II. Teil
Ein Jahr ist vergangen und Ania zurück im Pott. Was hat sich in Dortmund verändert? Welche Spieler werden sie begrüßen? Wer hat sich verabschiedet und vor allem was ist mit Łukasz. Wie werden beide bei ihrem ersten zusammentreffen reagiere...
Der Samstag war gekommen. Das ganze Stadion feierte den Sieg der Mannschaft und ich konnte nur zusehen. Es war nicht das beste Spiel..das musste ich zugeben aber wir hatten gewonnen. 1:0..auch wenn ein höherer Sieg drin gewesen wäre. Nur schon um die Tordifferenz etwas zu bessern. Es war abgepfiffen...man konnte also nichts mehr daran ändern.
Ich saß noch ganz entspannt auf meinem Platz und wartete bis das gröbste vorbei war. Ich hatte keine Lust mich durch die Massen zu drücken wenn ich eh Probleme mit der Hüfte hatte. Ich hatte also noch genügend Zeit mich im Stadion umzusehen. Die Süd war noch immer voll. Die anderen Tribünen leerten sich vom Minute zu Minute immer mehr und zeigten mir dass ich mich auch langsam auf den Weg machen konnte. Schließlich musste mich ja auch noch für heute Abend fertig machen. Lust hatte ich nicht. Aber Marco hatte mir ja gedroht und die Tatsache dass auch Ania da sein würde machte es auch wenigstens etwas besser.
Gerade als ich aufstehen wollte kam sie zusammen mit Aki die Treppen nach oben gelaufen. Wahrscheinlich saßen sie einige Reihen unter mir. Sie waren in ein Gespräch verwickelt sodass beide mich nicht bemerkten. Etwas erleichtert war ich ja schon. Ich wollte einfach kein Gespräch mit ihr anfangen. Auch wenn Marco sagte dass es langsam mal angebracht wäre. Ich war einfach zu stur um auf sie zu zugehen um das Gespräch unter vier Augen zu suchen.
Endlich Zuhause angekommen musste ich mich dann aber wirklich langsam fertig machen. Ich hatte noch gute eineinhalb Stunden bis ich dort antanzen musste. In der Zeit musste ich auch noch was essen und mich eben fertig machen. Erst aber griff ich zum Telefon um mir ein Taxi zu bestellen. Am besten dass dieser Typ in einer Stunde bei mir war damit wir genügend Zeit hatten um dort hin zu fahren.
Ich stieg in den Wagen des Taxifahreres. Er schaute mich nur überrascht an und überlegte ewig lang ob er denn ein Gespräch mit mir anfangen sollte. Ich war froh dass er es nicht tat. Meine Laune war eh nicht die beste weshalb ich nur stumm aus dem Fenster blickte und die bereits dunkle Stadt betrachtete.
"Hier! 50€ stimmt so." Wieder einmal schaute er mich perplex an. "Eh..Danke Herr Piszczek. Einen schönen Abend noch." Ich nickte ihm nur zu und verließ dann den Wagen. Es war kalt. Die dickste Jacke hatte ich nun wirklich nicht an und ich musste noch auf die Jungs warten und hoffen das dies nicht all zu lang dauern würde.
Endlich waren wir im Club. Bevor es aber richtig los ging mussten noch Roman Mats Schmelle ein Typen den irgendwie niemand kannte und ich für ein Bild für die Presse zurecht stehen.
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Ich setzte mein bestes lächeln auf und erhoffte einfach nur endlich in den kamerafreien Bereich zu können. Wenn ich hier schon her musste dann wollte ich wenigstens meine Ruhe haben.
Ich saß mittlerweile mit Mats und Marcel an einen der Tische und beobachtete das wilde treiben. Viele Leute waren gekommen. Zu viele meiner Meinung. Leicht bekleidete Frauen tanzten auf den Tischen und zogen so die Blicke der Männer auf sich. Mir waren die so ziemlich egal. Ich fande es eher anstößig was die da machten. Auch wenn die Jungs mich immer wieder auf die Frauen aufmerksam machen. Mir gefiel es nicht. Mich interessierte jemand anders. Immer wieder luckte ich einige Tische weiter wo Emely die Frau von Marcel und Ania standen. Sie unterhielten sich aufgeregt und lachten immer mal wieder. Ich ließ meinem Blick an ihr herunter gleiten und musste zugeben dass sie mal wieder verboten gut aussah. Sie hatte sogar Absatzschuhe an..und dass außerhalb der Arbeitszeit. Sie hasste diese Dinger doch abgöttisch. Sie war toll gekleidet...wie immer eigentlich. Feminin und elegant und immer noch im normalen Bereich. Nicht wie manch andere Frauen hier. Schämten die sich denn nicht?
Der Abend war nun schon fortgeschrittener..die Musik lauter und der Alkohol floss in eindeutig zu großen Mengen. Ich musste zugeben dass ich wirklich schon etwas über die Strenge geschlagen hatte. Immer wieder wurde neuer Alkohol auf die Tische gestellt. Wir stießen auch immer wieder an. Nur vertrugen die Jungs das um einiges besser als ich. Mir wurde schon ziemlich warm und ruckartige Bewegungen konnte ich ebenfalls nicht mehr machen da sich sofort alles drehte. Marco der immer mal an unserem Tisch vorbei gesehen hatte deutete immer wieder auf Ania. Er wollte unbedingt dass ich auf sie zuging. Aber in dem Zustand? Das wurde auch nicht besser als die nächsten Gläser bereit gestellt wurden. Ich verneinte diesmal. "Ich passe!" Mats und Marcel schauten nur ungläubig. "Das ist doch nicht dein ernst Piszczu! Wir haben morgen frei. Hab mal ein bisschen Spaß. Sonst haben wir nie Zeit." Widerwillig nickte ich und griff dann doch zu dem kleinen Glas. Ich kippte die klare Flüssigkeit in einem Zug herunter. Ein Fehler wie sich herausstellte denn das hochprozentige Zeug brannte im meiner Kehle wie Feuer. "Was ist das eigentlich?" Leicht schüttelte ich mich. "Na Wodka. Müsstest du doch eigentlich kennen!" Lachte Mats ziemlich angeheitert und klopfte mir auf den Rücken.
Immer wieder wurde die nächste Ladung nach unten gekippt. Bei vollem Bewusstsein war ich schon lang nicht mehr. Der Absturz war bereits erfolgt. Ich lebte gerade in einer anderes Welt und fande alles zum wegschmeißen komisch. Ich war viel lockerer geworden und konnte jetzt auch mal auf andere Frauen schauen. Es war irgendwie befreiend. Endlich dachte ich mal nicht nach sondern lebte im jetzt. Keine Vergangenheit keine Zukunft. Obwohl ich eigentlich nie die Generation Absturz war. Einmal war ja schließlich keinmal!