In dem Moment, als sich unsere Lippen berührten und Samu den Kuss vorsichtig erwiderte, fiel mir ein Stein vom Herzen. Noch immer lagen meine Hände in seinem Nacken, drehten die Härchen an seinem Haaransatz und er rührte sich keinen Zentimeter. Erst als ich zu einem weiteren Kuss ansetzte und meine Oberlippe zwischen seine Lippen schob, legte sich seine Hand zwischen meine Schulterblätter und zog mich ein wenig dichter. Ich löste mich kurz von ihm, aber er sah mich nur kurz an, schloss die Augen aber schnell wieder, legte den Arm ganz um mich und fing ganz langsam wieder an mich zu küssen.
Das hier fühlte sich so vertraut an, als wäre all das Chaos nicht geschehen. Er roch wie immer, er schmeckte wie immer, er fühlte sich an wie immer.
Ich schob beide Hände in seine Haare und lehnte mich weiter in den Kuss. Samu strich über meine Wange, strich mit seiner Nase wieder an meiner entlang und wieder legten sich seine Lippen auf meine. Er schlang beide Arme um mich und zog mich mit sich runter aufs Sofa, bis ich neben ihm lag. Eine Hand strich über meinen Rücken und die andere vergrub sich in meinen Haaren. Ich grinste an seinen Lippen und genoss jede kleine Berührung, die er mir zukommen ließ.
Als seine Zungenspitze vorsichtig nach meiner suchte, zog ich ihn dichter und hielt die Luft an. Mein ganzer Körper kribbelte und mein Kopf war vollkommen leer. Bedächtig umkreiste er meine Zunge, stupste meine Lippen an und zog sich wieder zurück. Immer wieder linste ich durch meine Wimpern, aber Samu hatte die Augen geschlossen und schien den Moment merklich zu genießen. Bedächtig schob er seine Zunge in meinen Mund und brummte an meinen Lippen. Immer wieder streifte sein Atem mein Gesicht und seine Finger strichen meine Wirbelsäule runter. Die Luft brannte förmlich und in meinem Körper breitete sich eine Hitze aus, dass ich kaum Luft bekam. Ich krallte mich in Samus Haare, zog sein Gesicht dichter an meins und begann ihn leidenschaftlicher zu küssen. Er legte eine Hand hinter mein Ohr, drückt mich ein Stück von sich weg und fuhr mit seinem Daumen über meine Wange. Ich reckte meinen Kopf wieder in seine Richtung, aber Samu hielt mich nur Millimeter von seinen Lippen entfernt und sah mich dunkel an.
„Slow." Brummte er tief und keuchte leise, bevor er wieder anfing mich vorsichtig zu küssen. Jedes Mal, wenn die Küsse inniger wurden, bremste er mich wieder aus und fing von vorn an. Seine Hände legten sich um mein Gesicht, seine Zunge strich über meine Lippen und er hauchte kleine Küsse auf meine Mundwinkel. Langsam schob ich eine Hand unter sein Shirt, um wenigsten ein wenig Haut zu fühlen. Ich fuhr seinen Rücken entlang und streichelte über seine Seite. Ich merkte, wie er leicht zusammenzuckte, keuchte und merklich mit sich rang. Wieder schob er mich sanft von seinen Lippen weg und begann sein Spiel von vorn. Er raubte mir fast den letzten Nerv. Ich schob sein Shirt am Rücken etwas höher und ließ meine Hand hinaufkrabbeln, bis zu seinen Schulterblättern. Auch Samu bahnte sich einen Weg unter mein Oberteil auf der Suche nach ein wenig Haut. Immer wieder malte er an meinem Steiß den Rand meiner Hose nach oder zeichnete Muster auf meine Hüfte. Eine Gänsehaut nach der nächsten bahnte sich ihren Weg über meinen Körper. Wieder versuchte ich den Prozess etwas zu beschleunigen, küsste ihn leidenschaftlicher und zerrte an seinem Shirt. Samu griff nach meiner Hand, schob sei zurück an seine Taille, umschlang mich mit seinen Armen und zog mich nun gänzlich auf ihn. Ich neigte ein wenig den Kopf, küsste mich zu seinem Hals, aber sofort legten sich seine Hände wieder um mein Gesicht. Er grinste und begann wieder kleine Küsse auf meinem Mundwinkel zu verteilen. Ich vergrub meine Hände tiefer in seinen Haaren und wand mich auf ihm. Samu packte mich an der Taille, rollte sich küssend auf mich und begrub mich unter sich. Er schien kein Interesse daran zu haben das hier weiter auszuweiten und ich ließ mich darauf ein und passte mich seinem Tempo an.
