-Kapitel 54-

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Dieser Satz den Ania da gerade ausgesprochen hatte traf mich. Er traf mich mitten in mein Gesicht. Wie eine Faust oder eine flache Hand. Ich war perplex konnte nicht glauben was sie da gerade ausgesprochen hatte. Wollte es nicht realisieren. Es tat so verdammt weh dies aus ihrem Mund zu hören. Ich starrte sie einfach nur sprachlos an. Wusste nicht was ich sagen sollte. Wie ich reagieren sollte. Auch Anias Mimik sprach Bände. Anscheinend war sie genau so überrascht wie ich es genau zu diesem Zeitpunkt war. Sie hatte ihre Augen aufgerissen und verarbeitete wahrscheinlich das gerade gesagte.

"Du meinst also dass diese Beziehung sinnlos ist?" Nach einer gefühlten Ewigkeit der Stille hatte ich meine Stimme wieder gefunden.
"Ich..also..nein..naja eigentlich.." ich stemmte meine Arme in die Seiten. "Was Ania? Stammel nicht. Komm doch zum Punkt." Sie schloss ihre Augen. "Ich..habe mich falsch ausgedrückt." Rausreden brachte meiner Meinung nach hier gerade gar nichts. Es war mehr als unangebracht. "Dann rückte es gerade"
Sie nickte einige male und atmete tief durch. "Diese Beziehung wie wir sie momentan führen machen keinen Sinn...verstehst du?" Ich schüttelte demonstrativ meinen Kopf. Ich wollte genauere Informationen. Nicht diese kleinen Brocken. "Naja..das ist doch nun wirklich keine Beziehung. Wir keifen uns nur noch an. Sind wir noch so glücklich wie am Anfang? Tauschen wir noch Zärtlichkeiten aus? Vertrauen wir uns noch zu einhundert Prozent?" Ihre Fragen waren eindeutig berechtigt. Sie regten mich zum nachdenken an. Sie half mir wirklich zu verstehen worauf sie hinaus wollte. "Spontan würde ich Nein antworten. Aber es ist unsere eigene Schuld. Es sind so viele Dinge passiert die uns eigentlich zusammen bringen hätten müssen. Aber was machen sie? Sie lassen uns immer mehr auseinander trifften. Die Schwangerschaft voraus." Sie schob sich eine Strähne hinter ihr Ohr. "Łukasz bitte." Ich schüttelte sofort meinen Kopf. "Nein. Ich sag das jetzt weil es mich einfach nur noch nervt. Du kannst von mir aus jetzt auch denken was du willst. Ich finde es nicht gut von dir. Dass ich das ganze nur durch einen dummen Zufall mitbekommen habe ist wirklich ein Armutszeugnis. Du hast nur an dich gedacht. Überleg doch mal was das für mich als Vater bedeutet. Denk darüber nach. Ich versuche das wirklich zu verstehen aber ich bekomme es einfach nicht in meinen Kopf hinein. Ich unterstütze dich und versuche für dich da zu sein aber anscheinend willst du das nicht. Und dann fahr ich eben nach Berlin. Aber beschwere dich im Endeffekt ja nicht dass ich dich im Stich gelassen habe. So läuft das hier nicht." Eine erste Träne lief ihr übers Gesicht. Ich konnte sie einfach nicht weinen sehen weshalb ich auf sie zu ging sie an den Armen nach oben zog und einfach umarmte. Natürlich kam es unerwartet trotz alle dem war es immer noch meine Freundin die ich egal wie viel Mist sie auch baute und noch bauen würde immer lieben würde. Sie war auch mit allen ihren Macken für mich gemacht. Sie war so perfekt unperfekt. Auch wenn sie mich noch x mal verletzen würde. Ich käme zu ihr zurück. Weil ich wusste dass sie es nicht einmal mit Absicht tun würde und weil sie mich mindestens genau so sehr liebte wie ich sie.

"Es tut mir leid Łukasz. Alles tut mir leid. All das was ich in dieser so kurzen Zeit falsch gemacht habe. Alles weswegen du enttäuscht von mir warst. Ich habe dich einfach nicht verdient." Sie schluchzte bereits so laut dass ich Angst hatte die anderen wurden es hören. Sie war im Moment untröstlich. Alles hatte sich angestaut. Sie wollte immer stark sein. Wollte fremden und gerade erst den Menschen die ihr nahe standen nicht ihre schwache Seite zeigen. Ich glaube ich war eine der wenigen der diese Seite an ihr kannte. Egal was auch war aber ich konnte sie einfach nicht so sehen. "Bitte Łukasz. Tu mir den gefallen und fahr mit. Lass dir nicht immer alles von mir kaputt machen. Du bist stark. Mit oder ohne mir. Die Mannschaft brauch dich. Und ich verspreche dir das ich nachkomme. Egal wie. Ich verspreche es." Schweren Herzens nickte ich. Ich streichelte ihr immer wieder sacht über ihr Haar in der Hoffnung dass sie sich endlich beruhigte. "Wenn das dein Wunsch ist." Flüsterte ich leise und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. "Bitte...bitte Łukasz" auch wenn sie es nicht sah da ihr Gesicht immer noch gegen meine Brust gedrückt war nickte ich. Ich wollte das ganze noch mehr verdeutlichen. Ich wollte ihr den Wunsch erfüllen. Auch wenn es mein Herz in eine Millionen Teile zerbrechen ließ. Ich liebte sie und würde auch dies für die Frau meines Lebens geben.

Ona i On (II)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt