Der böse Anwalt, ein Puppenspieler und eine weinende Marionette

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,,Tut mir leid.", kurz war es still, bis er damit die Ruhe durchbrach. Dabei brauchte er sich für nichts zu entschuldigen. Er trägt hier wirklich gar keine Schuld. ,,Du-", ,,Ich liebe dich wirklich vom ganzen Herzen Seungri. Mir tut es auch leid, dass ich nicht sofort reagiert habe. Ich hätte dir beistehen sollen, als du abgeführt wurdest. Ich.. ich bin so ein schlechter Partner.", sanft schüttelte ich meinen Kopf und drehte mich zu meiner großen Liebe, die gerade ihr Gesicht mit den Händen verbarg. 

,,Ich liebe dich auch. Über alles. Ohne dich hätte ich das nicht gepackt.", ich lächelte ihn an und meinte dieses Lächeln auch wirklich ehrlich. Scheinbar verstand er das auch und schenkte mir ebenfalls ein Lächeln.

Obwohl mein ganzer Körper schmerzte, setzte ich mich auf, um ihn zu küssen. Seine Lippen auf meinen waren unbeschreiblich schön, auch wenn meine aufgeplatzte Lippe etwas wehtat, als er den Küss erwiderte. ,,Legst du dich wieder zu mir?", er schwieg und nickte, wonach er sich mit mir zusammen unter die Decke kuschelte, wonach ich in einen langen tiefen Schlaf fiel.

Auch Tage danach schlief ich unglaublich viel, bis ich wieder einigermaßen klarkam. Daesung wich mir gar nicht mehr von der Seite und jeden Tag bekam ich von dem anderen Pärchen und Sungmin, meinem anderen besten Freund, aufmunternde Worte zugeschickt. Der wusste anscheinend inzwischen über mehr Bescheid als mir lieb war, weil Daesung unser kleines Geheimnis nicht für sich behalten konnte und sich versehentlich verplappert hatte.

Scheinbar war das Sungmin aber komplett egal, solange er mich nicht teilen müsste, laut eigener Aussage. Wenigstens das lief gut, wenn schon der Rest zurzeit so beschissen war. Mehrfach wurden wir zu Verhören geladen, woraus sich sogar resultierte, dass auch Daesung als Verdächtiger galt, weil wir inzwischen eine so enge "Freundschaft" miteinander haben. Dieser Verdacht wurde aber schnell wieder fallen gelassen, wobei sich auch meine Anschuldigung immer mehr in den Hintergrund rückte.

Scheinbar hatte der Anwalt, der mich eigentlich erst vertreten sollte, mehr Dreck am Stecken, als zu Anfang vermutet. Er und mein Vater kannten sich wohl gut und das schon seit einer ganzen Ewigkeit. Darum war auch die Todesursache von Daesung seinem Vater damals so unklar, weil er direkt an der Quelle saß und damit die Möglichkeit hatte das vertuschen zu lassen. 

Darum wurden jetzt auch alle notariellen Beglaubigungen zu Daesungs Erbe überprüft und auch das Erbe an sich wurde erneut geprüft. Hierbei mussten tatsächlich einige Sachen neu auferlegt werden, weil sie nicht der Richtigkeit entsprachen. 

Am meisten fertig machte das alles jedoch die Mutter von Daesung, da sie bis zur letzten Sekunde immer an seine Liebe zu ihr geglaubt hatte und dass er nicht freiwillig gegangen ist, sondern etwas passiert sein musste. Immer mehr verhärtete sich diese Vermutung auch seitens der Staatsanwaltschaft, umso länger ermittelt wurde. Anscheinend waren beide unserer Eltern in finanzieller Lage nicht ganz sauber, was bei beiden zu einem riesigen, am Ende sogar tödlichen, Streit geführt hatte, von dem die Welt bisher noch nichts wusste.

Das erklärte den großen Hass meines Vaters. Er fühlte sich scheinbar von seinem ehemals besten Freund Herrn Kang hintergangen, weil es bei ihm nicht so gut lief, wie er wohl erwartet hatte. Vor ungefähr einem Jahr wurde diese Streitigkeit scheinbar wohl wieder neu entfacht, was von meinem Vater auszugehen schien. Was genau da vorgefallen ist, will er nicht bekannt geben. Allerdings ist der Ausgang der Situation glasklar.

Daesungs Vater wurde von meinem erpresst, indem er drohte alles von damals auffliegen zu lassen, würde er ihm nicht eine Finanzspritze verabreichen. Scheinbar in einer unfassbar hohen Summe, die nicht so schnell aufzubringen war. Darum begab sich Daesungs Vater ins Ausland, um dort illegal Geschäfte abzuschließen, von denen mein Vater natürlich Wind mitbekam.

Dort sah er seine Chance. Der Plan war ihm diesen Kontakt abzunehmen und ihn aus den Weg zu räumen. Deswegen war mein Vater anscheinend auch so angespannt und immer so viel "beschäftigt" gewesen. Darum hatte er auch ein so großes Problem mit dem Kontakt zu Daesung, auch wenn er selbst mit Schuld daran war.

Immerhin wollte er das wir zusammen Hausarbeiten als Strafe verrichten. 

Wahrscheinlich nur, um den Verdacht von sich zu lenken, sollte jemals etwas von seinen dunklen Machenschaften ans Tageslicht gelangen. Er richtete mich emotional für seine eigenen Ziele ab und lenkte mich wie eine Marionette. Wie die Figur einer Puppenkiste wurde ich an Seilen dirigiert, die sich jedoch verhedderten, weil Daesung an ihnen zu spielen begann. Denn er war dieses neugierige Kind, was viel zu nah an die Requisite kam. Dieses Kind, was alles anfassen und anschauen muss, obwohl es ihm untersagt war. Doch unterschied ihn etwas, von all diesen anderen neugierigen Händen und Augen. Er war cleverer, als all die anderen. Denn er nutzte die Chance, als niemand hinschaute. Als keine Augen auf die Show gerichtet waren, die sich die Menschen so belustigt anschauten. Er wollte hinter die Kulissen schauen, in der sich die kleine Figur tanzend bewegte. Denn dort musste doch mehr sein, als diese kleine Bühne und all die Attrappen.

Und so war es auch. 

Daesung entdeckte eine andere unbekannte Welt und zeigte der gesteuerten Marionette, dass es mehr gibt als das, was sie kannte. Damit hauchte er ihr neues Leben ein, indem er ihr zeigte, was Freundschaft ist. Er lud sie ein, auf eine kleine Teeparty, zeigte ihr, was eine Familie ist. Auch erfuhr sie zum ersten Mal was Liebe ist, aber auch was das Wort Schmerz bedeutet.

Schmerz durch Angst, durch Verlust, aber auch vor der Wahrheit. Denn das war es was am meisten schmerzte. 

Er war kein Kind, sondern auch eine Marionette.

Mein Rivale // Daeri - GtopGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt