Ich war tatsächlich in die Nähe von Hannover umgezogen. Es war eine völlig anderes Wohnen dort. Das Haus war für mich gefühlt riesig und dort befanden sich gleich vier Wohngruppen auf zwei Etagen. Das hieß wir waren 22 Kinder- und Jugendliche unter einem Dach. Auf meiner Gruppe lebte ich mit einem Jungen und zwei Mädchen im alter von 12 bis 15 Jahren zusammen. Die Betreuer und meine Mitbewohner waren nett, aber es war längst nicht so familiär wie ich es kennengelernt hatte.
Ich war bemüht mich einzuleben und kam mit meinen Mitbewohnern und Betreuern gut zurecht. Jedoch überkam mich auch Heimweh und ich hielt weiterhin telefonischen Kontakt zu Lotta und Nadine. Ich vermisste alle meine Mitbewohner und es machte mir ein ums andere Mal das Herz sehr schwer. Birte hielt ihr Wort und auch mit ihr telefonierte ich regelmäßig. Durch die Entfernung konnten wir uns nicht so häufig sehen, aber da Frank und sie gern Motorrad fuhren, kamen sie mich grade im Frühjahr und Sommer häufiger besuchen. Auf dem Gymnasium waren meine Noten stark abgesackt und da man mir den Schulischendruck nehmen wollte, ging ich hier auf eine Realschule.
Eines Tages überschlugen sich die Ereignisse und mein Onkel hatte mich auch hier gefunden.
>Die Loyalität seinem Bruder gegenüber, schien grenzenlos<
Er bedrohte mein Leben und es grenzte an ein Wunder das ich nur mit ein paar oberflächlichen Verletzungen davon gekommen bin. Die psychischen Verletzungen waren deutlich schlimmer. Alles kam wieder hoch und steigerte sich bis hin zu Suizidgedanken. Ich brach endgültig zusammen und musste vier Monate in Stationäre Therapie. Mit 15 Jahren in der Klapse.
>Mein Leben ist im Arsch<
Aber ich sollte mich irren, die Zeit dort tat mir gut und half mir tatsächlich. Sie arbeiteten nicht nur die aktuellen Geschehnisse mit mir auf, sondern auch zum Teil die Vergangenheit mit meinem Vater.
>Ich hatte neuen Lebensmut<
Als ich dort entlassen wurde, war es mein Wunsch umzuziehen. Da ich mich im Haus und der Umgebung einfach nicht mehr sicher fühlte. Ich wusste zwar das mein Onkel sich mir nicht nähern durfte, aber es blieben immer die Zweifel ob er sich daran halten würde oder sogar andere Leute schicken würde. Auch meine Therapeuten unterstützten den Wunsch und mein neuer Vormund Hr. Alber setzte alle Hebel in Bewegung, um eine Einrichtung für mich zu finden wo ich zur Ruhe kommen konnte. Er war wirklich in Ordnung, obwohl mein Verhältnis zu Männern nach wie vor schwierig war, empfand ich ihm gegenüber Vertrauen. Er erinnerte mich immer an eine Mischung aus Andy und Lars. Typ harte Schale, weicher Kern. Hr.Alber ermöglichte mir den Umzug. Und so ging es wieder recht schnell, noch weiter weg von meiner eigentlichen Heimat, nach NRW.
>Heimat...was ist das<
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Chance
Romancegirlxgirl Story Dunkel, voller Gewalt und Angst war ihre Kindheit und frühe Jugend. In den Händen des Systems fand sie einen Weg hinaus aus der Dunkelheit, zu sich selbst und mehr noch, sie fand Menschen die an ihrer Seite standen, zu ihr standen...