Eine halbe Ewigkeit lagen wir auf dem Sofa und knutschten. Immer noch dudelte leise Musik im Hintergrund und bis auf die kleine Lampe neben dem Fernseher war es dunkel im Raum. Wir lagen Bauch an Bauch, noch immer in unseren Klamotten auf der Couch. Samu hatte ein Bein zwischen meine geschoben, eine Hand lag an meinem Rücken und streichelte unaufhörlich meine Wirbelsäule entlang. Der andere Arm lag unter meinem Kopf und kraulte meinen Nacken, während er noch immer nicht aufhörte mich zu küssen. Ich hatte einen Arm um seine Taille geschlungen und zeichnete, mit meinem Zeigefinger, kleine Kreise auf seine Rippen. Der andere Arm war wahrscheinlich vor Stunden eingeschlafen, weil Samu genau in meiner Armbeuge lag und mit den tauben Fingern kämmte ich immer wieder durch die Haare an seinem Hinterkopf. Ich konnte auf den Arm verzichten, wenn dieser Abend kein Ende finden würde. Wir hatten die ganze Zeit kein Wort gesprochen und es war auch nicht unangenehm. Wir waren auf uns selbst konzentriert und viel zu reden gab es nicht mehr. 100mal hatten wir immer wieder die alten Themen aufgewärmt und es tat gut endlich mal den Kopf auszuschalten und das zu tun, was wir beide wollten und fühlten.
Vorsichtig löste ich mich von ihm und sah ihn an. Er küsste meine Nasenspitze, zog meinen Kopf in seine Brust, platzierte einen Kuss auf meiner Stirn und legte sein Kinn auf meinen Kopf. Meine Lippen fühlten sich an, als hätte ich eine Botoxbehandlung hinter mir. Meine Haut um meinen Mund herum war bestimmt knallrot und brannte leicht, weil Samus Bartstoppeln immer wieder darüber gekratzt hatte, aber auch das war mir egal. Das hier fühlte sich so wahnsinnig gut an und das erste Mal seit langem, machte sich ein Gefühl von Zufriedenheit und Ruhe in mir breit. Die letzten Wochen hatte ich unter Strom gestanden, viel gearbeitet, um mich abzulenken und viel zu wenig geschlafen, weil mich spätestens im Bett die Gedanken an Samu eingeholt und mich das ewige Grübeln wachgehalten hatte.
Und jetzt lag ich hier und vergrub meine Nase an seinem Shirt, war umhüllt von seinem Geruch und fühlte sein Herz schlagen. Als wäre es nie anders gewesen. Dieser Mann war mein Ruhepol und mein Zuhause. Das Gefühl war einfach noch immer dasselbe und um nichts in der Welt wollte ich das noch einmal aufs Spiel setzen. Das hier fühlte sich so gut an. Ich fühlte seine langen Finger, die meinen Nacken kraulten und bemerkte die Gänsehaut, die sich immer wieder auf seiner Haut abzeichnete.
„Are you okay?" brummte es vor mir.
„Mmh." Gab ich leise zurück und kuschelte mich näher an ihn.
„Ich hab das vermisst." Nuschelte ich gegen sein Shirt.
„Ich auch."
Ich merkte, dass er schluckte und ich hob meinen Kopf. Samu lehnte sich ein Stück zurück, so dass ich ihn ansehen konnte. Er lächelte leicht und ich musste grinsen.
„Are you laughing at me?"
"Mir tut das ganze Gesicht weh." Lachte ich leise.
Samu lachte kehlig auf und strich mir dir Haare aus dem Gesicht.
„Hell yes. Mine too. I'm too old for this."
Ich sah auf seinen Mund und musste wieder grinsen. Seine Lippen waren knallrot und geschwollen.
„Ich befürchte mein Mund sieht wohl aus wie deiner."
Samu grinste breit.
„No pain no gain."
"Du siehst aus als hättest du da was machen lassen." Meinte ich und fuhr mit dem Zeigefinger seine Unterlippe entlang.
„I did. Do you like it?" lachte er.
"Ganz toll. Du wirkst direkt etwas femininer. Steht dir."
Er grinste.
„Looks nice." Brummte er und küsste mich vorsichtig. „Kinda sexy."
Wieder suchte seine Zungenspitze nach meiner, stupste sie an, umzirkelte sie und seine Hand legte sich an meine Wange.
„Samu, dass ist Folter." Kicherte ich und beendete den Kuss.
Er lächelte, zog meinen Kopf wieder an seine Brust und schob seine Hand in meinen Nacken. Langsam überkam mich die Müdigkeit. Es war so schön warm und gemütlich. Hätte mich diese ganze Situation nicht fast wahnsinnig gemacht, wäre ich längst weggedämmert. Ich gähnte leise und drängte mich noch enger an ihn.
„Bist du müde?", fragte er.
„Ja. Ein wenig. Ich glaub ich muss bald mal los. Wie spät ist es."
Ich merkte, wie er seinen Kopf reckte und wusste, dass er auf die Uhr neben dem Fernseher linste.
„2 Uhr."
„Oh Gott. Wie lange liegen wir hier schon?"
„No idea."
Ich richtete mich langsam auf und küsste ihn kurz.
„Ich hab morgen frei. Alex ist mit Joonas feiern. Meine Chance mal richtig auszuschlafen."
Ich streckte mich und Samu nutzte die Gunst der Stunde und schob seine Hand nochmal unter mein Shirt, um über meinen Rücken zu streichen.
„Stay." Brummte er und sah mich an.
Unsicher blickte ich auf ihn runter.
„Du hast getrunken die wine und du bist müde. Nicht so gut, wenn du jetzt fährst mit die Auto."
Immer noch sah ich ihn an.
„Ich habe holidays. Wir können schlafen as long wir wollen und du fährst zu deine house morgen."
„Bist du dir sicher?", fragte ich unsicher.
Samu griff nach meinem Handgelenk und zog mich zu sich runter.
„Ja. Ich bin sicher."
Es folgte erneut ein langer Kuss.
„Ich schlafe much better, wenn jemand liegt neben mir." Brummte er und grinste an meinen Lippen.
„Ich will nichts überstürzen."
„Oh lady, 2 hours ago du wolltest." lachte er heiser.
Ich kniff in seinen Oberarm und piekste ihm in den Bauch. Samu zuckte zusammen, schlang die Arme um mich und zog mich dichter.
„Du kannst schlafen hier, okay?"
Ich nickte und lehnte meine Stirn an seine.
Eine halbe Stunde später kletterte ich in einem von Samu T-Shirts ins Bett, während er noch im Bad war. Ich sah mich im Schlafzimmer um. Alles war wie immer. Der Geruch, die weißen Wände, die weißen Laken und ich wusste, dass der halbe Schrank hinter den Holztüren leer war. Mein Magen zog sich fast schmerzhaft zusammen, als ich mich daran erinnerte, wie ich meine Klamotten auf dem Bett in den Koffer geräumt hatte. Das war mein letzter Moment in diesem Zimmer gewesen, nachdem wir uns hier noch einige Tage vorher hier gestritten hatten und Samu einfach zum Sport gefahren war. Die Nacht über hatte er mir den Rücken zugewandt gehabt und das war das erste Mal gewesen, dass ich das Gefühl gehabt hatte, dass wir uns voneinander entfernt hatten.
Ich zog die Decke über mich und lehnte mich an das Kopfteil des Bettes, als Samu nur in Boxershorts aus dem Bad kam. Nicht das der Anblick mich verstörte, aber nachdem wir stundenlang auf dem Sofa geknutscht hatten, ließ mich der Anblick noch weniger kalt, als sonst.
Er kroch neben mir unter die Decke, schaltete sein Handy aus und legte es auf den Nachtisch. Samu rutschte mit dem Kopf auf das Kissen und drehte sich zu mir. Er streckte einen Arm lang aus und hob die Decke an. Ich robbte zu ihm rüber und kaum hatte ich meinen Kopf auf seinen Arm gelegt, zog er mich auch schon dichter, schob seine Hand an meinen Bauch und verkroch sich mit der Nase an meinen Nacken. Sein Atmen flog über meine Schulter und er verteilte kleine Küsse hinter meinem Ohr.
„Gute Nacht, Miss pretty face." Brummte er an meinem Ohr. Er schmiegte sich dichter an mich und schlief noch vor mir ein.
Als ich aufwachte war Samu schon wach. Er lag noch immer hinter mir, hatte seine Arme um meinen Körper gewickelt, seine Füße zwischen meine gesteckt und rührte sich nicht.
