Samstag
Ich hatte lange nicht mehr so gut geschlafen und wachten mit einem glücklichen lächeln neben Kate auf.
>Wir gehören zusammen<
Ich betrachtete ihre entspannten Züge bis sie sich langsam regte und ebenfalls lächelnd die Augen öffnete. „Guten Morgen." Flüsterte ich ihr zu, als sie sich zu mir drehte und mir einen Kuss gab. „Guten Morgen." Erwiderte sie und streckte sich.
Als wir in den Wohnraum kamen stand Frank bereits mit einem Kaffee und der Zeitung an der Kücheninsel und grüßte uns gut gelaunt. Er hatte bereits den Frühstückstisch gedeckt und erwartete uns. Birte kam kurz nach uns runter und so frühstückten wir gemeinsam und besprachen den Tag. Es gefiel mir nicht, aber um nicht aufzufallen war es besser das Birte mich in die WG fuhr und Kate hier wartete. Für den Nachmittag hatten wir geplant an den Strand zu fahren und dann zum Essen zum Chinesen. In der WG erwarteten sie mich freudig und Kirsten und Andreas waren zusätzlich gekommen um mich zu sehen. Wir saßen stundenlang zusammen und erzählten über gemeinsame Zeiten und die Zeit nach meinem Auszug. Der Abschied fiel mir schwer und Lotta machte es mir noch schwerer da sie sich kaum beruhigen konnte und immer wieder weinte. Am liebsten hätte ich sie mitgenommen, aber das war leider nicht möglich. Die Stimmung bei Birte im Auto war gedrückt, da ich alles erst mal sacken lassen musste und mich wieder emotional von ihnen zu lösen fiel mir doch schwerer als gedacht. Kate und Frank erwarteten uns bereits und wir fuhren sofort weiter zum Strand. Mittlerweile hatte ich mich wieder beruhigt und stieg erleichtert aus dem Auto. Ich atmete tief die frische und salzige Seeluft ein und war aufgeregt wie ein Kind. Trotz des guten Wetters war der Strand nicht überlaufen. Schnell zog ich meine Schuhe und Socken aus und lief der eintreffenden Flut entgegen. Kate tat es mir gleich und folgte mir schnellen Schrittes bis zum Wasser. Sie legte den Arm um meine Schultern und ich umschlang ihre Taillie. Gemeinsam sahen wir eine Zeit lang zum Horizont und hingen unseren Gedanken nach. Abseits der anderen Leute verlor ich mich in dem Gedanken hier allein mit Kate zu sein. Nur das Meer und sie an meiner Seite. Kate legte den Kopf an meine Schulter und flüsterte in mein Haar. „Wir treffen Birte und Frank in zwei Stunden hier wieder." Ich sah sie irritiert darüber das wir uns trennen würden an, aber die Freude mit ihr allein hier zu sein, überwog schnell. Gemeinsam gingen wir Hand in Hand am Wasser endlang, alberten herum, sammelte einige Muscheln und mit einem Stock malte ich ein Herz in den Sand mit einem K+B darin was Kate mit einem lächeln und einem langen Kuss beantwortete. Wir waren wieder für wenige Stunden wie jedes andere Paar hier.
>Könnte es doch nur immer so sein<
Kate zog mich an der Hand etwas in die Dünen und wir setzten uns in den warmen Sand und genossen die Zweisamkeit in dieser idyllischen Atmosphäre. Sie atmete tief ein und ich spürte ihren Blick. Als ich sie ansah gab sie mir einen Kuss und fuhr mir dabei durch meine offenen vom Wind zerzausten Haare. „Ich muss mir dir über etwas sprechen." Sagte sie leise. Die Stimmung änderte sich spürbar, es war etwas ernstes. Ich sah vor mich auf den Sand und ließ ihn immer wieder durch meine Finger rieseln. „Worüber?" Fragte ich unsicher. Kate strich mir leicht über den Rücken und atmete schwer aus bevor sie sprach. „Heute Vormittag hab ich mit Birte gesprochen..." Ich zuckte mit den Schultern. „Und? Was war daran so ungewöhnlich?"
>Ich verstand gar nichts<
„Na ja eigentlich eher Belanglos, über unsere Jobs, aber dabei ist etwas zu Tage gekommen, was für uns von Bedeutung ist." Ich sah sie fragend an. „Kate...Du sprichst in Rätseln. Was ist los?" Ich war nervös und ängstlich was kommen würde. „Ich bin Lehrerin." Sagte sie gedämpft. Ich grinste schief. „Das weiß ich doch und so wie du mit den Kids in der Akademie umgehst, wohl auch eine sehr gute." Sie schüttelte leicht den Kopf. „Nein, nicht an einer Grundschule." Ich sah zu ihr und zog die Augenbrauen fragend zusammen. Dann traf es mich wie ein Schlag in die Magengrube.
>Entsetzten und eine böse Vermutung machte sich breit<
„Nein!" Platzte es aus mir heraus. Kate nickte stumm. Ich legte mir meine Hand vor den Mund und schüttelte ungläubig den Kopf. „Bitte, sag das das nicht wahr ist..." Jammerte ich leise und griff nach ihrer Hand. Sie hob den Blick und sah mich an. „Doch Baby. Ich unterrichte an der Berufsschule auf die du gehen wirst."
>Oh mein Gott!!!<
„Scheiße!" Entfuhr es mir und ich stützte den Kopf in die Hände. „Na super. Und wir haben uns Gedanken gemacht, dass du meine Trainerin bist, aber nein. Es kommt ja noch dicker, weil du bald meine Lehrerin bist. Oh Fuck!" Stöhnte ich verzweifelt. Kate atmete tief aus und streichelte mir wieder über den Rücken. „Na ja nicht ganz. Ich werde dich nicht Unterrichten. Ich bin im Sozialenbereich und somit auch in einem ganz anderen Trakt. Es kann sein, dass wir uns noch nicht mal über den Weg laufen. Macht es nicht viel besser, aber immerhin." Ich schüttelte immer noch ungläubig den Kopf. „Meine Freundin wird meine Lehrerin!" Sagte ich verzweifelt und zog die Beine etwas an und legte die Arme darauf ab. Mein Blick schweift zum Strand und so wie sich dort die Wellen brechen, brach gefühlt alles über mir zusammen.
>Das durfte alles nicht wahr sein<
„Kann es bitte schlimmer kommen? Bist du vielleicht verheiratet oder hast noch jemanden neben mir?" Kate sah mich entsetzt an. „Jetzt mach aber mal einen Punkt. Ja die Situation ist scheiße, aber nur damit du es weißt, ich war Single bevor das mit uns anfing." Ich ließ den Kopf hängen. „Entschuldige, aber ich hab das Gefühl es kann grade nur schlimmer werden. Vor ein paar Wochen war ich verzweifelt, dass ich das erste Mal verliebt bin und das in eine älter Frau. Dann die Problematik das du meine Trainerin bist, die meine Gefühle erwidert und jetzt bist du auch noch meine Lehrerin!" Kate nickte zustimmend. Ich sah sie an, verzog verzweifelt das Gesicht und wischte mir flüchtig über die Augen. „Wie soll es weiter gehen? Ist unsere Zeit auf die Sommerferien begrenzt? Eine kleine Ferienliebe..."
Kate schüttelte abwehrend den Kopf. „Das glaubst du doch nicht wirklich. Oder?" Fragte sie gekränkt. Ich hob hilflos die Hände. „Ich will es nicht, aber..." Sie legte ihre Hand auf meine. „Baby ich bin auch aus allen Wolken gefallen, als Birte mich darauf aufmerksam gemacht hat, auf welche Schule du gehen wirst." Sie lächelte bitter und ich nickte. „Stimmt, wir haben über vieles gesprochen, aber nie darüber." Sie nickte leicht. „So bin ich sonst auch nicht, dieses im Moment leben, aber du hast meine Welt im positiven Sinne auf den Kopf gestellt." Ich lächelte leicht. „Frag mich mal." Wir schwiegen einen Moment, bis Kate wieder das Wort ergriff. „Natürlich weiß ich das es verboten ist und was für mich auf dem Spiel steht, aber ich will das mit uns nicht aufgeben! Ich versteh, wenn du darüber Nachdenken..." Weiter kam sie nicht da ich sie sofort unterbrach. „Kate ich muss darüber nicht nachdenken. Ich will dich." Sie nickte bitter lächelnd. „Es wird nur nicht einfach. Wir müssen es geheim halten und vorsichtig sein, jetzt noch mehr als vorher. Das ich dich nicht direkt unterrichte ist da noch das beste."
>Es muss funktionieren<
Ich stieß hart die Luft aus, spielte mit meinem Armband und sah aufs Meer hinaus. Kate legte ihre Hand auf das Armband und unsere Blicke trafen sich. „Ich halte daran fest, weil ich dich liebe!" Flüsterte sie und sah mich eindringlich an. Ich erwiederte ihren Blick mit einem leichten Lächeln. „Und ich liebe dich."
Nur ist die Liebe stark genug....
Ende
to be continued
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Chance
Roman d'amourgirlxgirl Story Dunkel, voller Gewalt und Angst war ihre Kindheit und frühe Jugend. In den Händen des Systems fand sie einen Weg hinaus aus der Dunkelheit, zu sich selbst und mehr noch, sie fand Menschen die an ihrer Seite standen, zu ihr standen...
