Mi casa es su casa

16 1 0
                                        

So verbrachten wir noch den gemeinsamen Abend und schwelgten ein bisschen in Erinnerungen, wobei wir sogar über schlechte gemeinsame Erlebnisse wie Streitigkeiten lachen konnten. Inzwischen konnten wir mit unserer feindseligen Vergangenheit richtig gut umgehen, eben weil sie nur noch ein Teil unserer Vergangenheit ist.

So schliefen wir beide selig zusammen ein, schön gesättigt und gut ausgelassen, mit den wahrscheinlich besten Gefühlen, die ein Mensch nur haben kann. Am nächsten Morgen war der Ring auch das erste was ich an Seungri seiner Hand begutachtete, bevor ich meine bessere Hälfte weckte, damit wir uns für die Uni fertig machen konnten.

Inzwischen musste ich ihn tagtäglich etwas früher wecken, weil er nur unglaublich schwer aus dem Bett kommt. Immer noch gibt es Tage, da fühlt es sich schier unmöglich an ihn für die Schule zu motivieren, was ich aber inzwischen ganz gut im Griff hatte. Irgendwann lernt man eben die ganzen Tipps und Tricks.

Heute kam er aber erstaunlich gut aus dem Bett, womit wir morgens ein bisschen mehr Zeit hatten als sonst, die wir zum Frühstücken nutzen, was wir sonst eher verschlafen. Auch Heechul war verwundert, aber schnell abgelenkt von dem Glitzer an unseren Fingern.

,,Herzlichen Glückwunsch Master!", schelmisch gratulierte er uns und fragte, ob denn das Essen schmackhaft war, was ich natürlich bejahte. Freudig wünschte er uns somit noch einen schönen Tag, den wir auch hatten. In der Schule hatte das mit dem Ring entweder niemand mitbekommen, oder die anderen trauten sich schlichtweg nichts dazu zu sagen. Nur Sungmin ließ einen Spruch ab, den ich gekonnt wegschmetterte.

Ich lasse mich in der Hinsicht gar nicht ärgern und auch meinen Seungri wollte ich vor solch dummen Kommentaren bewahren. Immerhin war klar, wer hier die Braut ist, das steht doch wohl gar nicht zur Frage! ,,Hast du schon ein Kleid, oder brauchst du noch eins? Können das ja zusammen aussuchen!", damit piesackte er Seungri noch etwas, wonach nun auch er mit dummen Sprüchen um sich warf, bis es sogar ein bisschen eskalierte, wie das unter Freunden mal schnell passieren kann.

Schon lange nicht mehr habe ich Seungri mit anderen so lachen sehen, was mir richtig das Herz erwärmte. Dabei grübelte ich immer wieder, ob es an dem Tag gestern lag oder was dafür die Quelle ist, auch wenn es eigentlich nicht großartig wichtig ist. Hauptsache ist, dass es ihm gut geht.

,,Ach Dae, ich wollte mit dir noch über etwas reden...", auf den Weg nach Hause fing er mit einem Gespräch an, was seine komplette Zukunft betraf. Allerdings riss ich ihm vorher das Ruder aus der Hand, was es ihm viel schwerer machte sein Herz auszuschütten.

Vielleicht sollte ich mir das doch mal langsam abgewöhnen.

Andererseits konnte ich ja nicht wissen, dass er mit einem anderen Berufswunsch um die Ecke kommt. Darum hatte ich ihm freudig von dem Termin gestern erzählt, weswegen ich länger weg gewesen war. Es war ein Termin mit dem Kartellamt gewesen, was mir die Genehmigung gab, die Firma von Seungris Vater aufzukaufen, da diese gerade Bankrott gegangen war und somit auch insolvent gegangen ist.

Darum würde sie Analysen zufolge keine marktführende Firma mehr darstellen, weswegen einer Übernahme nichts im Wege stand.

Seungri war von meiner Kaufidee allerdings nicht so begeistert, was er nur durch die Blume zeigte, was ich aber deutlich genug lesen konnte. Darum wollte ich natürlich den Grund wissen, was lange dauerte, um diesen aus ihm rauszukitzeln. Er wollte am liebsten alles hinter sich lassen und nicht in eine Firma mit einsteigen, die durch Korruption so gewachsen ist.

Ich konnte ihn jedoch nach langem Reden vom Gegenteil überzeugen. Immerhin ist der Grund für die Pleite die Korruption gewesen und wir haben jetzt die Chance seinen Namen reinzuwaschen und alles legal weiter auszubauen. Wir könnten also für Fairness sorgen, was doch total gut ist. Und mehr Kapital schadet niemanden von uns beiden.

,,Außerdem wolltest du doch nicht für immer aus meiner Tasche leben, oder nicht?", damit versuchte ich ihn weiter zu bestärken, die Firma zu übernehmen, die ich zu meiner Tochterfirma machen wollte. Damit bewirkte ich aber irgendwie nur das Gegenteil. Er wurde traurig und wirkte bedrückt, als würde nicht stimmen, was ich sagte, oder als würde er sich wieder einmal stark schämen.

Natürlich ohne Grund, denn was meins ist, das soll auch seins sein.

Mein Rivale // Daeri - GtopGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt