Kapitel 98 - Im Jenseits

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Ein merkwürdiges Geräusch holt mich aus dem Schlaf. Ich schrecke auf und richte mich blitzartig auf. Mein Herz pocht schnell und ich sehe mich augenblicklich um. Nichts Merkwürdiges ist zu sehen, weswegen ich tief durchatme. In letzter Zeit sind so viele Dinge passiert, dass ich beginne paranoid zu werden.

Harry brummt nur auf, als ich aufstehe, um etwas in der Küche zu trinken. Zwar sind die Nächte mit ihm schöner, als alle davor, doch trotzdem fühle ich mich nicht wohl, solange wir noch in Cardiff sind. Ich tapse in die Küche und lasse Wasser in ein Glas fließen. Wahrscheinlich kann ich mich erst richtig entspannen, wenn Harry und ich alles hinter uns gelassen haben.

Ich freue mich schon jetzt auf -

Wieder ein Geräusch.

Wieder erhöht sich mein Herzschlag, denn dieses Geräusch klingt seltsam. Es klingt nicht natürlich.

Niall kann es nicht sein, ihn hätte ich gesehen und das Geräusch kommt definitiv nicht von seinem Schlafzimmer.

Ich stelle ängstlich das Glas mit dem Wasser weg und ziehe leise die Besteckschublade auf. Auch wenn es vielleicht übertrieben klingen mag, aber ich greife nach einem Messer. Was anderes fällt mir gerade einfach nicht ein.

Ich bin still, stelle mich mehr in den Flur, lausche den Stille.

Nichts ist zu hören.

Doch mein Puls ist noch immer erhöht und meine Skepsis noch nicht beseitigt. Ich habe Angst. Seit dem Vorfall in der Halle damals mit Eduard, hasse ich solche Situationen.

Das Messer lasse ich unter dem Ärmel von Harrys Pullover verschwinden und ich laufe leise und mit nackten Füßen durch den Flur in Richtung des Zimmers, wo Harry noch schläft.

Stumm spreche ich ein Gebet. Bitte lass es einfach nichts sein. Bitte lass uns einfach in Ruhe weiterschlafen.

Ich halte inne.

Da war wieder ein Geräusch. Es klang wie ... Wie eine Stimme. Und sie kam aus Harrys Zimmer.

Doch es war nicht Harry.

Ich presse mich an die Wand neben der Tür zum Gästezimmer und schließe zittrig die Augen.

Gott. Bitte. Bitte lass es nur eine Einbildung sein.

Das kann nicht ihre Stimme gewesen sein. Meine müder Kopf spielt mir nur einen Streich.

Mit angehaltenem Atem umgreife ich das Messer unter dem Ärmel fester und atme leise durch. Ganz ruhig, Honor.

Doch schließlich stelle ich mich unwissend in den Türrahmen und ...

Mir fällt das Messer vor Entsetzen aus der Hand. Wie in Zeitlupe halte ich mir die Hände vor den Mund, als ich so laut aufkreische wie ich kann.

Esther.

Sie steht mit einem glänzenden Messer in der Hand neben Harrys Bett und hält die Klinge genau über ihn, während er noch zu schlafen scheint.

Sofort wacht Harry auf.

Und diese psychotische Frau dreht sich zu mir um, doch ist nicht erschrocken. Als hätte sie mich erwartet.

Noch bevor ich überlegen kann, gehe ich schnell auf Esther zu, um ihr das Messer aus der Hand zu nehmen, doch sie hält es mir entgegen, worauf ich sofort stehenbleibe.

Alles passiert so schnell.

"Was zum-'', flucht Harry, doch kann sich nicht mal richtig aufrichten, da kommt auch schon Joel aus einer dunklen Ecke und reißt ihn gewaltsam aus dem Bett, worauf er zu Boden fliegt.

Remember His StoryWo Geschichten leben. Entdecke jetzt