Anzeige ist raus.

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Nervös spielte ich die Zeit im Auto über immer wieder an meinen Händen und hatte meine Fingernägel komplett zerstört, als wir am Ziel angekommen waren. Zusammen standen wir auf dem Parkplatz, wo ich zum ersten Mal zu Daesung rüberschaute. Auch er wirkte nervös und angespannt, was ich irgendwo auch verstehen konnte. 

Ist eben nichts Alltägliches.

Jetzt ging bei mir aber erst richtig die krasse Nervosität los. Ich begann überall zu schwitzen, meine Atmung wurde schneller und mein Herz platzte fast. Mein Brustkorb tat so unglaublich weh, als würde es mich von Innen heraus zerreißen. wie zur Hölle soll ich das jetzt bitte überstehen?

,,Soll ich vielleicht doch mitkommen?", ehrlich gesagt wollte ich ihn das gerade auch fragen, weil ich mich alleine wirklich nicht traue. Darum nickte ich leicht, woraufhin Daesung aufstand und zu meiner Tür kam. Trotz dem riesen Wiederwillen stieg ich endlich aus. ,,Wir schaffen das schon.", versuchte er mich zu beruhigen, wozu ich wieder nur entgeistert nickte.

Meine Beine fühlten sich an wie Pudding und meine Stimme kratzte, als hätte ich sie seit Ewigkeiten nicht benutzt. Darum sprach auch Daesung für mich an der Anmeldung, wonach wir aufgefordert wurden zu warten. Fast eine ganze Stunde saßen wir stumm in dem kalt gestalteten Gang, bis man uns mit in eines der Zimmer nahm.

Dort ging der Polizist erstmal eine Akte durch und las sich in das hinein, was wir vorhin der Anmeldung schon grob erzählt hatten. ,,Also, sie wollen Anzeige wegen Körperverletzung erstatten?", fragte er, nachdem er sich belesen hatte und zeigte mit einem Kugelschreiber abwechselnd auf mich und Daesung, womit er wohl wissen wollte wer hier was von ihm will, obwohl das anhand der Verletzungen doch wohl bitte offensichtlich ist.

Zögerlich erhob ich meine Stimme und war mir etwas unsicher, ob ich dem das wirklich erzählen will. Einen besonders kompetenten Eindruck macht er ja nicht gerade. Oder er nimmt das hier schlicht weg nicht ernst?

,,Ja, es geht um meinen Vater. Also, um häusliche Gewalt." mir fielen diese Worte unglaublich schwer und ich kam mir unendlich dumm vor. Immer wieder schaute ich auch zu Daesung, der den Polizisten mit seinem Blick regelrecht durchbohrte.

Auf einmal kam dann eine Frage, die mich etwas aus der Bahn warf. ,,Sind sie darum abgehauen?", da fiel mir ein, das ich ja als vermisst gegolten hatte. Bis eben jetzt. Ehrlich gab ich daraufhin zu, dass es zum Teil wirklich deswegen war, was man wohl notierte. 

Im weiteren Verlauf erzählte ich dann alle geforderten Details und Einzelheiten, was meinen Gegenüber allen Anscheins nach immer mehr dazu brachte mich ernst zu nehmen und mir zu glauben. ,,Gegen ihre Mutter werden wir aber auch ermitteln, dass ist ihnen klar, oder? So wie sie das alles beschreiben ist sie eindeutig eine Mittäterin und offenkundig ist sie an eine Beteiligung der Anzeige wohl nicht interessiert.", da musste ich einmal kräftig schlucken. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet.

Wieder schaute ich darum zu Daesung und ersuchte Hilfe, die er mir mit einem Nicken gab. Wieder erinnerte ich mich an die Worte die er mir auch schon entgegengebracht hatte, bevor ich spurlos verschwunden war. Sie haben ja alle Recht, aber leicht ist es trotzdem nicht.

Um das hier aber nicht noch weiter in die Länge zu ziehen nickte ich dem Beamten zu, der mir noch ein paar weitere Klauseln und den weiteren Werdegang erzählte. Auch fragte er nach meinem jetzigen Aufenthalt, um meiner Sicherheitswillen, aber auch wegen der Post, die ich künftig noch kriegen würde.

Da ergriff Daesung zum ersten Mal das Wort, indem er seine Adresse weitergab. Damit konnten wir endlich gehen, wobei mir ein riesen Stein vom Herzen fiel. Alles was ich wollte war mich einfach in irgendein Bett fallen zu lassen und nur stumm da zu liegen. Mein Magen hatte aber andere Pläne und machte sich kurz bemerkbar, weswegen Daesung fragte, ob wir nicht noch was essen gehen wollen.

Unsicher kratzte ich mich am Hinterkopf und überlegte angestrengt was ich antworten sollte. Schon wieder kam aber nichts Brauchbares aus mir raus. Wie so oft in letzter Zeit war ich absolut unfähig Entscheidungen zu fällen und auch ehrlich mit meinen Gefühlen und Gedanken zu sein. Letztes war allerdings aber auch noch nie mein Ding gewesen.

Darum ergriff er die Initiative und beschloss einfach das Essen jetzt gut für mich wäre. Besonders als mein Magen wieder grummelte, wonach Daesung lächelte und sich in Richtung seines Wagens bewegte, wohin ich ihm ebenso mit einem flüchtigen Lächeln folgte.

Mein Rivale // Daeri - GtopGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt