~In Thal~
„Steht auf", wies Bard den als Frau verkleideten Alfrid an.
„Schert euch weg von mir", blaffte dieser nur zurück.
Er war dabei das Gold aufzusammeln, welches ihm hinaus gefallen war, bei seinem Sturz.
„Ich gehorche euch nicht mehr", fügte Alfrid hinzu, was ihm eine hochgezogene Augenbraue Bards einbrachte.
Bard nickte kurz und verstand.
„Die Menschen haben euch vertraut, auf euch gehört. Der Umhang des Bürgermeisters war griff bereit, und ihr habt alles weggeworfen."
Bard schaute mit einem leichten Grinsen dabei zu, wie Alfrid aufstand.
Dieser stemmte seine Hände in die Seiten und fragte: „Wofür?"
Bard antwortete nicht, sonder sah nach hinten zu seinen Kindern, die gedrängt in der Ecke standen.
Alfrid lachte spöttisch auf, bevor er sich umdrehte und über den Ork sprang, der ihn kurz zuvor angegriffen hatte.
„Alfrid", rief Bard ihm nach, weswegen er stehen blieb: „Man sieht den Unterrock."
Sauer zerrte er an dem Frauenkleid, bevor er weiter lief und verschwand.
„Vater?" Kam es fragend aus der Ecke.
Bard drehte sich zu seinen Kindern um und schaute sanft zu Tilda: „Was gibt es mein Schatz?"
Tilda blickte traurig zu ihm auf: „Freya. Wo ist sie?"
Bei der Erwähnung ihres Namens schluckte er schwer, zwang sich aber ein Lächeln auf die Lippen: „Sie wird bald bei uns sein. Versprochen."
Er wünschte sich so sehr, dass er das Versprechen halten konnte, doch es war ungewiss.
Sie befand sich nicht in Thal, da war er sich sicher.
Er hoffte so sehr, dass es ihr gut ging.
Nur der Gedanke daran, dass sie tot sein könnte zerriss ihn.
~Auf dem Rabenberg/Freya~
Wie lange ich hier nun schon saß und des Öfteren die Luft anhielt wusste ich nicht.
Als die Kampfgeräusche abklangen, traute ich mich langsam hinaus.
Immer wieder blickte ich mich panisch um, doch als ich Thorin und Dwalin sah, atmete ich glücklich aus.
Vorsichtig steckte ich den Dolch weg.
„Seid ihr unverletzt?" Fragte ich ängstlich, doch beide nickten.
Ohne ein Wort zu sagen stürmten die Beiden, die Treppen hinauf.
Etwas weiter oben blieben sie dann stehen.
Die beiden gingen zu einer Mauer, die zwischen Ihnen und dem Abhang lag.
Beide schauten suchend auf die andere Seite.
„Wo ist dieser dreckige Ork?" Hörte ich Dwalin fragen.
Thorin bewegte sich an der Mauer entlang, mit dem Schwert in der Hand.
Plötzlich stolperte Bilbo aus dem Nichts und stöhnte.
Vor Schreck schrie ich kurz auf und fiel nach hinten.
Schmerzvoll kam ich auf dem harten Steinboden auf und rieb mir meine Ellenbogen.
Erschöpft stützte sich Bilbo auf seinen Knien ab und sagte nach Luft schnappend: „Thorin."
Schnell rappelte ich mich wieder auf und bedachte Bilbo mit einem bösen aber auch gleichzeitig freudigem Blick.
Thorin drehte sich zu uns um und sagte voller Freude: „Bilbo."
Der Hobbit stellte sich zwischen die beiden Zwerge: „Ihr müsst hier weg. Sofort. Azog hat ein zweites Heer, dass von Norden angreift."
Bei Bilbos Worten weiteten sich Thorins Augen.
„Dieser Wachturm wird umzingelt sein und niemand wird entkommen", erklärte Bilbo weiter unter schweren Atemzügen.
Wie es aussah, war Bilbo den ganzen Weg hierher gerannt.
Aber wie schaffte er es bis zu uns, ohne entdeckt zu werden?
„Wir sind so nah dran. Dieser widerliche Ork ist dadrin. Holen wir ihn", Dwalin zeigte mit dem Finger auf den Turm neben uns und ging auf Thorin zu.
„Nein!" Thorin stoppte Dwalin, indem er ihm eine Hand auf die Brust legte.
„Genau das will er doch. Er will uns hineinlocken", erklärte Thorin seine Handlung.
Plötzlich wurde meine Atmung ganz flach und ich stürmte nach vorne zur Mauer.
Panisch blickte ich nach hinten zu Thorin und flüsterte leise: „Fili... Kili."
Thorin und Dwalin verstanden sofort und auch in ihre Augen geriet die Panik.
"Es ist eine Falle", hauchte Thorin.
Dwalin blickte ebenfalls nach oben zum Turm.
Ohne ein weiteres Wort heraus zu bekommen, schaute ich wieder zurück.
Fili.
Kili.
Sie saßen beide in der Falle.
„Suche Fili und Kili! Rufe sie beide zurück", wies Thorin Dwalin an.
„Thorin. Bist du dir sicher?" Zweifelte Dwalin.
Der König legte ihm eine Hand auf die Schulter: „Tu es.... Wir kämpfen an einem anderen Tag."
Thorin schaute zu mir und Bilbo.
Wir beide begannen gleichzeitig zu nicken und setzten uns in Bewegung.
Ein Poltern ließ uns inne halten und wir drehten uns zurück zum Turm.
Auch Dwalin, der dabei gewesen war seine Suche zu starten, hielt an.
Orangens Licht drang aus den Öffnungen des Turms und ließ mich auf eine böse Art neugierig werden.
Das Poltern wiederholte sich wieder und wieder und Thorin und Bilbo blickten mit einer bösen Vorahnung zu dem Geschehen.
Plötzlich trat eine Gestalt aus dem Nebel.
Es war Azog und er schliff jemanden mit sich mit.
Fili.
Ich hielt mir geschockt die Hände vor meinen Mund.
Thorin stieß ein panischen Ton aus und rannte zur Mauer.
Ich stolperte ihm nach, nicht verstehend, was geschah.
"Zuerst stirbt der hier", wendete Azog das Wort an uns.
Er sprach auf Orkisch zu uns und ich verstand ihn, auch wenn ich dieses Sprache nie erlernt hatte.
Doch lange ließ ich mich davon nicht beirren.
So einiges war nun schon passiert, was sich nicht erklären ließ.
Wichtiger war in diesem Moment Fili.
"Dann der Bruder.... Dann du Eichenschild. Du stirbst zuletzt."
Fili wehrte sich gegen den Griff von Azog.
Seine Augen waren panisch auf den Abgrund gerichtet.
"Flieht", rief er mutig.
Und ich konnte mir meine Tränen nicht mehr zurück halten.
Eine nach der anderen kullerte an meiner Wange hinab und ließ den Schnee kleine Kuhlen bilden.
Ich konnte sehen, wie Thorin langsam begann mit dem Kopf zu schütteln.
"LAUFT", schrie Fili erneut und ehe ich mich versah, rammte Azog ihm seine Klinge in den Rücken.⬆️
Ich schluchzte laut auf und fiel auf die Knie.
Meine Beine trugen mich nicht mehr und knickten weg.
Ich sah, wie Fili die Augen schloss.
Auch die anderen stießen einen geschockten Ton aus und Dwalin schaute auf den Boden.
"Das ist das Ende eurer dreckigen Sippe!" Mit diesen Worten ließ er Fili den Turm hinunter fallen.
"Neeeiiinn", schrie ich auf.
"Das Mädchen", erklang erneut die Stimme des Orks: „Schnappt sie euch. Ich will sie lebend."
Die Orks um ihn herum schwärmten aus und ich wusste, dass ich einen Fehler gemacht hatte, doch der Schmerz übertraf diesen Gedanken.
Fili.
Ein Freund.
Ein Gefährte.
Er war tot.
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Meleth
Fanfiction•Es wird immer gesagt Elben lieben nur ein einziges Mal in ihrem Leben, danach nie wieder• Trotz der Probleme zwischen den beiden, müssen sie einsehen, dass es wichtig ist, von nun an Verbündete zu sein. Sie haben den selben Feind und das selbe Ziel...
