier, um meinem Ehemann die Hölle heiß zu machen", meinte ich freundlich.
Erneut holten irgendwelche Kinder links und rechts scharf Luft.
Remus hauchte in diesem Moment ein leises, geschocktes „Nein". Er war leichenblass geworden und schien jeden Moment umzufallen. Sein Blick war auf einen Ort hinter mir gerichtet. Und endlich drehte ich mich um. Um wenig später genauso auszusehen wie Remus. Tonks stand in der Tür. Ich hatte nicht mitbekommen, wie sie das Haus verlassen hatte. Doch sie musste kurz nach mir gegangen sein.
„Tonks", brachte ich nur hervor.
Sie schaute von mir zu Remus und zurück. „Ich wusste, dass du verschwinden wirst", meinte sie tonlos. „Und ich lasse euch nicht beide gehen."
„Aber Teddy", meinte ich.
„Ich habe deinen Zettel gesehen, nachdem ich die Hintertür gehört hatte. Meine Mutter war noch bei ihm im Zimmer. Ich habe eine weitere Nachricht unter deine geschrieben und bin dir gefolgt. Niemals bleibe ich alleine zurück, während ihr beide kämpft."
„Das ist ja wirklich rührend, aber wir sollten mit den Vorbereitungen beginnen", meinte Slughorn. Er schien sich sichtlich unwohl in der Rolle des Unterbrechers zu fühlen, aber er hatte recht.
Wir teilten das Schloss unter uns auf. Tonks und ich wurden dazu verdonnert, Madame Pomfrey zu helfen. Ihre Aufgabe war das Aufbauen eines Lazaretts und die Versorgung der Verletzten. Natürlich hatte jeder dem zugestimmt, dass wir bei ihr in der Halle bleiben sollten. Abseits des Trubels. Sichtlich unzufrieden mit unseren Rollen, blieben wir dennoch artig in der Halle. Die Türen waren verschlossen. Noch zumindest. Und alle anderen waren außerhalb mit Vorbereitungen beschäftigt oder nahmen ihre Plätze ein.
Die Geräuschkulisse wurde zunehmend lauter. Die Todesser mussten sich versammelt haben und versuchten die Schutzschilde zu zerstören. Irgendwo da draußen musste mein Mann sein. Unter ihnen. Auf der falschen Seite.
Ich konnte nicht sagen, wann die Schlacht endgültig losging. Wir hatten keine Uhr und mein Zeitgefühl war nicht das beste. Doch der Tumult vor der Tür wurde lauter.
Es dauerte noch einen weiteren Moment, bis sich die Türen öffneten und die ersten Verletzten hereingebracht wurden. Wie im Automodus nahmen wir unsere Arbeit auf und halfen Madame Pomfrey, wo wir nur konnten.
Tonks wurde von Minute zu Minute blasser im Gesicht. „Ich muss zu ihm", murmelte sie mir zu.
„Nein, bleib hier. Es geht ihm gut", meinte ich.
Doch Tonks schüttelte den Kopf. Und dann lief sie los.
„Scheiße!", fluchte ich und rannte ihr nach. Ich konnte sie nicht alleine da draußen lassen.
Draußen war es schlimmer, als ich es angenommen hatte. Der Hof war nicht mehr wiederzuerkennen. Überall lag Geröll herum, Trolle, Spinnen, Dementoren bahnten sich ihren Weg durch die Reihen. Flüche flogen unkontrolliert durch die Luft.
Ich verlor Tonks in der Menge und schaute mich suchend um. Eine Spinne kam auf mich zu, die ich jedoch wegschleuderte. Einem Troll, der gerade nach einem Schüler griff, schnitt ich mit einem Zauber den Arm ab, den er gerade ausgestreckt hatte.
Danach drehte ich mich suchend im Kreis. Doch nirgends war eine Spur von Tonks.
Einen Todesser, der auf mich zukam, schockte ich.
Während ich noch versuchte, eine Orientierung zu bekommen, tauchte schwarzer Nebel vor mir auf. Ich nahm bereits eine Angriffshaltung ein, als ich sah, wer vor meinen Augen auftauchte.
Barty starrte mich entsetzt an.
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Always
FanfictionUm den Schatten der Vergangenheit zu verdrängen, lebt Cathrine für ihre Arbeit als Aurorin. Einzig ihre beste Freundin Tonks kennt die Wahrheit und das Geheimnis über Cathrines erste Liebe. Zumindest, bis die Ereignisse sich überschlagen und Cathrin...
