Erschöpft erreichte ich eine kleine Lichtung, die sich in einem Wald befand, welcher durch die große Ebene von Edoras getrennt war. Das Pferd graste entspannt neben mir und schien diese Ruhe zu genießen, ganz im Gegensatz zu mir. Sie ließ mich verrückt werden, auch wenn ich geglaubt hatte, dass ich alleine sein wollte, wollte ich dies nicht. Und doch war ich nun hier. Allein.
Stöhnend griff ich mir an den Kopf, bevor ich nach meinem Bogen griff und diesen mit einem lauten wutverzerrten Schrei zur Seite warf. Das Vogelgezwitscher um mich herum verstummte. Das davon fliegen mancher dieser Tiere war zu vernehmen, bevor die komplette Stille eintrat, welche nur von raschelnden Blättern unterbrochen wurde.
Erschöpft fiel ich in mich zusammen und ließ all die schmerzenden Gedanken zu. Wir hatten zwar den Krieg gewonnen und das Land somit vor der Knechtschaft bewahrt, dennoch habe ich alles verloren. Niemals hätte ich gedacht, dass ich so für sie empfinden würde, immerhin war sie zu Anfang nur die Diebin gewesen, die bestraft werden musste.
Erst als dieser Ork von ihr gesprochen hatte, wusste ich, dass sie vielleicht doch eine wichtigere Rolle besaß, als Anfangs angenommen. Sie war etwas ganz besonderes. Wir hätten sie nicht einfach so leichtgläubig behandeln dürfen. Nein. Wir hätten sie besser, mehr beschützen müssen, sie mehr von Dingen abhalten müssen, die nicht gut waren. Wir hätten. Ich hätte. Hätte. Dieses Wort. All die Überlegungen hingen mit diesem Wort zusammen, doch war es zu spät. Sie war... tot.
Traurig biss ich mir auf die Unterlippe und blickte in den Himmel. Mit dieser Geste wollte ich verhindern, dass die Tränen begannen zu laufen und ich somit nicht mehr aufhören könnte. Viel zu oft war ich stark gewesen. Für meinen Vater. Meine Freunde. Für sie. Ich war ein Krieger. Ein Soldat in der Armee meines Vaters und rechtmäßiger Thronfolger. Schon so oft hatte ich Schmerzen gefühlt. Ob durch ein Schwert oder den Tod meiner Mutter, sie waren mir nicht fern. Genau deswegen sollte ich nicht weinen, doch konnte ich nicht anders. Die Tränen liefen mir unerbittlich über meine erhitzen Wangen und hinterließen feuchte Linien.Ich hatte sie geliebt. Nein. Kopfschüttelnd korrigierte ich mich. Ich liebte sie. Wäre es doch nur hatte!
So würden mir viele Schmerzen erspart bleiben. Mein Herz sehnte sich so sehr nach ihr. So sehr.
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Nur ein sehr kurzes Kapitel, dennoch hoffe ich es gefällt euch. Bald geht es weiter.
Lg OntiaZiadre ^^
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Meleth
Fanfiction•Es wird immer gesagt Elben lieben nur ein einziges Mal in ihrem Leben, danach nie wieder• Trotz der Probleme zwischen den beiden, müssen sie einsehen, dass es wichtig ist, von nun an Verbündete zu sein. Sie haben den selben Feind und das selbe Ziel...