Ein Ende

27 3 0
                                        

Mit letzter Kraft raffte ich mich auf und richtete mich zum ersten Mal in meinem Leben gegen meinen Vater. Ich kann mir nicht erklären woher ich all die Kraft nahm, aber das war auch gar nicht wichtig. Er hatte sich über meine am Boden liegende Mutter gebeugt und stumpf auf sie eingeschlagen, was ich unterbrach, indem ich ihn runterriss und gegen eine Wand donnerte. Nun schlug ich zu, aber nur ein einziges Mal. Ich traf ihn mitten ins Gesicht und brach ihm mit Sicherheit seine Nase.

Sofort folgte Gegenwehr, die ich unterband. Mit meinem kompletten Gewicht lehnte ich mich gegen ihn an eine Wand und drückte ihm mit meiner rechten Elle gegen seine Kehle. ,,Zieh dich an Mum, wir hauen ab!", brüllte ich ihr währenddessen zu, was ich wiederholen musste, da sie mich perplex anstarrte. Außerdem war sie genau wie ich in absolute Panik verfallen.

Ich wusste nicht was jetzt folgen würde, ob ich das hier standhalte und was passiert, wenn ich es nicht kann.

Darum forderte ich sie nochmal auf sich zu beeilen und versuchte meinem Vater Angst einzujagen. ,,In diesem Haushalt hier wird niemals jemand wieder geschlagen, ist dir das klar?! Ich bin vielleicht ein Nichts ohne dich, aber wenn ich mit dir fertig bin bist du etwas viel Schlimmeres als ein Nichts."

Er grummelte etwas, das ich nicht verstand. Dafür war mein Griff zu stark, den ich nochmal verstärkte. Er begann zu röcheln und zu Husten, was in mir sowas wie Glücksgefühle auslöste. Diese waren aber nicht lange von Dauer.

Meine Mutter war bereit zu gehen.

Gemeinsam flüchteten wir zu meinem Auto, wo ich panisch ihre Taschen ins Auto quetschte. Die ganze Zeit über weinte sie und fragte immer wieder was ich vorhabe, wohin wir denn bitte sollen und dass wir meinen Vater doch nicht so behandeln können. Immer wieder sagte sie das Gleiche, bis ich es so sehr satt hatte, dass ich sie anschrie. Sie sollte leise sein und mir vertrauen. Immerhin war ich der Einzige der was gegen diese grausamen Umstände unternahm.

Also sagte ich ihr das sie ja gleich sehen würde wohin es geht und das es dort ruhig und sicher ist. Mehr als mir nun blind zu vertrauen blieb ihr ja auch eh nicht übrig, wenn sie nicht wieder zurück will.

Also fuhren wir. Wieder einmal war ich zu schnell unterwegs. Aber ich hatte ja auch Angst. Todesangst, um genauer zu sein. Darum dachte ich auch nicht mehr darüber nach, ob diese Idee wirklich gut ist, hoffte aber zutiefst dass dieses Angebot noch steht. Ich wollte einfach nur weg und uns in Sicherheit wiegen.

So standen wir irgendwann vor diesem Tor, wo ich meine Stimme erhob und um Einlass bat. Sofort war mir dieser gewährt und unser Weg wurde weiter fortgesetzt, mit dem Parkplatz als Ziel.

Kaum waren wir angekommen und ausgestiegen stürmte er schon auf uns zu. ,, Seungri!" rief er im Laufen schon meinen Namen und umarmte mich stürmisch, was mich etwas überraschte.

Ich weiß nicht was es war, das mich dazu brachte, aber ich umarmte ihn zurück. In seinen starken Armen fühlte ich mich sofort geborgen und beschützt. Seine Körperwärme tat mir unglaublich gut und sein schnell schlagendes Herz ließ mich leicht Lächeln.

Anscheinend ist da noch jemand ziemlich aufgeregt.

Aber lange verweilte ich nicht in dieser Umarmung, weil ich nicht draußen sein wollte und mir die Umarmung im zweiten Moment doch etwas peinlich war. Daesung begrüßte herzlich meine Mutter, bat um ihre Tasche und wollte eigentlich direkt mit uns rein, womit meine Mutter wohl etwas überfordert war.

,,Hierher?", fragte sie verdutzt und überrascht, was ich gut nachvollziehen konnte. Auf der anderen Seite machte es mich aber auch wütend. Wenn es ihr hier nicht passt hätte sie sich ja mal um eine Unterkunft kümmern können, anstatt jetzt zu meckern. Mir ist es auch nicht einfach gefallen, aber das war gerade unser einziger Ausweg.

Und ganz ehrlich, ich bin mehr als nur dankbar dafür.

Mein Rivale // Daeri - GtopGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt