„Soll ich mir jetzt nen anderen Job suchen?"
„Lies!" Sami klopfte mir auf die Schulter und verschwand im Flur. Dann hörte ich die Haustür zuschnappen.
Ich nahm die Zeitung hoch und las die Stellenanzeige.
„Wir suchen einen Tontechniker für unser Tonstudio in Helsinki
Aufgaben:
– Erstellung/ kreative Bearbeitung des Ton Zuspielmaterials in enger Abstimmung mit dem künstlerischen Team
– Anfertigung von Vorstellungsdokumentationen
-- Mikrophoning
– Pflege/Reparatur/Bestandskontrolle des tontechnischen Materials
– Unterstützung der anderen Gewerke
Voraussetzungen:
Erfahrung als Tontechniker/in am FOH-Pult und beim Erstellen von Tonaufnahmen/Zuspielungen
– Kenntnisse in der Beschallungstechnik
– künstlerisches und musikalisches Einfühlungsvermögen
– Bereitschaft sich als Teil eines Teams zu verstehen
– EDV-Kenntnisse erwünscht (Audiosoftware (Melodine, Autotunes & Midi))
– selbstständiges, lösungsorientiertes Arbeiten
– Höchstmaß an Zuverlässigkeit, Flexibilität, sowie die Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten (Arbeiten an Wochenenden, Feiertagen, Nachtarbeit)
-- Eventuelle Reisebereitschaft (in erster Linie international)"
Darunter stand eine finnische Handynummer, die Adresse des Studios und Sophias Name.
Nochmal las ich die Adresse. Das war das Studio. DAS Studio. Sophia war hier? In Helsinki? Das Studio war eröffnet?
Ich lies die Zeitung auf meinen Teller fallen und konnte es nicht glauben. Davon hatte sie nichts gesagt. Wann auch? Ich hatte sie nicht zu Wort kommen lassen und beim zweiten Anlauf jede Form der Kommunikation im Keim erstickt. Sie war hier. Sophia war hier. Sie war nicht nach LA zurückgegangen. Die ganze Zeit hatte ich fest damit gerechnet, dass sie längst in den USA war, aber sie war hiergeblieben. Warum? Das Studio zu verkaufen wäre keine große Nummer gewesen. Ein Makler wäre das Ding locker zum selben Preis, wenn nicht sogar für mehr, in kürzester Zeit losgeworden. Sophia hatte einen guten Preis bekommen, weil der vorherige Besitzer des Cafés, das sich darin befunden hatte, schnell loswerden wollte, weil er flüssig sein musste und schon kurz danach ausgewandert war. Warum war sie hier geblieben? Das änderte alles für mich. Ich wollte ihr nicht morgens beim Brötchenholen über den Weg laufen. Ich war realistisch. Wenn sich dieses Studio hier etablierte, was es sicher tun würde, wäre es nur eine Frage der Zeit, bis wir uns auf diversen Veranstaltungen über den Weg laufen würden. Die Gefahr ihr auch beruflich über den Weg zu laufen war also groß. Hatte ich nach Samis Worten kurzfristig darüber nachgedacht, ihr eine E-Mail zu schreiben, wo ich mich erklärte und mich für die Sache in Berlin entschuldigte, rückte die Idee in weite Ferne. Wenn sie wirklich hier war, dann musste ich mit ihr reden. Ob ich wollte oder nicht. Ich hatte großen Mist gebaut und konnte nicht riskieren unter den jetzigen Umständen ihren Weg zu kreuzen. Über kurz oder lang würde es Probleme geben können und ich wollte mich wenigstens nicht hier in Helsinki, meinem Zuhause, vor einer solchen Situation verstecken. Ich stellte die Lebensmittel in den Kühlschrank, rauchte eine Zigarette auf der Terrasse und ging duschen.
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Ich saß schon den ganzen Vormittag hochkonzentriert an einigen Tracks, die Alex mir gemailt hatte, bereitete die ersten Aufnahmen für die nächste Woche vor, beantwortete Anrufe wegen der ausgeschriebenen Stelle für einen Tontechniker und suchte die ersten Unterlagen für die Buchhaltung zusammen.
Gerade war ich in eine von Alex Aufnahmen vertieft und hatte Kopfhörer auf, als die kleine Lampe gegenüber an der Wand aufleuchtete und mir signalisierte, dass jemand geklingelt hatte. Ich schaltete die Musik ab, legte die Kopfhörer aufs Pult, drückte den Summer und öffnete die Tür zum Aufenthaltsraum. Ich ging um die Ecke und blieb wie angewurzelt in der offenen Küche stehen. Samu stand im Vorraum und sah sich um. Ich traute meinen Augen nicht. Was wollte er hier? Er sah mich an und in seinem Blick erkannte ich nicht viel. Er schien etwas unsicher zu sein und wirkte an sich ruhig.
„Hey." Brummte er und strich seine Haare nach hinten, die sofort wieder den Weg in sein Gesicht suchten.
„Hey." Gab ich leise zurück und ging ein Stück weiter in den Aufenthaltsbereich.
Samu trug blaue destroyed Jeans, weiße Chucks und ein hellgraues T-Shirt mit V-Ausschnitt. Er steckte gerade seinen Autoschlüssel in die Hosentasche und hielt einen Strauß Blumen in der Hand. Nervös blieb ich mit einigem Sicherheitsabstand vor ihm stehen und lehnte mich an den Küchentresen.
„Störe ich?", fragte er.
„Ähm. Nein. Ich arbeite gerade an ein paar Songs von Alex."
„Ich habe gesehen die Anzeige in die newspapers." Druckste er herum und sah auf seine Schuhe.
„Und jetzt willst du dich bewerben?", fragte ich unsicher und grinste.
Er lachte leise und schüttelte den Kopf.
„Warum du hast nicht gesagt, dass du bist in Helsinki? Ich war so sure, dass du bist back in LA."
„Ich hatte nicht wirklich eine Gelegenheit dazu."
Er zog den Mund zu einem Strich und nickte.
„Ich war nur etwa eine Woche in LA und habe ein paar Sachen geregelt. Seitdem bin ich wieder hier. Ich wollte hier nicht alles zurücklassen und es war ja auch bereits alles mit Alex abgesprochen und vorbereitet."
„Hast du eine Wohnung?"
„Ein kleines Haus. Hier gleich in der Nähe zur Miete."
Er sah zur Seite und lächelte.
„You brought the piano over here."
Samu ging zum Flügel rüber und strich über den schwarzen Klavierlack.
„Ich konnte ihn nicht da lassen. Ich liebe ihn. Er muss allerdings noch in den Aufnahmeraum. Aber erstmal steht er hier, bis ich hinten alles fertig habe. Es fehlen noch ein paar Regale."
Er nickte, sah wieder auf seine Schuhe und lehnte sich an den Flügel.
„Seems like you're staying."
"Ich hab das Haus in LA gekündigt. Ich habe mich da nicht mehr wohlgefühlt. Alles. Das Haus. Die Stadt. Alles war irgendwie nicht mehr wie vorher und ich hatte nicht geplant wieder zurückzugehen."
Samu sah mich stumm an und fühlte sich anscheinend unwohl. Ich versuchte mir meine Nervosität nicht anmerken zu lassen, obwohl mir das Herz bis zum Hals schlug und ich die ganze Zeit am Ärmel meiner Strickjacke rumzuppelte.
„Willst du mal gucken?", fragte ich aufgesetzt fröhlich.
„I don't wanna disturb you."
"Tust du nicht." Ich zuckte mit den Schultern und wickelte den Zeigefinger der linken Hand in den rechten Ärmel ein.
Er wirkte unschlüssig und sah sich nervös um. Irgendwie tat es gut zu sehen, dass es ihm nicht viel besser ging als mir und er es auch nicht sonderlich gut überspielen konnte.
„Na komm. Ich weiß, dass du neugierig bist." Zwinkerte ich.
Samu stieß sich vom Flügel ab, ließ die Blumen dort liegen, vergrub die Hände tief in den Hosentaschen und streckte die Arme durch.
„Okay." grinste er.
Ich führte ihn ihm vorderen Bereich herum, der mit einem Kicker und 3 großen roten Sofas bestückt war. Die Wände waren noch immer nackt und man das rote Gemäuer des Hauses. Ich wollte es nicht verputzen lassen, weil es mir gefiel. Über dem Sofatisch, der in der Mitte des Raumes stand, hing ein großer gläserner Kronleuchter. Ich hatte einen Kickertisch auftreiben können, der links von der Eingangstür stand. Daneben parkte noch der Flügel. Die offene Küche war bisher nur spärlich bestückt, dafür war der Aufnahmeraum fast fertig. Die gusseisernen Lampen rankten überall im Raum aus dem Mauerwerk. Ich hatte eine Kabine einbauen lassen und das Pult war vollständig angeschlossen. Samu sah sich begeistert um und begutachtete die Gitarren und das Schlagzeug.
„Wow. This is really cool. Good job, lady."
"Danke. Ich fühle mich hier auch sehr wohl. Dahinten kommen die Regale hin und dann hier vorn der Flügel." Ich zeigte auf die Wand und Samu sah meiner Hand nach und nickte.
„Ja. Das sieht gut aus ja. It's a really cool place."
Er sah sich wieder im Raum um und nickte weiter. Eine Weile standen wir stumm da und wussten nicht so recht, was wir sagen sollten. Samu vergrub wieder die Hände in den Taschen und ich drehte wieder meinen Finger im Ärmel meines Cardigans ein.
„I really had no idea, dass du bist here in Finnland."
Ich legte den Kopf schief und zog die Schultern hoch.
„Sami hat mir gezeigt die job here in die newspapers. I was really surprised and thought, dass es ist eine good idea, to come over and apologize fur die Ding in Berlin. Ich wollte schreiben eine Email, but I thought du bist in LA. So ich bin gekommen here to tell you face to face."
Mein Herz pochte wie wild in meiner Brust und er musste meinen Puls bereits an der Halsschlagader sehen. Intuitiv fasst ich mir an den Hals und strich nervös über mein Dekolleté runter und zupfte wieder am Ärmel meiner Jacke, den ich jetzt genau beobachtete.
„I was mad and... I don't know. I didn't expect you there und ich war eine bisschen confused. Very confused. This place... SoHo, drove me crazy. So ich wollte sagen sorry. Ich hätte nicht machen durfen das. I didn't want you to feel bad."
Ich bemerkte im Augenwinkel, dass er von seinen Schuhen aufsah und versuchte meinen Blick einzufangen. Ich sah zu ihm rüber und hatte das Gefühl einen dicken Kloß im Hals zu haben.
„Mikko und das alles. I don't know. Ich war wütend. Sehr wütend. It's hard for me to explain."
Er fuhr sich durch die Haare und schnaufte.
„Ist schon okay." Meinte ich kleinlaut.
„Nein. It's not okay."
"Was passiert ist, ist passiert. Wir haben wohl beide unsere Lektion daraus gelernt."
„You know me. I'm not like that."
"Ich weiß. Ich war nicht mal wirklich sauer."
Er zog eine Augenbraue hoch und sah mich an.
„Ich wollte einfach nur reden und du bist mir ständig über den Mund gefahren und alles was danach passiert ist, will ich einfach nur vergessen. Das war nicht richtig."
Er schnaufte und ließ den Kopf hängen.
„Ich dachte wir könnten reden. So wie jetzt. Jetzt geht es doch auch."
„I know. Ich war very confused and mad."
"Das sagtest du bereits." Ich strich meine Haare zurück und sah ihn an.
„Ich weiß nicht warum ich habe gemacht das." Er schüttelte den Kopf. „I just want you to know, that I'm sorry."
"Ist okay." Ich nickte zupfte wieder an meinem Ärmel.
„Oh. Before ich vergesse. I have something for you."
Er zog seinen Autoschlüssel aus der Hosentasche, drehte einen zweiten Schlüssel von seinem BMW-Anhänger und hielt ihn mir entgegen.
„Die second key for die studio here."
Ich nahm den Schlüssel entgegen und kurz berührten sich unsere Finger. Ich sah auf das Metallteil in meiner Hand und direkt lief der Film vor meinem Auge ab, wie ich Samu den zweiten Schlüssel damals gegeben hatte, weil er all das auch hätte nutzen sollen, wenn er wollte. Schließlich hatte er die Immobilie gefunden und mir das Pult geschenkt.
Den Schlüssel anzunehmen war wie ein Abschied. Das letzte, was noch von mir in seinem Haus existiert hatte und was er immer mit sich rumtrug, wollte er jetzt schnell loswerden. Ich schluckte. Immer noch sah ich gedankenverloren auf den Schlüssel.
„Was wir machen mit die studio in die house?", fragte er leise und sah auch auf den Schlüsssel.
Ich sah auf und bemerkte, wie er nervös an seiner Unterlippe knabberte und seine Hände wieder in die Hosentaschen steckte.
„Ich wohne nur 5 Autominuten von hier weg. Wenn ich etwas aufnehmen will, kann ich jederzeit herkommen. Bitte behalt es. Ich habe keinen Platz im Haus und eigentlich möchte ich auch, dass du es behälst. Du kannst es gebrauchen und wir haben deine Sachen ja auch alle rausgeschafft."
Er wirkte nachdenklich und nickte leicht.
„Happy me, that there are not so many memories in that room."
Wieder schluckte ich. Der hatte gesessen.
„Behalt es bitte. Es ist okay. Ich will es nicht."
Samu seufzte und grinste schief.
„Geht es dir gut?, fragte ich leise und drehte den Schlüssel in meiner Hand. „In Berlin wirkte es nicht so."
Er zog die Augenbrauen hoch und legte den Kopf schief.
„It's okay." Nuschelte er und zuckte mit den Schulter, sah dann aber wieder auf seine Schuhe. „I mean...uhm...I'm not so fast with break ups. Auch wenn es looked different in Berlin mit die girl there. Sami told me you saw me in die bar. I just need some time. It will be okay."
Samu presste die Lippen aufeinander und zog die Schultern hoch.
„Okay...uhm...I just wanted to give you the key and yeah...what else. Welcome to Helsinki. I mean... you're finally home here."
"Das war ich auch vorher schon, sonst wäre ich nicht geblieben."
Er nickte und wirkte noch immer unsicher. Ich kannte ihn so nicht. Eigentlich ließ er sich nicht schnell aus der Ruhe bringen. Wütend hatte ich ihn hunderte Male erlebt. Egal ob auf mich, auf andere oder auf den Schiedsrichter beim Eishockey. Aber Unsicherheit war etwas, was er mir gegenüber noch nie gezeigt hatte.
„Okay then.... Good luck with the studio and...sorry again."
Ich wusste gar nicht, ob er sich dafür entschuldigte mich an den Haaren gepackt zu haben oder ob es im Allgemeinen darum ging, dass wir miteinander geschlafen hatten. Wahrscheinlich beides. Was mir kein sonderlich gutes Gefühl vermittelte. Ich liebte ihn. Daran hatte sich nichts geändert und die Übergabe dieses Schlüssels fühlte sich so endgültig an, dass sich mein Magen zusammenzog. Ich ging hinter ihm her Richtung Tür.
„Samu, warte." Bat ich leise.
Er blieb stehen und drehte sich um.
„Bitte behalt den Schlüssel!"
Ich hielt ihm ihn entgegen.
Er sah mich verwundert an, dann auf den Schlüssel, dann wieder auf mich.
„Why?"
„Wenn du hier reinwillst, dann kannst du es jederzeit. Außer ich arbeite. Das hier war ja auch mal etwas, was wir gemeinsam geplant hatten. Irgendwie."
„Ich habe eine big studio in meine house. That's more I wished for."
"Dann bunker den Schlüssel wenigstens für mich. Falls mal etwas ist. Wenn ich mich aussperre oder meinen verliere."
Er stuzte.
„Sophia, ich...".
„Im Normalfall wird das ja nicht passieren .Du bist der einzige, den ich hier wirklich kenne und dem ich vertraue. Ich wüsste sonst niemanden.." unterbrach ich ihn.
„Okay." Sagte er einsilbig, seufzte, nahm den Schlüssel zurück und ließ ihn in seiner Hosentasche verschwinden.
„Give me a call, wenn du hast dich locked out or something. Aber ich kann nicht kommen, wenn ich bin auf tour or anything. Maybe this is not a good idea."
„Nimm ihn bitte. Das Risiko gehe ich ein."
Ich nickte und sah, wie er seine Hand in die Hosentasche steckte, in der der Schlüssel lag. Ihm war das hier nicht egal. Das wusste ich. Aber er sprang nicht über seinen Schatten. Er konnte nicht und er wollte auch nicht. Trotzdem hielt er sich jetzt gerade an dem letzten Stück fest, dass und beide verband.
„Wenn sich da über die Zeit etwas anderes ergibt, dann kannst du ihn mir zurückgeben und ich hinterlege ihn woanders."
Wieder ein Nicken. Ich sah wie seine Hand in der Hosentasche arbeitete und wahrscheinlich den Schlüssel hin und herdrehte.
„Okay, dann mach's gut." Flüsterte ich fast.
„Bye." Meinte er leise, hob die Hand und drehte sich wieder zur Tür. Ich blieb an den Küchentresen gelehnt stehen und sah ihm nach, als er sich vor der Tür wieder zu mir drehte.
„Sophia?"
Ich sah ihn an und zog die Augenbrauen hoch.
„Ich will nicht, dass du das verstehst falsch."
„Was?"
„Das ich nehme die key und das ich war here und das du bist here in Helsinki. This won't change anything between us, ok?" er deutete mit dem Finger zwischen sich und mir hin und her.
Noch ehe ich etwas erwidern konnte klingelte es an der Tür.
Wie betäubt sah ich ihn an und wusste nicht, was ich sagen sollte. Es fühlte sich an, als würde eine alte Narbe wieder bluten. Das bisschen Hoffnung, was ich gehabt hatte zerschmetterte er mit seinen Worten gänzlich. Er wollte nicht, dass sich etwas änderte, und dass ich damit nicht gerechnet hatte, war sehr deutlich in meinem Gesicht zu lesen.
„Ich...uhm..ich muss aufmachen." Meinte ich völlig durcheinander und zeigte auf die Tür.
„Sure."
Noch bevor ich den Summer an der Durchgangtür zum Aufnahmeraum drücken konnte, hatte Samu die Tür geöffnet. Es folgte ein finnischer Worttausch und ein mir unbekannter Mann stand neben Samu im Aufenthaltsraum.
Er war nur unerheblich kleiner als Samu, hatte sie Seiten seiner blonden Harre kurzrasiert und das Deckhaar strubbelig nach oben stehen. Er trug Tunnel in den Ohren, hatte volltätowierte Arme und einen Dreitagebart. Graues Trägershirt, knielange abgeschnittene blaue Jeans und weiße Sneakers.
„This is Joonas. He wants to apply for the job." Meinte Samu grinsend und griff nach den Blumen auf dem Flügel neben sich.
Musste jetzt hier jemand auftauchen? Jetzt? Wo ich so viel zu sagen hatte. Wo ich die Chance hatte ihn aufzuhalten? Wo ich ihm nochmal verdeutlichen wollte, dass ich hier sein wollte. Hier in Helsinki. Und das ich ihn bei mir haben wollte.
Ich sah fragend zwischen ihm und Joonas hin und her.
„Hi!" meinte der und hob die Hand.
„Hi!" meinte ich verwirrt.
„Kennt ihr euch?", fragte ich Samu.
„Nein. Er hat eben gesagt, when I opened the door."
„Du sprichst deutsch?", fragte nun Joonas.
„Ja. Okay. Du auch."
„I see this is working. Good luck." Er klopfte Joonas auf die Schulter, sah mich nochmal kurz über die Schulter an und meinte leise: „Tschüß." Dann verschwand er durch die Tür.
„Ich hab die Stellenanzeige in der Zeitung gesehen und wollte meine Unterlagen persönlich abgeben." Riss Joonas mich aus meiner Starre, weil ich immer noch auf die Tür starrte, durch die Samu eben verschwunden war.
„Uhm....ja. Super. Komm rein. Ich guck mir deine Unterlagen gerne an. Willst du was trinken?"
Joonas trat von dem kleinen Flur weiter nach vorn und sah sich um.
„Ja. Sehr gern. Ich war überrascht, als ich gesehen habe, dass hier jetzt ein Studio ist. Du bist Sophia oder?"
„Ja. Entschuldige." Ich schüttelte seine Hand.
„Joonas."
„Hi Joonas. Sorry. Wir waren gerade in einem Gespräch. Ich hol dir ein Wasser und schließ kurz die Tür ab, dann haben wir Ruhe, um uns zu unterhalten."
Ich ging an ihm vorbei zur Tür und drehte den Schlüssel um, an dessen Bund die 3 Ersatzschlüssel klimperten, die ich vor Wochen hatte nachmachen lassen.
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Heimkehr
FanfictionSamu & Sophia Teil 3. Fortsetzung von "Von der Muse geküsst" und "Klimawandel". Inklusive der beiden OS in meinem Account zu finden. Nach Sophias Rückkehr nach Los Angeles scheint die Trennung von Samu endgültig. Wäre da nicht noch etwas, was sie in...