Genervt griff ich zu der Fernbedienung, die neben mir auf dem Nachttisch lag und schaltete den Fernseher an. Eine Weile lang zippte ich durch die Kanäle, bis ich einfach irgendwas laufen ließ, weil es für mich gerade nichts Ansprechendes zu schauen gab.
Das war auch ganz gut so, wie ich nur wenig später feststellte, da ich eh kaum etwas mitbekam. In meinem Kopf war nämlich gar kein Platz für irgendwelche Filme oder Serien. Auch nicht für die Hausaufgaben, die ich bis eben versucht hatte zu erledigen.
Das Einzige woran ich denken konnte war wie frustriert ich bin, weil ich Daesung doch nicht angesprochen hatte. Nachdem ich mich auf seine Kosten befriedigt hatte, konnte ich ihm einfach nicht gegenübertreten. Erstrecht nicht für ein ernstes Gespräch. Allerdings konnte ich mich auch einige Tage später nicht dazu durchringen.
Irgendwie war ich mir selbst einfach peinlich.
Ich sitze ja sogar lieber in meinem Zimmer und mache Hausaufgaben, anstatt mich der Sache zu stellen. So würde sich die Scheiße aber niemals lösen, weswegen ich hier eine Krise nach der Anderen schob.
Fast zwei Wochen meiden wir uns, was zunehmend mehr wird. Je mehr wir uns aber meiden, desto stärker rastet mein Kopf aus. Die Eifersucht, die mich umgibt, steigt immer mehr, während ich immer weniger Lust habe, mich mit anderen zu treffen, geschweige denn mit wem zu reden. Am liebsten wäre ich nur noch alleine, oder würde meine Zeit mit Daesung verbringen.
Ein Gedankengang, der mich flüchtig spottend lächeln ließ.
Dadurch musste ich an die Zeit zurückdenken, in der ich Daesung abgrundtief gehasst habe. Es ist gerade mal ein paar Wochen her und trotzdem kann ich mich nicht mal an einen vernünftigen Grund dafür erinnern. Vielleicht auch einfach, weil es nie einen gab. Trotzdem fühlt es sich deswegen aber nicht weniger surreal an.
Nie hätte ich mir auch nur im Entferntesten vorstellen können, genau die gegenteiligen Gefühle für ausgerechnet ihn zu hegen. Ich meine, nicht ohne Grund bin ich diese eine Woche verschwunden. Das war kostbare Zeit für mich, in der ich mich mit all dem Gedankengut auseinandersetzen konnte, was mich plagte.
Darum bin ich mir auch mehr als sicher, dass das nicht nur eine Phase ist, oder irgendwas mit Verwirrung zu tun hat. Genau deswegen muss ich mich jetzt auch endlich mal zusammenreißen. Ansonsten kann ich wahrscheinlich nicht einmal eine freundschaftliche Bindung genießen. Denn auch wenn er nicht das Gleiche fühlt, möchte ich ihn nicht missen, egal wie sehr es weh tun mag.
Also stand ich auf, atmete einmal tief aus und ein, womit ich versuchte mich vorzubereiten. Schon jetzt begann mein Herz extrem schnell zu schlagen an, obwohl ich nur meine eigene Türklinke in der Hand hielt.
Nur Mut Seungri, du schaffst das!
Also machte ich meine Tür auf, wonach ich jedoch direkt in Daesungs Gesicht schaute, der seine Hand erhoben hatte, als wenn er gerade klopfen wollte. ,,Ehm, klopf, klopf?", unsicher lächelte er mich an, wozu ich ihm ein trockenes "Herein" zurückgab und zur Seite ging, damit er hereinkommen konnte.
,,Ich wollte auch grade zu dir.", sagte ich leise zu ihm, während er sich auf mein Bett setzte. ,,Oh, wirklich? Warum?", jetzt bereute ich meine Worte. Ich hätte ihn einfach anfangen lassen sollen. Etwas stotternd erzählte ich aber, dass mich die Atmosphäre zwischen uns etwas bedrückt, wozu er mir beipflichtete.
Danach klopfte er auf das Bett neben sich, wo ich mich nach kurzem Zögern hinsetzte. ,,Also, warum meidest du mich?", fragte ich vorsichtig nach, wozu er seine Stirn runzelte. ,,Du meidest mich doch.", war daraufhin seine Antwort, was mich genauso schauen ließ wie er gerade.
,,Ehm, nein?", ICH meide ihn? Hä?
,,Doch.". Konsequent bestand er darauf, was ich nicht ganz nachvollziehen konnte. ,,Nachdem du bei mir eingeschlafen warst, hast du mich nicht mal mehr angeschaut und die letzten paar Tage habe ich dich nicht ein einziges Mal hier rumwandern sehen. Nur in der Schule. Auch mein Personal hat dich kaum bis gar nicht gesehen. Also, ich denke schon das du dich komisch verhältst und nicht ich mich.".
Sofort fasste ich mir an die Stirn und massierte diese leicht aggressiv, als ich realisierte, dass es wirklich mein Fehler war. Ich habe etwas total Falsches vermittelt. Dabei war ich doch nur unsicher und die letzten Tage... tja, das kann ich ihm wirklich nicht erklären.
,,... Shit.", mehr konnte ich dazu irgendwie nicht sagen, was ihn zum Lächeln brachte. ,,Siehst du, ich hab recht. Aber, wieso warst du so drauf? Habe ich was falsch gemacht? Also wenn es deswegen war, dass ich dich nicht in dein Zimmer geschickt habe als du eingeschlafen bist, dann tuts mir wirklich leid. Ich wollte dich nicht in eine unangenehme Situation bringen."
Nervös rieb er sich die Hände zwischen seinen Oberschenkeln, als von mir vorerst keine Reaktion kam. Selten haben mir so sehr die Worte gefehlt wie heute. Alles was ich gerne sagen würde, um mich vernünftig zu erklären, offenbart Dinge, die er beim besten Willen nicht wissen sollte. Sonst mache ich mir das hier erst recht kaputt. Also versuchte ich irgendwie drumherum zu reden.
,,Ich wusste einfach nicht so richtig wie ich reagieren soll. Mir war es etwas peinlich einfach weggenickt zu sein, weil ich nicht wusste, was du davon gehalten hast. Deswegen-". An der Stelle unterbrach er mich, was mir komplett die Sprache raubte.
,,Also ich fands toll."
Er... was?
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Mein Rivale // Daeri - Gtop
FanfictionRivalen mit Aussicht auf Freundschaft? Eigentlich gut vorstellbar, aber ein absolutes No-Go für Daesung und Seungri. Sie kennen es nicht anders und ihnen wird immer wieder gepredigt, dass es auch nicht anders zu sein hat. Aber was ist, wenn einer de...
