Kapitel 78

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Rückblende

Mit Hilfe des Tarnumhanges war es ein leichtes aus dem Schloss zu kommen. Bildete ich es mir nur ein, oder Patrouillierten mehr Lehrer durch die Gänge? Wir huschten über das Schlossgelände hinunter zu Hagrids Hütte, in welcher das Licht noch brannte. Ich klopfte und einen Moment später konnte man die brummende Stimme von Hagrid hören: „Harry bist du das?" „Ja Hagrid!" Der Halb Riese öffnete die Tür und so konnten wir an ihm vorbei in die Hütte huschen, ehe wir den Tarnumhang ablegten. Seufzend ließ ich mich in einen der riesigen Sessel sinken.

„Hallo Winn. Wie geht es dir?" „Gut, aber sag doch mal Hagrid, wieso um alles in der Welt willst du Harry sehen? So wie Hermine uns das mitgeteilt hatte, klang es echt merkwürdig." Hagrid kratzte sich verlegen am Kopf, während er nach den passenden Worten zu suchen schien.

Harry warf mir einen fragenden Blick zu, den ich nur mit einem Schulterzucken abtat. Woher sollte ich wissen, was los war? Schließlich räusperte er sich: „Will dir nur etwas zeigen. Winn du kannst mitkommen, wenn du möchtest." Aufgeregt fuchtelte er an einem pelzigen etwas herum und zog sich kurzerhand einen riesigen Mantel an. Erst jetzt vielen mir seine Haare auf, die nach hinten gegeelt waren und die Obergroße Blume, die in der Jacke steckte. „Hagrid was..." „Ich erkläre euch alles weitere auf dem Weg. Kommt!"

Wir folgten ihm nach draußen in die kühle Nacht und mussten zu unserem Entsetzen feststellen, dass unser Ziel scheinbar der verbotene Wald war. „Hagrid was machen wir hier?", fragte Harry misstrauisch, wobei er beinahe über eine der großen Wurzeln eines Baumes gestolpert wäre. Der Wald hatte in all den Jahren seine Unheimliche Ader nicht verloren und ich fühlte mich nach wie vor unwohl. Die hohen Bäume, der schleiernde Nebel, der über den Boden kroch, all das verursachte bei mir eine Gänsehaut. „Hagrid wo wollen wir hin? Wir dürfen Nachts nicht so lange aus dem Schloss wegbleiben!" Genervt sah ich die beiden an: „An sich dürfen wir überhaupt nicht Nachts raus!" Hagrid ignorierte uns und so folgten wir ihm weiter hinein ins ungewisse.

Wenn uns etwas angreifen würde, hätte Hagrids letztes Stündlein geschlagen. Ich wollte auch keinen Ärger kriegen, nur weil man herausfand, dass wir zu so später Stunde hier im Wald waren. Das Knacken eines Astes ließ mich herumfahren und eigentlich hätte ich aufgeschrien, wenn Harry mir nicht die Hand vor den Mund gelegt hätte. Hagrid sah sich um, bevor sich seine Augen weiteten und er sich uns zuwandte: „Los unter den Tarnumhang, schnell!" Verwirrt musterten wir ihn, als es dann aber erneut in den Büschen knackte, warf Harry uns beiden den Tarnumhang über. Hagrid wirkte mit einem Mal noch aufgeregter als vorher und kurz darauf wussten wir auch, wieso.

Madame Maxime in einem langen Abendmantel, der sie sicherlich vor der Kälte schützte, trat hinter einem großen Baum hervor. „Hagrid, sind sie hier?" „Hier drüben Madame Maxime!", rief er und ein erleichterter Ausdruck trat auf das Gesicht der Riesin. Ich sah zu Harry, der die beiden vor uns nur ratlos musterte. „Hat sich Hagrid etwa wegen Madame Maxime so herausgeputzt?" „Wenn du denn Fellmantel und die riesen Blume elegant findest", merkte er trocken an. „Hagrid, isch dachte schon, sie ätten misch vergessen." Ihre Stimme nahm einen traurigen Ton an. Hagrid lächelte sanft: „Wie könnte ich sie jemals vergessen, meine Liebe!" Harry machte neben mir Würg geräusche. Kichernd stupste ich ihm in die Seite: „Irgendwie ist es auch süß." „Wenn du meinst..."

Hagrid und Maxime gingen weiter, leise folgten wir ihnen, jetzt noch tiefer in den Wald hinein. Hoffentlich hatte Hagrid uns nicht nur wegen Madame Maxime mitgenommen. „Hagrid, was wollten sie mir denn zeigen?" Gute Frage. Hagrid grinste stolz und schob einige Äste zu Seite: „Tatadata!" Erschrocken weiteten sich meine Augen, als ich sah, was gut hundert Meter von uns entfernt war. Vier Käfige, mit vier großen, sehr lebendig aussehenden Drachen. Madame Maxime schritt begeistert voran: „Manifique!" Sie verschwand, sodass Harry den Tarnumhang von uns warf und auf Hagrid zueilte.

„Drachen?" „H-Hagrid sag nicht...Sag nicht die haben etwas mit der ersten Aufgabe zu tun?" Hagrud nickte begeistert: „Ja. Dumbledore hat sie extra aus Rumänien herkommen lassen. Sind sie nicht toll? Obwohl ich sagen muss, dass dieser Hornschwanz echt gefährlich ist!" Einer der Drachen, ich vermutete es war der Hornschwanz, riss an seinen Fesseln und spuckte eine Menge Feuer. Diesem Drachen wollte ich lieber nicht im Dunklen begegnen. Stimmt ja, wir waren in einem verdammt dunklen Wald, keine hundert Meter entfernt von einem gefährlichem Drachen! „Das ist doch viel zu gefährlich!" „Sie würden es nicht machen, wenn sie nicht an alles gedacht hätten! Ihr hättet Ron sehen müssen, bei dem Anblick ist er beinahe in Ohnmacht gefallen."

„Ron war hier?", fragte Harry wütend. Hagrid nickte: „Immerhin ist sein Bruder Charlie mit dabei. Er arbeitet doch in Rumänien mit Drachen zusammen!" Entsetzt sah ich die Szene die sich vor uns abspielte. Drachen für die erste Aufgabe? So wie es aussah, gab es für jeden Champion einen Drachen und ich hoffte inständig, dass Harry nicht den Hornschwanz erwischen würde.

Rückblende Ende

„Hörst du mir überhaupt zu Winn?" Irritiert drehte ich mich zu Hermine um, die nun mit Harry neben mir am Tisch saß. Ron musste wohl wieder gegangen sein. „W-was?" Sie seufzte und stellte die Box mit den Belfer Ansteckern auf den Tisch: „Ich habe gefragt ob ihr mir helft, die Anstäcker an die Dorfbewohner zu verkaufen? In Hogsmead finden sich bestimmt Leute, die meine Sache unterstützen werden!" „Träum weiter Hermine, aber ich glaube kaum, dass du hier jemanden findest. Wieso probierst du es nicht gleich bei Malfoy aus?"

Beleidigt verschränkte sie ihre Arme vor der Brust: „Ihr habt einfach nur keine Lust mir zu helfen!" Bingo. Es gab wichtigeres im Moment. Zum einen war da unser Treffen mit Sirius und dann die Tatsache, dass Harry bald gegen einen Drachen antreten musste. Da waren ein paar Belfer Anhänger nur Ablenkung.

Die Nacht des 22. Novembers war angebrochen und so schlichen Harry und ich uns hinunter in den Gemeinschaftsraum, welcher zum Glück komplett lehr war. Mein Vater wollte sich beim Kamin mit uns treffen und ich fragte mich, wie er es anstellen wollte. Sollte er gleich durch den Schornstein rutschen, wäre ich schwer beeindruckt.

Ein knistern riss mich aus meinen Gedanken und ich sah hinüber zur schwach leuchtenen Glut, die laut zu knistern begann. Plötzlich bewegte sich etwas. „H-Harry, was passiert da?" Auch Harry sah nun auf die Feuerstelle, wo mit einem Mal ein Gesicht erschien. „D-Dad?" Das Gesicht meines Vaters lächelte uns entgegen. Wie war das nur möglich? „Hallo ihr beiden. Es tut mir leid, wenn ich sofort auf den Punkt komme, aber wir haben nicht viel Zeit. Harry sag mir, hast du deinen Namen in den Feuerkelch geworfen?" „Nein!" Der Kopf nickte: „Das habe ich auch nicht erwartet, ich wollte es nur noch einmal von dir hören." „Aber Sirius wer hat dann meinen Namen in den Kelch geworfen?" „Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass Igor Karkaroff ein Todesser ist! Er behauptet zwar, er wäre keiner mehr, aber niemand hört wirklich auf dem dunklen Lord zu dienen. Passt in seiner Gegenwart bitte auf, habt ihr gehört!" Ich nickte: „Versprochen. Wo bist du, wann kann ich dich wiedersehen?" Er lächelte leicht: „Das wird schwierig Winn. Es ist im Moment zu gefährlich für mich." Hinter und hörte man eine Tür ins Schloss fallen. „Da kommt jemand. Ich muss gehen. Passt auf euch auf!" Und bevor noch irgendjemand etwas sagen konnte, war sein Kopf in den Flammen verschwunden. Ein Schatten wurde oberhalb der Treppe an die Wand geworfen, als Ron im Morgenmantel die Treppe herunter kam. „Mit wem redet ihr?" „Mit niemandem!", gab Harry patzig zurück. Ron schnaupte genervt: „Vermutlich übst du für dein nächstes Interview, oder was macht ihr beiden Turteltauben sonst hier unten?" „Wir sind keine Turteltauben!", sagte ich genervt und stand auf. Ron zuckte nur mit den Schultern: „Ach macht doch was ihr wollt!" Er stapfte die Treppe zurück nach oben. Ich warf einen Blick auf den Kamin, doch mein Vater war tatsächlich verschwunden. „Wäre Ron nicht gekommen, hätte er uns sicherlich noch mehr gesagt!" „Das weißt du nicht Harry. Vielleicht ist bei ihm jemand gekommen, sodass er verschwinden musste. Lass uns wieder schlafen gehen. Bald ist die erste Runde und immerhin geht es um Drachen. Ich möchte nicht, dass du ungeschlafen in einen Kampf gehst!" Ich zog ihn auf die Beine und so trennten sich unsere Wege erst vor unseren Schlafräumen.

Es würde schon alles gut gehen, da war ich mir sicher. Wir hatten immer schon jede noch so schwierige Hürde genommen, da durften wir jetzt nicht aufgeben. Das mit Ron, würde sich sicherlich auch wieder einränken.

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Ein neues Kapitel :)

Bin gerade richtig in Schreiblaune! Liegt vielleicht daran dass ich zur Zeit so viel Freizeit habe.

Hoffe euch gefällt das Kapitel :)

Bis bald eure Sabrina ♡

Das Leben einer Black (Slow Updates)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt