|*|Vetter|*|

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Ich wollte mich erstmal für alles bedanken. Ich freue mich, dass euch die Geschichte zugefallen scheint. 600 Leute haben mittlerweile den Quatsch gelesen, den ich geschrieben habe. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich freue mich total! Danke danke danke!
Lg OntiaZiadre

„Sind wir uns einig?" Das waren die ernsten Worte die ich wieder wahrnahm.
Bard spielte wieder auf den Handeln an, als wäre nichts gewesen.
„Was hast du nur getan?" Sagte ich leise zu Bilbo.
„Es musste sein", verteidigte er sich.
Ich wollte erneut etwas sagen, da schnitt er mir das Wort mit einer Handbewegung ab.
„Die Rückgabe des Arkensteins gegen das, was versprochen war", probierte es Bard weiter.
Thorin schien zu überlegen, denn er antwortete nicht.
„Gebt uns eure Antwort", drängelte Bard weiter: „Wollt ihr Frieden oder Krieg?"⬆️
Ein sehr leises: „Ich will Krieg", war von Thorin zu hören.
Und plötzlich war all meine Hoffnung dahin.
Er wird kämpfen und nichts wird ihn davon abhalten.
Alle Bemühungen waren umsonst gewesen.
Bilbo hatte sich umsonst in Gefahr gebracht.
Aber was erwartete ich von einem hitzköpfigen König?

Gleichmäßige Schritte lenkten meine Aufmerksamkeit zur Seite.
Ich sah etwas großes auf uns zu kommen und atmete geschockt ein.
Auch die anderen drehten sich um und betrachteten die sich nähernde Welle.
Wie auf Knopfdruck wendeten sich die Elben zu dem ungewünschtem Besuch und bauten ihren Schutz in diese Richtung auf.
Das Elbenheer ging den anderen entgegen, bereit jederzeit anzugreifen.
Von der Mauer waren Freudenschreie zuhören.
Es waren also keine Unbekannten.

Bilbo und ich hatten mittlerweile zu Gandalf aufgeholt, der sich mit dem Strom der Elben ziehen ließ.
„Wer ist das?" Fragte ich ihn neugierig.
„Friedlich sieht der nicht aus", ergänzte Bilbo misstrauisch.
„Das ist Dáin. Der Herr der Eisenberge. Thorins Vetter", antwortete Gandalf schließlich.
Bilbo schaute immer wieder auf zu ihm: „Sind sie sich ähnlich?"
Gandalf blieb stehen, wendete aber nicht seinen Blick ab: „Für mich war Thorin immer der vernünftigere von Beiden."
Gandalf setzte sich mit Schwung wieder in Bewegung und folgte dem Strom.
Bilbo schaute besorgt zu mir und schnaufte, bevor er es ihm gleich tat.

Bald waren wir nicht mehr weit entfernt und blieben stehen.
Ein Zwerg kam auf einem Schwein zu uns geritten und blieb kurz vor uns auf einer Anhöhe stehen.
„Guten Morgen", brüllte er zu uns herunter: „Wie geht's uns allerseits?... Ich hätte einen kleinen Vorschlag zu machen, wenn ihr mir einen Augenblick eurer Zeit schenken würdet."
Angespannt betrachtete ich den Zwerg auf dem Schwein vor uns.
Wie viele werden kämpfen?
Wie viele werden ihr Leben in diesem Krieg verlieren?
„Wärt ihr so freundlich", seine Stimme klang gespielt liebevoll, bevor er laut schrie: „UND VERSCHWINDET VON HIER!"
Die geflohenen Bürger der Seestadt wichen vor Schreck zurück und begannen zu murmeln.
Ich dagegen richtete mich noch ein wenig weiter auf, er würde es nicht schaffen mich einzuschüchtern.
„IHR ALLE. UND ZWAR SOFORT!" Brüllte er weiter.
Die Bürger wichen immer weiter zurück und Bard rief: „Haltet die Stellung.
Er war nun wieder an der Spitze des Trupps und hielt ein Schwert in der Hand, welches er auf die Feinde richtete.
Und da fiel es mir ein.
Was machte ich hier bloß?
Auf einem Schlachtfeld, ohne Waffen, mit denen ich zwar eh nicht umgehen konnte, dennoch.
Vielleicht wäre es doch besser gewesen zu verschwinden, doch sofort schüttelte ich den Kopf über den Gedanken.
Würde ich gehen, würde ich Bard, die Kinder und meine Freunde verraten.
Ich würde sie nicht alleine in den Krieg ziehen lassen.
Eine Waffe würde ich schon finden und dann kam es auf das Überleben an.

„Oh aber nicht doch, Fürst Dáin", probierte Gandalf die Situation zu entspannen.
„Gandalf der Graue", der Fürst schien ihn zu erkennen.
Gandalf neigte leicht den Kopf und deutete damit eine Verbeugung an.
„Sagt diesem Gesindel es soll verschwinden. Sonst tränke ich den Boden mit ihrem Blut!"
Mit einer ruckartigen Kopfbewegung zur Seite, schaute ich zu Bilbo, der nachdenklich den Mund zusammen zog.
Vermutlich erfreute ihn die Ankunft der anderen genauso wenig wie mich.
„Ein Krieg zwischen Zwergen, Menschen und Elben ist unnötig", Gandalf ging auf den Fürsten zu: „Ein Heer von Orks marschiert auf den Berg zu. Haltet eure Streitmacht zurück."
Bei der Erwähnung der Orks schluckte ich schwer.
Ich dachte nicht mehr an sie, doch sofort wurde mir wieder kalt und warm zu gleich.
„Von Elben halte ich überhaupt nichts... und schon gar nicht von diesem ehrlosen Waldkobold", bei seinen Worten zeigte Dáin auf Thranduil, welcher ihm nur trotzig entgegen schaute.
„Er wünscht sich nur das schlechteste für mein Volk", sprach er weiter und ich konnte sehen, wie sich der Elbenkönig beherrschen musste.
„Und sollte er sich zwischen mich und meine Sippe stellen... dann spalte ich ihm seinen hübschen Schädel", bei den Worten des Fürsten begann Thranduil hochmütig zu grinsen.
Auf das Lächeln reagierte Dáin nur abwertend: „Mal sehen, ob er dann immer noch so fein lächelt."

Wieder war Gegröle vom Berg zu hören.
Sie schienen dem Fürsten zuzustimmen, doch was habe ich auch anderes erwartet.
„Er ist eben so irrsinnig, wie sein Vetter", kommentierte der Elbenkönig das Ganze.
„Hört ihr Freunde? Es geht los. Verpassen wir den Dreckskerlen eine ordentliche Abreibung", Dáin drehte sich um und rannte zurück zu seinen Truppen.
Es geht los.
Die Worte wiederholten sich immer wieder und wieder in meinem Kopf.
Nun würde das Schlachten beginnen.
Für nichts und wieder nichts.

Jemand brüllte etwas, was alle anderen wiederholten.
Ich vermutete, dass es ein Kampfschrei war, doch ich verstand nicht, da ich die Sprache nicht beherrschte.

Die Elben formierten sich neu.
Die Bogenschützen verschwanden aus der ersten Reihe und Elben mit Schildern und Sperren nahmen dafür ihre Plätze ein.
Während die Schreie immer lauter wurden und alles seinen Lauf nahm, passierte etwas anderes.
Die Erde begann zu beben und laute Geräusche drangen zu uns.
Nicht nur ich bemerkte dies.
Die Gesichter um mich herum wurden plötzlich aschfahl und die Augen vergrößerten sich.
"Werwürmer", hörte ich Gandalf fassungslos sagen.
"Bitte was?" Fragte ich nach, doch er schenkte mir keinerlei Beachtung.
Plötzlich kam ein riesiges Geschöpf an die Oberfläche.
Es hatte ein riesiges Maul, mit Klingen artigen Zähnen.
Wie von alleine wich ich mehrere Schritte zurück und suchte nach halt.
Mehrmals schluckte ich schwer und war versucht mir die Augen zu reiben, um zu schauen, ob ich nicht träumte.
Immer mehr kamen hinzu und mir blieb die Luft weg.
Ich sah, wie Bilbo sein Schwert bereits in der Hand hielt und hinter seine Rücken schwang.
Sein Blick war mehr als besorgt und vielleicht spiegelte sich sogar ein bisschen Furcht in diesem.
Einer der Würmer nahm einen riesigen Fels in das Maul und zerbröselte ihn, wie nichts.
Meine Furcht wurde plötzlich noch viel größer und ich wich noch weiter zurück.
Ich hatte keine Waffe.
Nichts.

So schnell wie diese Geschöpfe allerdings gekommen waren, so schnell waren sie auch wieder verschwunden.
Doch die Würmer waren mir um einiges lieber gewesen, als ich sah, was nach ihnen kam.

Meleth Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt