Gelangweilt starrte ich aus dem Fenster. Ich konnte mich heute kaum auf den Unterricht konzentrieren. Professor Binns, der sowieso eine ziemlich einschläfernde Natur war, hielt wieder einmal einen Ellen, Langen Vortrag über irgendeinen berühmten Zauberer, der in der Vergangenheit großes getan hatte. Bla, bla, bla. Gähnend ließ ich meinen Kopf auf die Tischplatte sinken, versteckt hinter einem aufgeschlagenem Buch, welches ich aufrecht hingestellt hatte. Hermine musterte mich missbilligend, sagte aber nichts. Sie würde im Unterricht doch niemals stören. In diesem Punkt hatte sie sich in all der Zeit nicht geändert. Ron und Harry, heute mal Ausnahmsweise hellwach, hatten ihre Bücher ebenfalls aufgerichtet, um eine Runde Zaubererschach zu spielen. Das schien mir interessanter als der Unterricht zu sein. Leider saßen sie einige Plätze von mir entfernt, sodass ich nicht ebenfalls eine Runde spielen konnte. Genervt seufzte ich und schob dabei leise meinen Stuhl nach hinten. Wir saßen in der letzten Reihe, ganz zum Missfallen von Hermine, wie sie zu beginn der Stunde angemerkt hatte. Sie hätte sich gerne alleine in die erste Reihe setzten können. „Wo willst du hin? Professor Binns wird merken, wenn du verschwindest!" „Nicht wenn ich leise genug bin!" Skeptisch hob sie eine Augenbraue: „Bei dieser Stille würde es mich wundern, wenn deine Schuhe keine Geräusche auf dem Boden machen. Da kannst du noch so leise laufen, wie du willst!" Mich wunderte es ja, wieso sie überhaupt mit mir sprach. Da verpasste sie doch glatt den Vortrag. Hermine warf mir einen vorwurfsvollen Blick zu und mit einem breiten Grinsen nahm ich meine Animagus Gestalt an. Inzwischen war ich schon ein ziemlicher Profi, will ich meinen. Ihre Augen weiteten sich: „Bist du von allen guten Geistern verlassen? Du bist nicht registriert. Wenn dich jemand sieht, dann war es das! Außerdem fällt eine Raubkatze von deiner Größe doch ziemlich auf! Wieso hättest du nicht einfach ein Hund werden können!" Ich hätte mit den Schultern gezuckt, wenn ich es noch gekonnt hätte. Kurz blickte ich hoch zu meiner besten Freundin, ehe ich herumwirbelte und auf leisen Pfoten zur Tür schlich. Diese war nur angelehnt, sodass es mir ein leichtes war hindurch zu schlüpfen. Sobald ich auf dem Flur war, horchte ich, ob sich in meiner Nähe jemand befand. Dann rannte ich den Korridor entlang und verwandelte mich in einer ruhigen Ecke zurück. Und nun? Ehrlich gesagt hätte ich nicht groß darüber nachgedacht, was ich machen wollte, wenn ich den Klassenraum verlassen hätte. Ich sah mich noch einmal im Gang um, doch es war wie ausgestorben. Kein Wunder, alle waren im Unterricht. Zum Gemeinschaftsraum konnte ich nicht, die fette Dame würde sofort merken, dass ich schwänzte. Aber zurück in den langweiligen Unterricht von Binns wollte ich auch nicht. Also beschloss ich, auf den Ländereien Spazieren zu gehen. Wenn ich vorsichtig genug war, würde mich schon niemand entdecken. Leise schlich ich mich den Gang entlang, darauf achten nicht allzu laute Geräusche zu machen. Nicht auszudenken wenn mich jemand erwischte. Und doch hatte das ganze etwas aufregendes an sich. An sich liebte ich den Unterricht in Hogwarts und mir war nie in den Sinn gekommen zu schwänzen, doch war ich in letzter Zeit so mit meinen Gedanken durcheinander, dass mir eine kleine Auszeit sicher gut tat. Ich hoffte nur, dass Hermine ihren Mund hielt. Wie ein Schatten huschte ich über den Hof und kam schließlich auf den Ländereien an. Gerade als ich das Tor zur Brücke passierte, vernahm ich Stimmen vor mir. Fast hätte ich laut aufgeschrieben, als ich die beiden Personen vor mir entdeckte. Rita Kimmkorn und ihr Fotograf, der sie überall hin begleitete. Was machte die schon wieder hier. Bis zur zweiten Prüfung war doch noch etwas Zeit. Hinter den großen Steinen versteckt beobachtete ich sie. Besser sie sah mich nicht, daß würde nur böse enden. Ich war mir sicher, dass sie vor den Lehrern nicht die Klappe halten konnte. Außerdem hatte ich keine Lust auf Fragen, bezüglich Harry und den Spielen, sowie über meinen Vater. Vielleicht war es doch zu gefährlich auf den Ländereien spazieren zu gehen. „Was machen wir hier?", fragte der Fotograf verwirrt und mit einer Spur generftheit in der Stimme. Rita schnaubte empört, während ihre flotte Schreibfeder durch die Luft zischte: „Na wir suchen nach heißen, neuen Infos für einen neuen Artikel mein Lieber. Welche Geheimnisse schlummern wohl noch in diesen Hallen und Ländereien!" Die Frau hatte echt einen an der Waffel, so viel stand fest. Mein Blick glitt hinüber zum Wald. Leise schlich ich mich den Abhang hinunter, darauf achten nicht von Rita gesehen zu werden und verschwand zwischen den Bäumen. Der verbotene Wald war gefährlich und daher war es uns verboten in zu betreten. Kurzerhand wechselte ich in meine Animagusgestalt und eilte durch das tiefe Dickicht. Ich würde schon nicht zu weit hineinlaufen. Nachher begegnete ich noch Aragog wieder und darauf hatte ich so gar keine Lust. Gedankenverloren erkundeten ich den Wald. Es schien friedlich zu sein, fast schon so, als seie dies ein völlig normaler Ort. Ohne wilde und gefährliche Tierwesen. In der Animagusform war es mir leichter mich vortzubewegen und mein Geruchssinn verriet mir genau, wo sich ein Tier aufhielt. So konnte ich einen großen Bogen um die meisten Wesen machen.
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Das Leben einer Black (Slow Updates)
FanfictionWinn Black ist die Tochter des berüchtigten Massenmörders Sirius Black. Oft hat sie es deshalb ein bisschen schwer, wenn die Leute ihren Namen erfahren, doch zusammen mit ihren Freunden übersteht sie jede Situation. Auch erlebt sie zusammen mit ihn...