Langsam drehte ich mich zu ihm um und vergrub mein Gesicht an seiner Brust.
„Wie spät ist es?" fragte ich halb unter der Decke.
„11." Meinte er heiser und räusperte sich.
„Hast du gut geschlafen?"
Ich schob meine Hand an seinen Rücken und strich seine Wirbel entlang. Sofort fühlte ich die Gänsehaut unter meinen Fingerkuppen und musste lächeln.
„Like a baby."
Als ich den Kopf hob und blinzelte sah ich in Samus verschlafenes Gesicht. Er lächelte und ich konzentrierte mich darauf seine Augen unter dem langen Pony freizulegen. Er pustete sich einige Strähnen aus dem Gesicht und küsste mich zärtlich.
„Willst du Frühstück."
Ich schüttelte den Kopf.
„Nur Kaffee."
„Good, weil ich habe nicht eingekauft." Lachte er.
Noch einmal legte er seine Lippen auf meine, wühlte sich aus der Decke, setzte sich auf die Bettkante und streckte sich ausgiebig. Ich hätte mich gern gezwungen wegzusehen, aber es war wie ein Unfall. Ich lugte und der Decke hervor und beobachtete das Muskelspiel seines Rückens. Samu griff nach einem hellgrauen Muskelshirt, dass über dem Sessel in der Ecke lag, zog es über und verwand kurz im Bad.
„Ich mache Kaffee. You can take a shower, if you want."
"Ich dusche zu Hause. Ich muss ja auch gucken, ob Alex noch lebt und bringe ihm von unterwegs ein Katerfrühstück mit."
„Okay. Take your time."
Nach einer kurzen Katzenwäsche tauchte ich, in den Klamotten vom Vortag, in der Küche auf. Ich band mir die Haare zu einem Dutt und griff nach dem Kaffeebecher, den Samu auf die Kochinsel gestellt hatte. Er lehnte mit den Unterarmen auf dem Küchentresen, trank einen Schluck und tippte auf seinem Handy rum. Ich ging zu ihm rüber, stellte meinen Becher zurück und umarmte seinen Hals. Ich hauchte kleine Küsse in seinen Nacken und er lehnte den Kopf in meine Richtung und brummte.
„Danke für den schönen Abend und eine schöne Nacht." Flüsterte ich.
„My pleasure." Meinte er, als er den Kopf zu mir drehte und meine Wange küsste.
Wir unterhielten uns noch eine Weile in der Küche. Samu wollte mit Riku mit dem Boot rausfahren und später essen gehen. Er brachte mich zur Tür und küsste mich noch einmal innig, als ich mich verabschiedete.
„Wir sehen uns, okay?" fragte er an meinen Lippen.
Ich nickte, umarmte ihn nochmal und ging dann zum Auto.
Die ganze Rückfahrt bekam ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Es fühlte sich an wie am Anfang unserer Beziehung. Als hätten wir uns gerade erst kennengelernt. Aber wir waren viel vertrauter miteinander. Die Gefühle waren ganz anders als sie gewesen waren und ich freute mich ungemein darauf ihn wiederzusehen.
Ich hielt unterwegs an einer Pizzeria und besorgte eine Salamipizza für den, höchstwahrscheinlich, verkaterten Alex.
Als ich die Tür aufschloss war es totenstill im Haus. Entweder schlief er noch oder er war gar nicht nach Hause gekommen. Ich stellte den Pizzakarton auf dem Küchentresen ab und kochte mir noch einen Kaffee. Ganz wach war ich noch nicht. Mein Körper war so viel Schlaf gar nicht mehr gewohnt, aber ich fühlte mich herrlich entspannt. Die ganzen Sorgen waren auf einmal wie weggeblasen und ich brannte darauf Alex von meinem Abend zu erzählen. Ich klapperte absichtlich etwas lauter in der Küche herum, als ich endlich das Tapsen von nackten Füßen auf dem Holzboden im Flur hörte.
„Du siehst aus wie „The walking dead"." Lachte ich.
„Ssssssht. Nicht so laut." Brummte er und streckte sich.
Seine Haare standen in alle Richtungen, er trug Boxershorts und ein dunkelblaues T-Shirt und schielte auf den Pizzakarton.
„Ja, die ist für dich. Aspirin liegen oben links im Schrank. Cola steht im Kühlschrank."
„Ich liebe dich." Grinste er, küsste meine Wange und wühlte die Tabletten aus dem Küchenschrank.
„Was sehe ich denn da: kein Make Up. Die Hose wolltest du gestern schon anziehen. Zerzauste Haare. Hast du unten gelegen?"
Ich boxte ihm gegen den Arm und lachte.
„Ich hatte einen sehr schönen Abend."
„Und eine schöne Nacht, wie ich denke."
„Auch die, aber nicht wie du denkst."
„Das heißt?", fragte er, klappte den Pizzakarton auf und fischte ein Stück heraus. Alex lehnte sich an den Tresen und biss genüsslich in den Teig.
„Wir haben uns gut unterhalten. Es war irgendwie auf einmal wie immer. Sehr entspannt. Wir haben viel gelacht und uns geküsst. Mehr nicht."
Alex grinste.
„Ich wollte heute Nacht nach Hause fahren, aber ich hatte Wein getrunken und war müde. Samu bat mich zu bleiben. Es war irgendwie verrückt wieder in diesem Bett zu liegen. Aber auch schön."
Ich lächelte und trank noch einen Schluck meines Kaffees.
„Der Abends war wirklich schön."
„Mein Abend war auch ereignisreich. Ich weiß gar nicht mehr, wo wir überall waren. Am Ende waren wir auf einem Konzert. Da war son Mädchen, die ständig rübergeschielt hat. Ich hab sie auf nen Drink eingeladen und wir haben uns ganz gut unterhalten. Naja und dann...". Ich hörte ein poltern im Gästezimmer.
Ich sah in den Flur.
„Alex, das ist nicht dein Ernst!"
Er grinste schief.
„Naja. Das war anders geplant, aber sie wohnt mit ner Freundin zusammen und ich hatte irgendwie gehofft, dass du nicht nach Hause kommst. Und als wir hier ankamen, warst du nicht da."
„Du schleppst mir hier irgendwelche One Night Stands an? Muss das sein?"
„Gönn mir doch auch mal ein wenig Spaß. Die Tage hier waren anstrengend. Das war sie übrigens auch. Ich dachte das wäre einfacher, aber ich dachte schon ich hätte das letzte Jungfernhäutchen von Finnland gefunden, so wie die sich hat bitten lassen."
„Du bist eklig. Ich will das gar nicht wissen."
„Hey. Das ist fast so als würdest du einen Yeti finden. Oder ein Einhorn."
„Alex! Bitte! Muss das hier sein? Was wäre gewesen, wenn ich zu Hause gewesen wäre?"
Er zuckte die Schultern.
„Dann wären wir eben leiser gewesen."
Ich rollte die Augen.
„Denk nicht, ich serviere der jetzt noch ein Frühstück. Nicht mal ich hatte in diesem Haus bisher Sex. Vielen Dank auch."
Alex grinste immer noch und biss in das nächste Stück Pizza.
„Ich glaub nicht, dass sie Frühstück will. So wie ich baggern musste, dass sie mit mir ins Taxi steigt, ist die gerade aufgewacht und denkt sich „Oh mein Gott, was hab ich getan." Die ist sicher so eine Rauschleicherin."
Er lachte und stopfte weiter Pizza in sich herein.
Von Schleichen war keine Rede. Es rumpelte noch einmal im Gästezimmer und wir hörten Absätze über den Boden klappern. Wir sahen den Flur hinunter und ich erkannte eine Frau, die sich mehr den Gang hinuntertastete, als lief. Sie hielt sich an der Wand fest, strich sich schnaufend die langen, blonden Haare aus dem Gesicht und blickte auf. Ich hielt die Luft an. Das durfte nicht wahr sein.
Vivianne sah mich verwirrt und eindeutig erschrocken an, schnaufte nochmal, stöckelte sichtlich nervös an der Küchentür vorbei und murmelte ein „Sorry", als sie aus meinem Blickfeld verschwand und ich die Tür ins Schloss fallen hörte.
Alex lachte leise und sah mich von der Seite an.
„Also gestern Abend sah sie noch besser aus."
Entgeistert blickte ich zu ihm rüber.
„Dir ist klar, dass wir jetzt richtig in der Scheiße sitzen?"
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Heimkehr
FanfictionSamu & Sophia Teil 3. Fortsetzung von "Von der Muse geküsst" und "Klimawandel". Inklusive der beiden OS in meinem Account zu finden. Nach Sophias Rückkehr nach Los Angeles scheint die Trennung von Samu endgültig. Wäre da nicht noch etwas, was sie in...
