Den Tag verbrachte ich zum Großteil in meinem Zimmer und wappnete mich für den Abend. Es würde unschön werden, da war ich mir sicher.
Gegen 17 Uhr machte ich mich auf den Weg. Die meisten Mitglieder waren bereits gekommen. Harrys Eskorte besprach noch einmal den Plan, Sirius und Arthur richteten Bartys neues Verlies ein und Moody briefte mich ein letztes Mal.
Dann verließ ich das Haus und apparierte.
Hier oben in den Highlands waren es einige Grad kälter, als in London. Es war Hochsommer, es herrschte eine Hitzewelle, doch am Abend schien man hier nichts davon zu merken.
Da ich nicht wusste, wie Barty sich schützte, war ich in sicherer Entfernung angekommen und ging den restlichen Weg zu Fuß. Einen Moment hatte ich überlegt, mich in den Wolf zu verwandeln, doch ich entschied mich dagegen und hielt meinen Zauberstab stattdessen gezückt. Ich lief einen Hügel hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter. Ein Fuchs lag nicht weit von mir auf der Lauer und wartete ruhig ab, bis ich vorbei gegangen war. Dann ging ich einen weiteren Hügel hinauf. Im Schutz eines verdorrten Gebüschs blieb ich stehen und schaute mich um. Auf einem Hügel schräg vor mir, konnte ich den Schein eines Feuers erkennen. Es loderte am Eingang einer kleinen Höhle, so wie es schien. Vorsichtig machte ich mich an dem Gebüsch vorbei und den Hügel hinunter. Ich war noch nicht ganz in der Senke angekommen, als ich eine Bewegung in der Nähe des Feuers wahrnahm. Instinktiv umfasste ich den Zauberstab fester und wehrte einen kurz darauf auf mich abgefeuerten Fluch ab.
„Hey, lass das! Ich bin's, Kate!", rief ich.
Ich hoffte inständig, dass der Wind meine Stimme hinauf tragen würde.
Kurz darauf spürte ich einen zarten Windhauch, als jemand direkt vor mich apparierte.
Ich wich nicht zurück, sondern schaute ausdruckslos zu ihm auf.
Barty sah miserabel aus. Seine Haare waren einen Tick zu lang geworden und hingen ungepflegt an ihm herunter. Seine sonst so dezenten Bartstoppeln waren zu einem krausen Geflecht gewachsen, was nun einen Teil seines Gesichts verbarg. Die Kleidung hing ein wenig lockerer an ihm herab, als sie es sonst tat. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass er in letzter Zeit abgenommen hatte. Immerhin wirkte er noch nicht hager und ausgezehrt. Irgendetwas zu essen musste er also finden. Seine Augen funkelten wild, während er mich musterte.
Etwas unbehaglich war mir schon zu mute. Wir hatten seit Jahren nicht mehr miteinander geredet. Es hatte weder die Gelegenheit dazu gegeben, noch hätte ich es gewollt. Was sollte ich auch sagen? Er hatte uns verraten und einfach so sein Leben geändert. Ohne ersichtlichen Grund hatte er sich Voldemort angeschlossen und ihm gedient. Er war einer der Beteiligten bei der Folterung der Longbottoms gewesen. Wie konnte ein Mensch nur so etwas tun? Wie konnte er sich so verändern?
Sein Ausdruck wurde erneut weich und liebevoll.
„Kate", hauchte er und legte eine Hand auf meine Wange.
Einem inneren Impuls folgend, zuckte ich zurück, als hätte ich mich verbrannt.
Ein Hauch von Verletzung trat in sein Gesicht.
„Wir müssen reden", meinte ich ausdruckslos.
Barty ließ die Schultern hängen und seufzte. „Das habe ich erwartet, seit ich dich entdeckt habe. Komm mit."
Bevor ich etwas erwidern konnte, hatte er meine Hand ergriffen und apparierte mit mir hinauf in seinen Unterschlupf.
Sobald ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, ging ich ein paar Schritte von ihm weg. Neugierig betrachtete ich sein „zu Hause". Die Höhle war in der Tat ziemlich klein. Das Feuer brannte direkt vor dem Eingang, um Tiere abzuschrecken und die Höhle gleichzeitig etwas aufzuwärmen. Barty hatte an der hinteren Wand einen Teil des Bodens mit Moos, Blättern und Grashalmen ausgelegt. Scheinbar sein Nachtlager.
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Always
FanfictionUm den Schatten der Vergangenheit zu verdrängen, lebt Cathrine für ihre Arbeit als Aurorin. Einzig ihre beste Freundin Tonks kennt die Wahrheit und das Geheimnis über Cathrines erste Liebe. Zumindest, bis die Ereignisse sich überschlagen und Cathrin...
