70

1.1K 38 9
                                        

Die Nacht traf ein. Millionen Lichter schauten weiterhin auf uns hinab. Und Chase schien irgendwie aufgeregt. Ich war dabei mich wieder anzuziehen und wollte etwas aufräumen. Aber er hielt mich ab. Wollte das ich nich sitzen bleibe. So wie ich war. Dann atmete er tief durch. Holte plötzlich was aus einem Beutel und legte mir ohne zu zögern ein Halsband an. Völlig verdutzt ließ ich es geschehen. Schaute ihn aber dann ziemlich fragend an.

"Du bist jetzt meins. Dein Ring. Anstatt am Finger, trägst du ihn um den Hals." Er schien dann auf eine Antwort und Reaktion zu warten. Aber was sollte man da bitte für welche geben?

"Ich ... wow!" Zwei lausige Worte? Was war los mit mir? Wirklich begeistert schien er auch nicht zu sein. Ich versuchte dann irgendwie die Situation zu retten, aber mehr als ihn amstarren fiel mir nicht ein. Und dann kam es noch so beschießen rüber.

"Wow? Das wars? Ich dachte sowas spezielles würde dir gefallen." Ich sah förmlich wie er innerlich zerriss. Ihm schien es schwer zu fallen mir dies zu schenken und dann kommt so eine nichtssagende Antwort. Es tat mir in dem Augenblick so leid.
Er mussterte mich. Wollte noch was sagen, tat es aber nicht mehr. Jegliche Freude wich aus seinem Gesicht.

"Wenn ... wenn du es nicht willst dann nicht." Er packte die Sachen zusammen und war verärgert, was ich ihn nicht übel nehmen konnte. Ich machte mir nicht mal die Mühe danke zu sagen oder es sehen zu wollen. Ich wollte es abnehmen und angucken, aber als ich es in den Händen hielt und immer noch keine Reaktion kam außer das ich es mir betrachtete, riss er es mir aus der Hand.

"Dein Blick genügt." Dabei wollte ich es mir einfach angucken. War etwas überwältigt. Es war echt schön, aber warum sagte ich das nicht?

"Nein! Ich ..."

"Spar dir das!" Fuhr er mich an. Irgendwie fühlte ich mich so dämlich. Was dachte ich mir? Er lief einfach zurück. Ließ mich sitzen. Ich zog mich schnell an und wollte hinterher, aber stolperte und tat mir weh. Dann fing ich an zu weinen. Blieb einfach liegen. Wieso tat ich das? Ich fand die Idee sogar besser als der Ring. Wieso habe ich nichts gesagt? Oder wenigstens das Wow etwas freudiger ausgedrückt. Es klang eher nach: Dein ernst? Und das war eigentlich nicht beabsichtigt.
Als ich dann doch aufstand war mein Knie blutig. Und mein Knöchel tat weh. Ich schleppte mich so vor zum Auto. Aber plötzlich hörte ich es rascheln.

"Chase?" Rief ich. Aber ziemlich leise. Meine Stimme versagte. Trauer  Schmerz und Angst vermischten sich.
Dann wieder und als ich mich undrehte sah ich jemanden. Ich wolltr schneller laufen, aber konnte nicht.

"Chase??" Schrie ich panisch. Wieder fiel ich. Fing an zu kriechen. Mein Fuß schmerzte. Schritte hinter mir die immer lauter wurden. Dann hörte ich auch welche von vorne. Ich gab einfach auf und rollte mich zusammen. Ich weinte immer mehr voller Angst. Ich wusste nicht was gerade passiert. Dann ergriff mich jemand. Ich schlug um mich. Aber dann erklang seine Stimme.

"Hey!" Rief er. Ob er ihn auch sah?
Ich schaute dann hoch. Chase blutete.

"Was ... dein Kopf." Er nahm mich hoch und lief zügig zum Auto, setzte mich rein und holte das Handy raus.

"Die Verbindung. Ich muss Adrian erreichen. Der Wagen hier hat leider auf allen vieren einen Platten." Er versuchte dann Adrian zu erreichen. Zuerst nichts. Bevor er ein zweites mal es versuchte, schaute er zu mir.

"Ich ... es tut mir so leid." Hauchte er mir entgegen. Er schien selbst etwas in Panik. Versuchte es dann noch mal bei Adrian aber er ging nicht ran.

"Fuck! Bruder ... das kann er uns jetzt nicht antun." Dann tippte er wohl eine Nachricht und versuchte danach es wohl woanders. Denn jemand ging ans Telefon.

"Dad? weck bitte Adrian! Wir brauchen ihn! Dringend!" Sein Vater muss irgendwas gesagt haben, was ihn schockte.

"Was? Dann fahr nach Hause!" Plötzlich schaute er aufs Handy. Völlig fassungslos.

"Aufgelegt... bin ich so wenig wert für ihn?" Ich fasste ihn an den Arm. Vorsichtig. Er blickte mich an. Immer noch vollkommen entsetzt.

"Er kann sich nicht immer um meine Probleme kümmern? Er fragte nicht mal was los ist." Sprach er vollkommen von der Rolle. Er schien wohl nicht gedacht zu haben, dass sein Vater ihn so hängen lassen würde.

"Chase." Sprach ich ihn ängstlich an. Er nahm mich erst kaum wahr.

"Ich werde dich schützen. Versprochen. Dir wird nichts passieren. Ich ... ich hab doch nur dich." Ich sah das erste mal, wie seine Augen sich mit Tränen fühlten. So verzweifelt sah ich ihn noch nie.

"Es tut mir leid. Ich hätte dich bei Adrian lassen sollen. Ich wusste ..." aber ich stoppte ihn. Ich wolltr das nicht hören.

"Nein! Hör auf! Ich wusste worauf ich mich einlasse. Du hast mich gewarnt. Aber ... was soll ich bei deinem Bruder, wenn mein Herz bei dir ist? Ich ..." ich konnte mich kaum beherrschen nicht zu weinen. Schmerzen, Angst, Müdigkeit. Dann so Chase zu sehen. Es machte mich einfach fertig. Dann flog was auf die Scheibe. Ich Schrie. Chase startete einfach das Auto.

"Dann halt ohne Luft! Ich bring dich hier raus!" Er fuhr tatsächlich mit den vier platten Reifen einfach los.
Ich fing an zu zittern. Adrenalin stieg ihn mir auf. Mein Atem wurde unruhig und schien etwas zu überwentilieren.

"Beruhige dich. Ich habe dir versprochen dich zu schützen. Und das werde ich tun. Auch wenn es mit meinem Leben sein muss. Dann knallte ein anderen Auto aus dem nichts in uns rein. Ein schrei. Schmerzen. Dann wurde es dunkel um mich rum. Leise Geräusche die immer mehr verblassten, bis es völlig still war.

One of You!Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt