Ein Kleines Stückchen Wahrheit

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Direkt durchfuhr mich ein kaum bemerkbarer Schauer, den anscheinend nur ich wahrgenommen hatte. Denn Daesung machte keinerlei Anstalten sich auch nur einen Zentimeter von mir wegzubewegen. Eher hatte ich das Gefühl, dass er mir näherkam, was meinen Herzschlag enorm erhöhte.

Innerlich sprach ich tausende Gebete und bettelte meinen Körper regelrecht an einfach cool zu bleiben. Aber das tat er nicht. Stattdessen merkte ich allein wegen seines Atems auf meiner Haut wie sich mein Blut in eine ganz andere Zone verzog.

Aber das kann jetzt wirklich nicht wahr sein.

Immerhin musste ich keine Angst haben, dass er das sieht, oder irgendwie spürt, da ich ja nun mal von ihm weggedreht lag und es dunkel war. Trotzdem schob mein Kopf unnötige Paranoia und malte sich Szenarien aus, was wohl wäre, würde er das doch bemerken.

Eigentlich jedes davon endete darin, dass wir beide was miteinander hatten, was nun wirklich absurd ist. Das war aber das Einzige, woran ich denken konnte, so doof es auch klingt. In diesem Moment kam ich mir vor wie ein 14-Jähriger pubertierender Teenager, der sich nicht unter Kontrolle hatte.

Was legt der sich aber auch so unfassbar nah an mich ran? So nah, dass ich schwören könnte Berührungen zu spüren, die gar nicht da sind. Es kam mir einfach nur so vor, weil uns gefühlt nur noch ein Blatt voneinander trennte.

Dadurch und durch meinen Blutmangel in den Zonen, wo ich das jetzt besser gebrauchen könnte, wurde mir immer wärmer, weswegen ich am liebsten mein T-Shirt oder meine Hose ausgezogen hätte. Stattdessen entschied ich mich jedoch dafür, so zu tun, als würde ich schlafen. Vielleicht will er mich ja auch einfach nur ärgern und lässt von mir ab, wenn er denkt, dass ich schlafe.

Dem war jedoch nicht so.

Jetzt würde ich meinen über alles geliebten Audi darauf verwetten, dass seine Lippen meinen Nacken berühren. Dieses Gefühl kannte ich bereits, wenn auch nicht im Nacken, sondern auf meinen eigenen. Ein Gefühl, wonach ich schier durstig wurde, weil es eine Leere und Sehnsucht in mir hervorrief.

Kurz bevor er mich berührte hatte ich noch überlegt, ob er vielleicht einfach schläft und darum selbst nicht weiß wie nah er mir ist. Diese Theorie wäre auch keine schlechte gewesen, würde er mir nicht gerade das Gegenteil beweisen. Sanft strich er mir mit der Rückseite zwei seiner Finger die Stelle entlang, wo ich eben noch die wärmende Luft gespürt hatte.

In mir kribbelte dadurch alles nur noch mehr, während der Wunsch nach Berührung immer stärker wuchs.

Am liebsten hätte ich mich zu ihm gedreht, oder würde mich näher an ihn ranlegen. Aber das traute ich mich nicht. Als könnte Daesung Gedanken lesen, übernahm er das für mich. Vorsichtig rutschte er näher ran, wodurch er fast komplett an mir dran lag.

Mit einem kurzen aber tiefen Seufzer legte er seinen Kopf gegen meinen, den er leicht schüttelte. Zu gern wüsste ich jetzt was er denkt. Tatsächlich konnte ich mir vorstellen, dass es in eine ähnliche Richtung ging wie meine, wenn ich mir um seine Sexualität Gedanken machte. Immerhin habe ich jetzt einen kleinen Beweis dafür, dass er zumindest körperlich nicht abgeneigt zu sein scheint. Warum sollte er sich sonst so verhalten wie gerade?

Dieser Gedanke schrieb mir ein breites Lächeln ins Gesicht, was ich nicht mal versuchte zu verstecken. Jetzt wusste ich etwas mehr. Etwas, das ich so sehr wissen wollte, dass es mich regelrecht quälte.

Aber, was mache ich jetzt mit dem Wissen?

Werde ich derjenige sein, der offensiv auf ihn zugehen muss? Ich war bisher immer der, der ihn so harsch abgelehnt und angewidert reagiert hat. Weshalb sollte er also auf mich zukommen und... Diese Erkenntnis machte mich nervös. Wie soll ich denn einen ersten Schritt in diese Richtung machen?

Selbst nach seiner nächsten Aktion kam ich von dieser Frage nicht weg. Er legte unfassbar sanft und vorsichtig seine rechte Hand auf meine Hüfte, was für den Abend seine letzte Aktion mir gegenüber war, während ich mich unglaublich ärgerte.

Wieso hatte ich nicht den Mut, mich umzudrehen? Warum habe ich nicht ausgebaut, was eben begonnen hatte? Wie kann man so dumm sein Seungri?

Ich weiß nicht wie lange ich mir Vorwürfe machte, bis ich endlich für mich einen Entschluss gefasst hatte. Ich werde einen ersten Schritt machen. Fragt sich nur wann und wie, aber eins steht fest.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt und ich wollte selten so sehr gewinnen wie gerade.

Mein Rivale // Daeri - GtopGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt