-Kapitel 75-

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"Ania! Sag mir bitte die Wahrheit!" Verdutzt sah sie mich an. "Mach ich doch!" Ich schüttelte noch einmal zur Unterstützung den Kopf.  "Nein. Sagst du nicht. Ich weiß genau dass es dir nicht gut geht. Rede bitte mit mir." Bis gerade eben hielt ich sie noch fest im Arm. Sie hatte sich aus meinen Armen geschält und lief zu dem großen Fenster durch das man perfekt das Meer sehen konnte. Sie hatte die Arme verschränkt und mir den Rücken zugedreht. Warum war mir nur so klar gewesen dass sie genau so reagieren würde. Warum hatte ich nur gehofft dass es anders verlaufen würde. Es war vorrauszusehen. Trotz alle dem lief ich auf sie zu und legte meine Hände auf ihre Schultern. Ich wollte und musste sie überzeugen mit mir zu reden und sie vor allem beruhigen. Sie atmete hektisch. Es besorgte mich sie so zu sehen. "Woher willst du das denn bitte wissen?" Überrascht über ihre Frage schaute ich sie von hinten an. Sonst war sie stur und redete maximal wenn ich sie so lang provozierte bis sie sich zum reden gezwungen sah. "Weil ich es erstens merke und zweitend Kuba mir von dem Gespräch zwischen dir und Agata erzählt ha. Ania! Wir machen uns Sorgen. Und ich ganz besonders. Ich will doch dass es dir gut geht. Dass du keine Sorgen hast und dich voll und ganz auf unser Kind konzentrieren kannst. Verstehst du das? Ich will dir doch nichts böses. Um Gottes Willen. Das hätte ich doch nie vor." Vorsichtig schlang ich meine Arme um ihren Körper und legte meine Hände sanft auf ihren Bauch.

Lange war es still gewesen. Ich hatte meinen Kopf auf ihrer Schulter abgelegt und gab ihr immer wieder leichte Küsse auf ihren Hals. Die hatte sich spürbar erholt und vor allem beruhigt. Das war verdammt wichtig gewesen. "Ach Łukasz. Ich weiß doch auch nicht was mit mir los ist. Ich mach mir solche Gedanken. Ob ich das alles schaffe. Mit dem Kind. Mit der Arbeit und dich dabei auch nicht vernachlässige. Was wenn du deswegen aufhörst mich zu lieben. Dir eine andere Frau suchst weil ich einfach nicht mehr das bin was du brauchst. Ich dir zu wenig bin. Wenn ich schwanger bin werde ich dick. Die Hormone werden immer schlimmer und lästiger. Was ist wenn ich dich mit all dem nerve und dir alles zu viel wird? Was ist wenn ich unser Kind durch die Arbeit vernachlässige und sich deswegen alles gegen mich stellt. Ich eine schlechte Mutter und dazu noch Ehefrau bin. Ich hab so Angst dich zu verlieren." Sie hatte sich in meinen Armen gedreht und ihr rannen leise die Tränen die Wange herunter. Mich schockten ihre Worte. Mir tat es im Herzen weh wie sehr sie das alles beschäftigte und sie sich unbegründet solche Gedanken machte. Es machte mich fertig sie so leiden zu sehen ohne dass ich ihr die ganze Zeit geholfen hatte. Schlurchzend legte sie ihren Kopf auf meiner Brust ab. Ich sagte lange Zeit nichts. Ich musste alles erst mal verdauen und vor allem ordnen. Ich hatte meine Arme fest um sie gelegt um ihr zu zeigen dass ich für sie da war. Das ich ihr Sicherheit und Geborgenheit gab. Ich wusste dass es ihr schlecht ging..aber das dies so ein Ausmaß besaß war mir bei weitem nicht bewusst gewesen.

Nach einiger Zeit nahm ich ihr Gesicht in meine Hände. Reflexartig schloss sie ihre Augen um die Tränen zu verbergen. Sie musste sich doch nicht schämen. Nicht vor mir. Sie konnte mir all ihre Gefühle zeigen. Egal welche es waren. "Ania. Bitte schau mich an. Du musst dich doch nicht für deine Tränen schämen. Sieh mich bitte an." Verzweifelt wiederholte ich mich. Ganz langsam öffnete sie ihren brauen glasigen Augen. Leicht nickte sie. "Erstmal muss ich mich für deine Offenheit bedanken. Aber bitte Ania. Verbann das aus deinem Kopf. Du machst dir Sorgen die erst gar nicht in deinem Kopf auftauchen sollten. Du brauchst überhaupt keine Angst haben dass ich dich verlasse. Schon erst recht nicht für eine andere Frau. Du bist wunderschön. Ich könnte mir keine andere Frau an meiner Seite vorstellen die schöner intelligenter und vollkommener für mich sein könnte. Du bist das was ich immer wollte. Mein Schatz. Und auch wenn du dich durch die Schwangerschaft veränderst. Denkst du mir ist das wichtig. Das was zählt befindet sich genau hier!" Ich nahm sacht ihre Hand und legte sie auf mein Herz. "Das zählt. Meine bedingungslose Liebe zu dir. Du glaubst nicht wie stolz ich bin dich zu haben. Kein Mann dieser Erde kann glücklicher als ich sein. Und wenn du mir nicht unendlich wichtig wärst würde ich auch nicht wollen dass du meine Frau wirst. Und das will ich so sehr. Nichts ist mir wichtiger als das. Du sollst endlich voll und ganz zu mir gehören. Meinen Nachnamen tragen. Wir zusammen durch dick und dünn. Bis wir irgendwann sterben. Und das verspreche ich dir. Hoch und heilig weil ich dich über alles liebe. Bitte verstehe das. Schmeiß alle Zweifel über Bord und gib dich mir hin. Sei glücklich dass wir zusammen sind. Das wir das Glück haben das wir einander gehören und zusammen stark sind. Wir können alles schaffen. Bitte glaub mir das. Und glaube vor allem an dich!" Sie starrte mich an. War sprachlos. Und wieder. Wieder bildeten sich Tränen in ihren wundervollen Augen. "Bitte wein nicht mehr. Bitte höre auf zu zweifeln." Sofort schüttelte sie ihren Kopf. "Nein..nein. Das sind keine Tränen der Trauer..ich bin sprachlos. Sowas-" Ich schüttelte nur den Kopf. "Du musst nichts sagen. Schenk mir einfach nur ein ehrliches Lächeln. Eines das von Herzen kommt und mach dir bitte nicht immer so welche Gedanken." Zögernd nickte sie. Zögernd hoben sie ihre Mundwinkel und schenkte mir ein ganz leichtes Lächeln. "Du hast ja recht. Ich sollte dankbar sein dich zu haben und nicht immer zweifeln. Es tut mir leid dass ich dich immer so belaste. Du hast das nicht verdient." "Siehst du! Da ist es wieder. Du belastest mich nicht. Ich bin dein Mann. Ich helfe dir. Egal um was es geht. Ich liebe dich über alles und mache deswegen auch alles für dich." Ihr Lächeln wurde ein wenig breiter. "Danke für alles Łukasz. Ich bin dir so unendlich dankbar." Ich drückte sie näher an mich lächelte sie erleichtert und vor allem glücklich an. "Ich liebe dich. Vergiss das bitte nie. Du und ich für immer!"

Was sagt ihr zu dem Kapitel?
Würdet ihr euch über ein weiteres Kapitel freuen?

Das wars dann wohl leider auf internationaler Ebene. Ich bin wirklich traurig. Es wäre nur zu schön gewesen und vor allem eine Stütze in der eh schon so schweren Zeit. Wir halten jetzt alle zusammen und legen das Hauptaugenmerk auf die Bundeliga und den DFB Pokal. Heja BVB und You'll never walk alone!

Ona i On (II)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt