Den Abend verbrachte ich mit Alex, Mina, Chris und seiner Familie. Mit der Zeit waren ein paar seiner Freunde eingetrudelt und Alex war damit beschäftigt ihnen alles zu zeigen, was er auf der Tour jeden Abend so gemacht hatte und schwelgte in Erinnerungen. Kurz bevor Niila auf die Bühne kam, nahmen wir unsere Plätze auf der Tribüne neben der Bühne ein und ich versorgte uns mit Getränken. Mina saß neben Alex hinter den Monitoren und machte Bilder. Chris und seine Eltern gingen nach Niilas Auftritt nochmal zu den beiden runter und unterhielten sich angeregt. Bevor die Show anfing und Chris zurückkam, stand ich nochmal auf und verschwand hinter der Bühne. Die Band stand bereits zusammen und das Orchester nahm die Plätze hinter dem Vorhang ein.
„Hey!" meinte ich und stieß Samu mit der Schulter an.
Er sah zu mir runter und lächelte.
„Viel Glück für heute Abend."
„Thank you."
„Bist du nervös?"
„A bit. Ja."
„Wir sitzen hier vorne an der Seite." Sagte ich und deutete auf die Tribüne.
„I know. Ich habe gesehen."
Irgendjemand rief, dass es losgehen würde und Samu griff intuitiv nach seinem Gitarrenhals.
„Bis später."
Er nickte und grinste.
„Bis später."
Er setzte schon zum Gehen an, als ich ihm nachsah und nach ihm rief. Samu blieb stehen und sah mich überrascht an, als ich ihm hinter kam und meine Arme um seinen Hüfte schlang. Er drückte mich und vergrub seine Nase an meinem Hals. Ich sah Sami am Bühnenaufgang stehen und grinsen.
„Viel Spaß!" flüsterte ich an seinem Ohr und merkte, wie Samu über meinen Rücken strich und sehr bewusst mit seiner Nase an meinem Hals entlangfuhr, als er sich von mir löste.
Er zwinkerte und ging die Stufen zur Bühne hoch, als ich zurück zu meinem Platz lief und mich neben Christopher setzte. Ich ließ mich seufzend in die Lehne sinken und sah zur Bühne. Heute war alles anders. Wieder. Anders als den Abend zuvor. Heute konnte ich es genießen und auf jede Note und auf jedes Wort hören. Ich wusste, was mich erwartete. Keine Überraschungen mehr. Keine Eingewöhnung. Vielleicht hätte ich mir vorher eine Show ansehen sollen, aber soweit war ich nicht gewesen. Hätte ich hier vorher gesessen, ich wäre nicht bis zum Ende der Tour geblieben. Mit diesen ganzen Steinen, die Samu und mir im Weg gelegen hatten, war für mich einfach nicht der richtige Moment gewesen, hier im Publikum zu sitzen. Jetzt war das anders. Ein wenig wehmütig war ich trotzdem.
Immer wieder sah er in unsere Richtung, lächelte und hatte sichtlich Spaß. Die Stimmung in der Halle war toll und auch Chris und seine Eltern genossen die Show in vollen Zügen.
Als Samu am Ende vor dem runtergezogenen Vorhang stand und „Hollywood Hills" anstimmte erdrückte es mich nicht mehr. Chris sag neben mir laut mit, aber das hörte ich gar nicht. In diesem Moment gab es nur Samu und mich. Uns und unsere Geschichte und das, was daraus geworden war. Und das war okay. Es war schön den Song zu hören und es war schön zu wissen, dass in seinem Kopf derselbe Film ablief. In diesem Raum waren so viele Menschen und vielleicht hatte jeder dieser Leute eine eigene Geschichte zu diesem Song oder eine Erinnerung daran. Aber keiner von all diesen Leuten wusste, wie es wirklich gewesen war und was für Bilder dieser Text in unsere Köpfe zeichnete. Vielleicht war es das schönste Geschenk, das er mir machen konnte und das mir jemals jemand gemacht hatte und egal, wo wir vielleicht in 10 Jahren stehen würden oder wie wir zueinander stehen würden, das hier würde bleiben.
