Am Mittwoch Nachmittag erschien ich in der Akademie und machte es mir nach dem umziehen, ich trug wie immer eine schwarzes Shirt ohne Ärmel, schwarze Leggins und eine Sweatjacke darüber, bei Nicole am Tresen im Bistro gemütlich. Wie es zur Gewohnheit geworden war würde ich gleich Ralf bei einer Kindergruppe im Wing Chun unterstützen. Wir plauderten über meinen Umzug und alles Mögliche andere. Ralf kam aus dem Trainingsraum und begrüßte mich fröhlich. „Schön das du da bist. Das trifft sich sehr gut!" Ich lächelte fragend. „Warum? Ich bin doch meistens hier." Er schüttelte lächelnd den Kopf. „Gleich kommt eine Frau die ich eventuell ehrenamtlich als Co-Trainerin beschäftigen möchte. Dann kannst du sie dir auch ansehen. Sie wird den SV-Kurs mit begleiten und die Kids vielleicht übernehmen."
>Unwohlsein machte sich in mir breit<
Schon klar, das ich ihm nicht im vollem Umfang helfen konnte und auch nichts alleine machen konnte, aber irgendwie störte es mich. Ralf schien es zu bemerken und legte seine Hand auf meine Schulter. „Das heißt nicht das ich deine Hilfe nicht mehr brauche, du bist hier immer Willkommen. Aber vielleicht kannst du ihr in Zukunft dann auch mal zur Hand gehen und ich kann mich raus ziehen und andere Sachen erledigen." Ich nickte und versuchte zuversichtlich zu lächeln. Ralf verabschiedete sich erst mal ins Büro und Nicole und ich verfielen wieder in einen lockeren Plausch.
>Ich unterdrückte meine innere Anspannung<
Marius schlenderte durch den Vorraum und gesellte sich zu uns. Ich sah ihn fragend an. Er grinste schief. „Muss mal Pause machen und dachte mir ich schau mal was du so treibst. Gehst gleich die kleinen Kinder quälen?" Ich stieß ihm mit den Ellenbogen in die Seite so das er fast von seinem Hocker kippte. Er lachte auf. „Was denn? Stimmt doch." Er sah hilfesuchend zu der ebenfalls schmunzelnden Nicole. „Erzähl nicht so einen Mist, Becca ist immer sehr lieb zu den Kids." Sagte sie gespielt ernst und stellte ihm Augenzwinkernd einen Kaffee hin und wand sich dann den Anderen an den Tischen zu um hier und da ein Schwätzchen zu halten. Marius hob die Augenbrauen. „Also was hab ich verpasst? „Was sollst du verpasst haben?" Fragte ich bemüht unbeteiligt und nahm einen Schluck aus meinem Wasserglas. „Na welche Laus ist dir über die Leber gelaufen? Das du so empfindlich reagierst." „Mhh." Machte ich und trank erneut einen Schluck. Dann erzählte ich ihm von der vermeintlich neuen Co-Trainerin und er nickte bedächtig. „Sorry, aber ich Checks nicht so ganz was dir daran die Stimmung vermiest. Die fehlende Zeit mit Ralf oder hast du das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden? Obwohl wie du sagst Ralf das ja schon dementiert hat." „Keine Ahnung. So doof wie es klingt, zweiteres vielleicht. Ich hab einen Draht zu den Kindern und es macht mir echt Spaß." Marius schüttelte den Kopf. „Und das wird sich auch nicht ändern! Nur das du dann mal eine Frau an deiner Seite hast." Ich nickte leicht. „Ja, du hast ja recht. Es ist albern." Ich verdrehte über mich selbst die Augen und atmete tief ein und ließ die Luft langsam wieder entweichen. „Also, was macht die Arbeit?" Fragte ich nun freundlicher und mit einem kleinen Lächeln. Marius berichtete ein wenig vom stand der Dinge, wurde dann aber von Ralf unterbrochen der in Begleitung einer Frau in den Raum kam. Wir sahen zu ihnen rüber. Sie war etwas größer als ich, hatte ihre hellbraunen Haare zu einem Bauernzopf zusammen genommen und ihn im Nacken noch mal zusammengelegt. Also musste sie recht langes Haar haben. Sie war schlank und wirkte auch in ihren Alltagskleidung sportlich. Ihre Tasche hing lässig über ihrer Schulter.
>Hübsch<
Schoss es mir durch den Kopf und ich wunderte mich kurz über diesen Gedanken. Unsere Blicke trafen sich und sie lächelte mich freundlich mit ihren braunen Augen an. Ich zuckte unbewusst kurz zusammen und erwiderte das Lächeln mit einem leichten Nicken.
„Attraktiv ist sie schon mal." Flüsterte Marius mir zu. „Mhh." Gab ich bestätigend von mir. Konnte ein Kichern dann jedoch nicht verbergen. „Aha, Interessiert?" Hauchte ich ihm zu. Woraufhin er mit den Augen rollte. „Ich hab einfach Augen im Kopf." Ralf endete mit seiner Führung durch die Räumlichkeiten wie ich annahm und kam zu uns rüber. „Rebecca das ist Katharina. Katharina- Rebecca." Ich stand auf und sie reichte mir die Hand die ich ergriff und leicht schüttelte. Bei der Berührung zuckte ich unwillkürlich zusammen, was war nur los mit mir. Ich räusperte mich kurz und grinste Ralf schief an. „Alle nennen mich Becca." Sagte ich mit einen lächeln zu ihr. „Kate reicht mir auch völlig." Sagte sie mit einem weiteren lächeln und tiefem Blick in meine Auge und ließ meine Hand los.
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Chance
Romancegirlxgirl Story Dunkel, voller Gewalt und Angst war ihre Kindheit und frühe Jugend. In den Händen des Systems fand sie einen Weg hinaus aus der Dunkelheit, zu sich selbst und mehr noch, sie fand Menschen die an ihrer Seite standen, zu ihr standen...
