Kapitel 21

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Als das Training schließlich beendet war und ich mich erschöpft auf meinem Platz niederließ, lächelte mir Sergi entgegen, welcher gerade aus der Dusche gekommen war.

“Hola Marc!”, sagte er erfreut und rieb sich mit seinem zweiten Handtuch durch die Haare, “hast du Lust auf eine Runde Paella? Ich lad dich ein!”

Er lächelte mir aufrichtig entgegen und ich versuchte mich an Ivan’s Worte zu erinnern. Sergi war wirklich ein netter Kerl. Ich hatte schon vorher gemeinsam mit ihm und Marc lustige Abende verbracht an denen wir uns den Bauch voller spanischer Köstlichkeiten geschlagen hatten. Zudem brachte mich mein Verstand langsam um und etwas Abwechslung könnte ja nicht schaden oder? Außerdem musste ich zugeben, dass ich wirklich Hunger hatte. Da kam mir eine Paella umsonst gerade gelegen.

“Sí, gerne!”, antwortete ich so schließlich ebenfalls mit einem ehrlichen Lächeln und Sergi grinste.

Als die übliche Routine von duschen und umziehen schließlich abgeschlossen war, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt und zu einem süßen kleinen Restaurant, Das etwas abgelegen lag.

“Das ist mein Restaurant favorita! Marc und ich sind früher ganz oft hier essen gegangen! Sie machen hier die beste Paella in ganz Barcelona! Marc hat immer zwei Teller verdrückt und jedes Mal wieder darüber geklagt, dass er viel zu viel gegessen hat. Jetzt wo er nicht mehr bei uns ist musst du also seinen Platz einnehmen!”, erklärte Sergi und setzte sich an einen freien Tisch.

“Vale”, sagte ich und setzte mich meinem Teamkollegen gegenüber, “ich werde mein bestes geben ihn zu vertreten, kann aber nichts versprechen!”

“Ersetzen kann ihn sowieso keiner auch wenn die Namen noch so gleich sind. Marc ist so ein besonderer Mensch und ich kenne ihn jetzt schon ewig. Wir haben so gut wie alles zusammen durchgemacht. Ich vermisse ihn unheimlich. Es schmerzt nicht einfach wieder zu ihm fahren zu können wenn es mir schlecht geht und den Nachmittag damit zu verschwenden an der Play Station zu zocken”, erzählte Sergi mit trauriger Stimme, “er ist viel mehr als ein Freund, weißt du?”
“Ich glaube ich weiß, was du meinst“, murmelte ich.
“Er ist was ganz besonderes“, schwärmte er mir vor und ich sah ein verdächtiges Glitzern in seinen Augen. Ich verstand ihn wirklich, vermisste ich Bernd doch immerhin auch schon.
“Aber genug von mir. Willst du mir nicht mal was von deinem Fang erzählen“, lenkte er ab und ich musste schlucken. War ich bereit ihm von Bernd zu erzählen?
“Das also, das ist nicht so einfach“, begann ich dann doch stotternd, “das mit ihm, ich...Ich weiß nicht so wirklich, was das ist.“ Eigentlich dachte ich, dass er jetzt ein Theater machen würde, weil ich mich unvorsichtiger Weise vor ihm geoutet hatte. Aber er reagierte total cool.
“Ist er hier in Barcelona?“, fragte er stattdessen nur ganz cool und perplex schüttelte ich den Kopf.
“Hm, dann ist das wohl wirklich kompliziert. Anhand der Knutschflecken würde ich mal schätzen er ist auch Deutscher und spielt bei euch in der Nationalmannschaft?“
“Ja“, murmelte ich, “er ist Torwart.“
“Du und der Neuer?!“, fragte er mich dann entgeistert.
“Nein. Auf keinen Fall. Es... es ist Bernd“, gab ich dann auch noch den Rest preis.
“Kenn ich nicht“, meinte er achselzuckend und lehnte sich zurück. Wäre auch unwahrscheinlich gewesen, dass er ihn kannte.
“Naja, also wie gesagt, es ist kompliziert“, meinte ich, dann doch nicht gewollt, noch mehr Preis zu geben. Dafür kannte ich ihn einfach noch nicht gut genug. Sergi akzeptierte das wohl einfach so, denn er lenkte das Gespräch in unverfänglichere Gewässer. Es wurde echt noch richtig schön und wir lachten viel. Ich dankte Ivan, für den Tipp. Mit Sergi könnte ich mich richtig gut anfreunden.

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