Als der Song zu Ende war, ertönte lauter Beifall. Samu ließ sich auf die Knie fallen und auch die Band war sichtlich gerührt nach diesem letzten Song der Tour. Sie verabschiedeten sich vom Publikum und die ersten Leute verließen die Halle.
Alex' Eltern gingen zu ihrem Sohn runter und Chris blieb noch neben mir sitzen und sah mit mir zu, wie die Menge aus der Konzerthalle strömte.
„Erzähl mir nochmal, dass da nichts mehr läuft." Meinte er und grinste. „Denkst du ich bin blöd? Ich kenne die Story dieses Songs. Du hast es mir erzählt, Alex hat es mir erzählt. Ich habe ihn das erste Mal bei euch im Studio gehört. Ich sehe diese Blicke zwischen euch und egal wie sehr ihr euch einredet, dass das Ding durch ist, das ist es nicht."
Ich sagte gar nichts und sah weiter zu, wie die Menschen durch die Stuhlreihen wanderten.
„Weißt du, bevor Ilka und ich uns damals getrennt haben, weil sie nach Australien wollte, ging es mir ähnlich. Wir haben uns immer wieder bis aufs Blut gestritten und waren nicht immer nett zueinander. Ich habe mich noch niemals mit jemandem so sehr gestritten wie mit ihr und ich habe niemals jemanden so sehr geliebt wie sie. Und ich wollte einfach immer mehr und immer mehr und ihr ging es ähnlich. Daran sind wir letztendlich gescheitert. Über ein Jahr habe ich mir Vorwürfe gemacht, dass ich sie nicht aufgehalten haben zu gehen. Ich weiß, dass sie geblieben wäre, wenn ich es nur gesagt hätte. Aber ich habe gedacht, dass es nichts bringt. Wir würden 2 Wochen überleben, Besserung geloben und wären wieder gescheitert. Davon war ich überzeugt. Deshalb habe ich sie gehen lassen. Heute weiß ich, was wir damals verkehrt gemacht haben und die Distanz hat da viel Einsicht gebracht. Du und Samu habt den Vorteil, dass ihr das jetzt schon wisst. Also entweder pack deine Koffer und hau ab nach LA und komm einfach nie wieder oder fahr morgen nach Hause."
„Sag mal, über was reden du uns Alex eigentlich nicht?"
„Alex kann mehr in eure Köpfe gucken, als dir vielleicht lieb ist. Aber er will auch nicht derjenige sein, der da den Stein ins Rollen bringt. Der hat auch ganz schön was mitgemacht. Als wäre er die dritte Person in dieser Beziehung gewesen. Das hat den ganz schön abgefuckt. Der will da nicht nochmal drinstecken. Alex war fix und fertig, als er gemerkt hat, dass er auf Mina steht und sie Interesse an ihm hat. Er mag Samu und ich schwöre dir, er hätte sie nie wieder mit dem Hintern angeguckt, hätte Samu ihm nicht gesagt, dass alles in Ordnung sei. Ich weiß, dass er sich Sorgen macht, dass er nach LA geht und du wieder wie ein Zombie vor der Tür stehst, aber er will auch nicht in Helsinki bleiben. Er hat mit Samu geredet. Über dich."
Ich sah überrascht auf.
„Was?"
Chris nickte.
„Er würde dir das nicht sagen. Aber so wie ich hier mitkriege, dass da bei euch noch immer irgendwas ist, so hat das auch Alex bemerkt."
„Ich hab ihm gesagt, dass er sich nicht einmischen soll." Meinte ich.
„Wenn er sich keine Sorgen machen würde, würde er das nicht tun. Hör auf dir selbst in die Tasche zu lügen! Wenn du den Kerl da vorne liebst, dann ist es so. Und wenn ihr euch 30mal die Köpfe einhauen musstet, um zufrieden zu sein und daraus zu lernen, dann ist es halt so."
„Christopher", stöhnte ich genervt, „Samu und ich haben darüber geredet."
„Und dann im selben Bett geschlafen."
„Ja, aber das ist auch schon das Ende der Geschichte."
Er lachte.
„Nein. Das ist der Anfang."
Ich schüttelte den Kopf.
„Ich werde das nicht nochmal riskieren. Ich kann nicht mehr und ich will auch nicht mehr."
„Dann geh zurück nach LA."
„Ich will das Studio nicht aufgeben. Noch nicht. Außerdem gefällt es mir in Helsinki. Ich hab das Gefühl dort mehr zur Ruhe zu kommen, als in LA. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, dass ich so produktiv gearbeitet habe, wie in der Zeit in Finnland."
„Ja, weil's dir beschissen ging. What's bad for your heart, is good for your art. Ein schlauer, ziemlich gutaussehender und talentierter Typ hat sich das mal tätowieren lassen." Grinste er und deutete mit dem Kopf runter zu Alex. „Du willst das Studio nicht aufgeben. Noch nicht? Rieche ich da einen Plan B? Damit hörst du nie auf oder?"
„Das ist kein Plan B. Ich habe gesagt, ich bleibe den Sommer über in Helsinki und Alex würde mir den Kopf abreißen, wenn ich einfach alles hinwerfe, was wir aufgebaut haben."
„Aber es gab doch schon einmal den Plan für ein zweites Studio in LA."
„Ja."
„Und den gibt es auch noch immer?"
„Natürlich habe ich das im Hinterkopf."
„Du musst dich entscheiden, was du willst."
„Ich will eigentlich in Finnland bleiben, aber ich weiß, dass ich das nicht kann, wenn Samu um mich herumschwirrt. Bis gestern dachte ich, das würde gehen."
„Weil da noch was ist."
„Da wird immer etwas sein."
„Uuuuuuuh....Einsicht." machte er und sah mich ernst an.
„Das weiß ich erst seit letzter Nacht. Aber ich weiß trotzdem, dass ich es nicht mehr drauf ankommen lassen werde. Es geht mir endlich wieder besser und ich will nicht nochmal von vorn anfangen. Ich will mich nicht nochmal vom Boden aufsammeln und Samu will das auch nicht."
„Ich glaube er ist da etwas mutiger."
„Das ist er, aber das ist egal. Ich will nicht mehr. Ich fliege morgen nach Helsinki und werde in den 3 Monaten sehen, wie ich klarkomme und eigentlich bin ich sehr guter Dinge, dass ich mit dieser Tour einen wichtigen Schritt gemacht habe. Ich weiß, was ich will, wohin ich will und konnte mich mit Samu aussprechen. Das ist ein schöner Abschluss. Aber das heißt nicht, dass ich morgen vor seiner Tür stehe und da weitermache, wo ich aufgehört habe. Ich will etwas Neues."
„Ich drücke dir die Daumen und hoffe, dass du das nicht eines Tages bereuen wirst."
„Bereust du es? Das du Ilka nicht aufgehalten hast?"
„Nicht mehr. Wie ich sagte: Wir waren damals nicht soweit. Trinken wir noch was mit den anderen?"
Ich nickte und wir gingen runter.
Nachdem das Publikum die Halle verlassen hatte und die Band und das Orchester frisch geduscht ihre Koffer in die Flur geschoben hatten, fanden wir uns alle im Cateringbereich ein. Ich saß mit Alex, Sami und Chris an einem Tisch, trank Bier und unterhielt mich. Wirklich in Feierlaune war ich nicht. Ich war müde und das Gespräch mit Chris hatte mich nachdenklich gemacht. Ich war nicht sauer, dass Alex mit Samu gesprochen hatte und ich verstand, dass er uns beide nicht unbedingt gern in unseren alten Rollen wiedersehen wollte. Diese Zweifel hatte er mir gegenüber ja auch geäußert, also warum nicht auch bei Samu. Das Samu da mutiger war, hatte er bewiesen, als er mich gestern Nacht in seine Koje gezogen hatte. Er ließ sich, nach wie vor, nur von seinen Gefühlen leiten und es war schön zu sehen, dass er anscheinend wieder bei sich angekommen war. Lange Zeit war das nicht so gewesen. Meine Alarmsirenen funktionierten anscheinend auch wieder und so war das alles doch nicht umsonst gewesen. Ich stand vom Tisch auf und verabschiedete mich von Alex' Eltern.
„Willst du schon gehen?", fragte er überrascht.
„Ja. Ich bin müde. Aber ihr könnt gern einen für mich mittrinken."
„Das tun wir!" lachte Chris, stand auf und nahm mich in den Arm.
„Mach's gut, Turtle. Wir sehen uns."
„Das machen wir. Pass auf dich auf."
„Du auch."
„Wir sehen uns morgen früh." Meinte ich zu Alex und winkte Sami zu, der auch protestierte, dass ich gehen wollte.
Auf dem Weg zur Hintertür lief ich Samu in die Arme, der gerade vom Rauchen reinkam und eine Bierflasche öffnete.
„Leaving?"
Ich nickte.
„Ich bin hundemüde."
„I thought wir trinken noch etwas zusammen."
„Ein andern Mal. Wir sehen uns morgen."
Er sah auf mich runter und wirkte enttäuscht.
„Okay. Dann... schlaf gut." Brummte er und zog mich in eine Umarmung.
„Du auch." Flüsterte ich, schlang die Arme um ihn und schloss die Augen.
Wieder vergrub er sein Gesicht an meinem Hals. Ich fühlte seinen Atem an meiner Haut und seine Hände an meinem Rücken. Dieses Gefühl, sein Geruch, sein Körper. Alles das fühlte sich an wie immer und egal, wie schön das war. Es machte mir Angst.
„Bis morgen." Meinte ich leise.
Er entließ mich aus der Umarmung und nickte.
Ich hatte mir ein Taxi zum Hotel genommen, war duschen gegangen und hatte mich direkt unter die Decke verzogen. Morgen würde ich zurück nach Helsinki fliegen. Vor ein paar Monaten war das undenkbar gewesen, aber nun freute ich mich ein wenig. Ich war gespannt, wie es sich anfühlen würde und ich freute mich darauf Joonas wiederzusehen und einfach 3 Monate lang Zeit für mich zu haben, bevor die Arbeit wieder losging.
Mitten in der Nacht riss mich ein lautes Klopfen aus dem Schlaf. Erst dachte ich noch ich hätte mich verhört, doch es klopfte wieder. Ich wühlte mich aus meiner Decke, schaltete die Nachtischlampe an und schlurfte in meinem Schlafshirt zur Tür. Als ich öffnete, lehnte ein ziemlich betrunkener Samu im Türrahmen und grinste mich an.
"After the show it's the afterparty, then,
After the party it's the hotel lobby, then
After the .... Lalalalala.... I forgot the words...Fiesta Fiesta" (*) sang er, tänzelte an mir vorbei ins Zimmer, warf seine Bomberjacke über den Stuhl und stellte die leere Bierflasche auf den kleinen Tisch zwischen zwei Sesseln.
"Samuuuu, ich hab schon geschlafen." Stöhnte ich.
„And you missed everything." Meinte er vorwurfsvoll, musste aber trotzdem grinsen und zog das weiße Shirt unter dem Jeanshemd hervor und die graue Jogginghose ein Stück hoch.
„Und du bist gekommen, um mir davon zu berichten?", fragte ich und fuhr mir mit beiden Händen durch die Haare. „Kannst du mir das nicht morgen erzählen?"
„Die Abend war wirklich schön."
„Das freut mich für euch." Sagte ich und schloss die Tür, da er anscheinend erstmal nicht gehen wollte.
„Die concert war geil und die party war geil. I really enjoyed it."
Ich nickte und musste lachen.
„And I really like Chris."
"Ich hab ja gesagt er ist ein guter Kerl."
„Ja. He's funny."
„Ich weiß."
„Er hat mir erzählt von seine Job und seine Bar. He invited us, to have a drink there. Vielleicht ich mache during summer."
"Da freut er sich bestimmt. Alex wird sicher auch gern mitkommen."
„Alex is in LA mit Mina. Love stuff. No time for drinks with Samu. Maybe I'll ask Sami to join me. Du kannst kommen auch."
Wieder musste ich lachen.
"Das muss ich aber nicht mehr heute Nacht entscheiden oder?"
„No. Ich bin nicht so sure, if I'll remember this tomorrow." lachte er. "But I have his number. I'll call him then. He really likes you."
"Ich weiß. Wir kennen uns auch schon lange."
„I asked him, if you and him... you know." Er schnalzte zweimal mit der Zunge. „If you only have been friends. It looked different to me."
Ich grinste.
„Und, was hat er gesagt?"
„Something about, dass er wollte eine marriage with you, but Alex was against it and crazy stuff. Basically he said, that you guys were not dating. You never told me about him. Ich habe nicht gewusst, dass ihr seid so close."
„Naja, das hat sich nie ergeben, dass ihr euch trefft. Christopher ist nur ein Mal im Jahr zu uns gekommen für ein paar Wochen. Manchmal auch ein zweites Mal, wenn er Zeit hatte. Ich habe meistens nur über Alex von ihm gehört, aber wenn wir uns gesehen haben, war es eigentlich immer, als wäre es erst Tage her, dass wir zusammen am Strand gewesen sind. Wenn da mal mehr gewesen wäre, hättest du es gewusst. Aber können wir da nicht morgen drüber reden? Ich will wieder ins Bett."
„Ja. Sorry. Ich bin noch eine bit exited."
Er nahm seine Jacke und umarmte mich wieder. Schon wieder. Schon wieder dieses Gefühl. Schon wieder sein Atem an meiner Haut. Sein Geruch paarte sich mit kaltem Rauch und Alkohol, aber diese kleine bekannte und vertraute Nuance ließ sich nicht unterdrücken. Samu strich über meine Haare und umarmte mich fester.
„Ich bin really happy, dass du warst mit uns auf diese Tour."
„Ich auch." Sagte ich leise, vergrub mein Gesicht an seiner Halsbeuge und schloss die Augen.
„Es ist gut, dass wir haben geredet uber alles und ich bin sehr happy, dass du warst at the show tonight."
„Ich fand's auch schön."
„I like the thought, dass du hast dieselbe Ding in deine Kopf, wenn du hörst einige von die Songs."
„Ich auch." Meinte ich.
„What will happen at home?"
"Was meinst du?"
"Wie wir machen das in Helsinki?", fragte er leise.
„Ich weiß es nicht." Flüsterte ich und fühlte wie er mit seiner Hand meine Wirbelsäule hochstrich.
„Wir trinken Kaffee, writing songs and then? Handshake and back home?"
"Ich glaube es ist ganz gut, wenn jeder erstmal wieder zu Hause ankommt und dann sehen wir weiter."
„Mmh." Brummte er und strich mit seiner Nase meinen Hals entlang. Ich merkte, wie ich aufhörte zu atmen und griff mit einer Hand in den Stoff seines Jeanshemdes an seinem Rücken.
„Ich will nicht in meine hotel room. It's so calm there. Lonely stuff."
Wieder strich seine Hand meinen Rücken hinunter, schob sich unter mein Shirt und stich nur mit den Fingerspitzen meinen Rücken wieder hinauf. Wie er es heute Morgen getan hatte. Wie er es immer tat, wenn er etwas anderes suchte als Freundschaft oder den kläglichen Versuch davon.
„Tu das nicht!" sagte ich flüsternd.
„Maybe we could have our own little party here." sagte er an meinem Ohr und noch bevor ich reagieren konnte, fuhren seine Lippen meinen Hals entlang und schickte eine Gänsehaut über meinen Körper. Wie ausversehen. Als wäre das nur zufällig passiert. Und kurz glaubte ich das auch. Aber die Worte waren zu eindeutig für irgendwelche Zufälle.
„Samu, nein." Flüsterte ich, hielt ihn aber nicht ab, als er mich Richtung Wand lenkte, bis ich die Kälte an meinen Schultern fühlte, seine Hand unter meinem Shirt hervorzog, die Jacke zu Boden fallen ließ und seine Arme neben meinem Kopf an die Wand lehnte
Ich sah zu ihm hoch und ich kannte diesen Blick, mit dem er mich ansah. Dieser Blick von dem er wusste, dass mein Herz aussetzte, mein Atem stoppte und von dem mein ganzer Körper zu kribbeln anfing. Er küsste meine Schläfe, lehnte sich gegen mich, bis kein Stück Papier mehr zwischen uns gepasst hätte und strich mit seiner Nase an meiner entlang. Eingerahmt von seinen Armen und seinem Gesicht, hatte ich den Kopf in den Nacken gelegt, hielt die vorderen Enden seines Hemdes in der Hand und schloss die Augen.
„Du bist betrunken." Sagte ich leise.
Er ignorierte meinen fast stummen Protest und legte seine Stirn an meine. Ich fühlte seinen Atem an meinem Gesicht und seine Lippen waren nur Millimeter von meinen entfernt.
„Tell me I should go and I will." Wisperte er und kam mir dabei so nahe, dass seine Lippen beim Sprechen meine streiften.
Samu legte den Kopf schief, sah mich dunkel an und strich wieder an meiner Nase entlang.
„Tell me!" flüsterte er an meinen Lippen. „Tell me, that you don't want this!"
„Du bist betrunken." Sagte ich wieder und fokussierte seinen Mund.
„I know."
„Du willst das hier nicht."
„I do." meinte er. „I wanted it already an diese morning. So I'm waiting right here, bis du sagst zu mir, what you want."
Meine Hände krallten sich an die Enden des Hemdes und ich sah ihn wieder an.
„Come on! Tell me!" wieder berührte er meine Lippen wie zufällig mit seinen. Ich war mir nicht sicher, ob ich mir das nur einbildete, weil mein gesamter Körper danach schrie ihn zu küssen und ihm dieses verdammte Hemd auszuziehen und nicht darüber nachzudenken was morgen war. Und genau das war der Unterschied zwischen uns. Ich konnte nicht beiseiteschieben, was morgen wäre. Samu konnte das. Er tat was er in dem Moment wollte. Wie ein Kind. Mit dem einzigen Unterschied, dass er um die Konsequenzen wusste, aber beschloss diese später anzugehen. Das es dann vielleicht zu spät war, bedachte er nicht. Das es das nicht wert war auch nicht. Das Hier und Jetzt zählte und nicht das Gestern, Vorgestern oder Übermorgen in drei Wochen.
Meinem Körper war es mittlerweile ziemlich egal, ob wir Heute oder Gestern hatten. Samus Wärme ging auf mich über und das Blut schoss in rasender Geschwindigkeit durch meine Venen. Meine Knie zitterten, ich atmete immer flacher, während Samu eher darauf bedacht war seinen Atem im erhöhten Tempo über meinen Hals und mein Gesicht fliegen zu lassen. So fühlte sich also das Kaninchen vor der Schlange. Nicht bewegen, nicht atmen, nicht anfassen. Nochmal neigte er den Kopf zur Seite, sah auf meine Lippen, strich mit seiner Nase an meinem Kiefer entlang und er keuchte leise als er mich noch enger an die Wand presste.
„Samu." Flüsterte ich und sah wie ein kleines Lächeln über sein Gesicht huschte, als er wieder vor meinen Lippen Halt machte.
„Just tell me, that you don't feel this and I'll be gone."
Nein, ich bildete es mir nicht ein. Seine Lippen berührten meine und das war kein Zufall. Ich schloss die Augen, atmete ruhig aus und ließ sein Hemd los.
„Ich kann das nicht!"
Als ich die Augen öffnete, sah er mich ausdruckslos an, biss die Lippen aufeinander und stieß sich von der Wand ab. Ich sah, dass seine Kieferknochen mahlte, als er sich darauf fokussiert seine Jacke vom Boden aufzuheben und sprach kein Wort, als er die Zimmertür hinter sich zuschlug.
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(*) R Kelly feat Jay z - Fiesta
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Heimkehr
FanfictionSamu & Sophia Teil 3. Fortsetzung von "Von der Muse geküsst" und "Klimawandel". Inklusive der beiden OS in meinem Account zu finden. Nach Sophias Rückkehr nach Los Angeles scheint die Trennung von Samu endgültig. Wäre da nicht noch etwas, was sie in...