41.2 Obst und Gemüse

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Als wir in meiner Wohnung angekommen waren, hängte ich unsere Badesachen und Handtücher zum trocknen über die Balkonbrüstung und Kate holte Gläser und etwas zu trinken raus. Wir machten es uns nebeneinander auf der Bank gemütlich und nach einer weile des Schweigens. Sah ich zu ihr rüber. „Frag ruhig..." Forderte ich sie auf. Sie zwinkerte kurz überrascht. „Was?" Ich legte den Kopf schief. „Die Sache mit der Banane hat dich mehr getroffen als du zugeben möchtest, aber ich spüre das." Sie senkte den Blick und strich mir nachdenklich über mein Bein. „Ich hab da vorher nie drüber nachgedacht und wusste auch nicht..." Ich legte meine Hand auf ihre und sie kreuzte unsere Finger miteinander. „Woher auch Kate?" Fragte ich leise. „Für dich ist es normal und das ist auch total okay. Es gab bisher keinen Grund dir so was zu sagen oder zu erklären." Sie nickte nachdenklich und holte tief Luft. „Er hat dich also auch dazu gezwungen." Stellte sie fest und fragte dann leiser. „Willst du deswegen nicht das ich..." Ich drückte ihre Hand. „Ja. aber.." Ich suchte nach den richtigen Worten. „Mit dir ist alles anders. Lass mir Zeit, vielleicht irgendwann." Sie nickte sofort. „Sicher, so viel du willst und wenn es nie ist, ist das auch nicht schlimm. Ich wollte es nur wissen." Ich nickte ebenfalls und sah in die Ferne. Kate strich mit ihrem Daumen über meinen Handrücken. „Gibt es noch mehr was du darum nicht isst oder magst?" Ich legte den Kopf schief und dachte nach.

>So vieles...<

Ich räusperte mich leise. In der Klinik hab ich daran gearbeitet. Es ist kein seltenes Problem, einige Mädchen und Frauen entwickeln da eine richtige Essstörung. Ich bin soweit das z.B. Obstsalat mit Banane, Gurken- oder Möhrensalat und Currywurst geht, zumindest an guten Tagen." Kate schien zu überlegen und ich drückte ihre Hand. „Also es gibt die Obst und Gemüsesorten die so aussehen und man möchte sie sich darum nicht mehr in den Mund stecken, aber na ja.." Ich rang mit mir wie ich es sagen sollte. Kate nickte. „Man kann auch mit Möhren und Gurken jemanden vergewaltigen." Sagte sie gepresst und ich nickte. „Das meinte ich." „Wie war es bei dir?" Flüsterte sie mir zu. Ich senkte den Blick. „Mit so ziemlich allem was du dir vorstellen kannst oder eher nicht vorstellen kannst." Ich fuhr mir durchs Haare. „Wie soll ich sagen. Mein Vater war nicht nur pervers, sondern auch kreativ." Sie seufzte schwer und ich zuckte leicht mit den Schulter. „Entschuldige, war ein Tick zu viel." Kate fasste meine Hand fester. „Nein, ich wollte es wissen und du sollst mich nicht schonen. Es ist nur schwer nachzuvollziehen, wie jemand einem anderen Mensch so was antun kann." Ich nickte zustimmend. „Mit ein Grund warum ich nie wieder jemanden so an mich ran lassen wollte. Und dann kamst Du! Ich hätte mir das alles vorher nie vorstellen können. Es verwunderte mich immer wieder selbst und wirft mich regelrecht aus Bahn. Das es geht und mir wirklich gefällt." Ich sah sie eindringlich an bis sie mir in die Augen sah. „Liegt auch allein an dir!" Sie lächelte leicht und beugte sich zu mir um mich zu küssen. Ich legte meine Hand an ihre Wange und erwiderte den Kuss. Wir lächelten uns einen Moment an. „Außer..." „Mhh?" Fragte Kate leise. Ich fuhr mir durchs Haar und ließ den Blick schweifen. „Ach nichts..." Sie nahm wieder meine Hand und drückte sie leicht. „Sag es mir.." Ich verzog das Gesicht und flüsterte. „Was für mich unvorstellbar ist, ist irgendwas Anal ausprobieren." Sie schluckte harte und nickte. „Versprochen. Darum brauchst du dir keine Gedanken machen, nicht mein Ding." Ich nickte und sah dann leicht grinsend zu ihr. „Ich dachte ich sag es mal, weil du mir so oft..." Kate lachte auf. „Ja dein Hintern ist zum anbeißen, aber mehr werde ich nicht tun." Ich sah sie gespielt verschreckt an. „Du willst mir in den Hintern beißen?" Kate lachte erneut. „Vielleicht." Nun lachte auch ich und die Stimmung entspannte sich etwas. Kate lehnte sich etwas zurück und sprach leise. „Können wir jetzt auch über gestern Abend sprechen?" Ich senkte den Blick.

>Es war immer noch peinlich daran zurück zu denken<

Ich fuhr mir unruhig über mein Bein. „Was möchtest du denn wissen?" Kate legte den Kopf in den Nacken. „Na ja, es war wunderschön und du hast gesagt es hat dir auch gefallen." Ich nickte zustimmend. „Aber warum warst du dann so verschreckt und voller scharm?" Ich atmete tief durch und stöhnte leise.

>Die Frage hatte ich erwartet<

„Wie soll ich das sagen..." „Grade heraus." Antwortete Kate ohne das ich wirklich gefragt hatte. „Okay, wenn du es grade heraus willst." Sie nickte und ich rieb mir unsicher über die Stirn. „Ich wurde immer hart gefickt und es hat mir nie gefallen, ganz im Gegenteil es tat weh und war absolut grausam." Ich schüttelte mich unwillkürlich bei dem Gedanken.

>Ich hatte es ausgesprochen<

„Und gestern wollte ich das so und es tat gut. Ich weiß nicht ob du dir vorstellen kannst in was für einen Zwiespalt mich das gebracht hat." Kate presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen und nickte leicht. „Vorstellen nein, aber ich versteh es nun. Außerdem ist Vergewaltigung nicht mit hartem Sex zu vergleichen." Sie sah mich an und lächelte leicht. Ich verzog das Gesicht zu einem schiefen lächeln und wurde leicht rot. „Und wieder bist es du, die alles ändert und meine Welt aus den Angeln hebt." Sie beugte sich erneut zu mir und gab mir einen Kuss. „Solange es im positiven Sinne ist, mach ich das gern." Ich lächelte und küsste sie erneut. Wir hingen einen Moment unseren Gedanken nach und ich sah zum dunkel blauen Himmel hinauf. „Du weißt jetzt schon mehr, als jeder meiner Freunde oder Betreuer. Eigentlich sollte mir das Angst machen, aber tut es seltsamerweise nicht." „Warum?" Fragte Kate gedämpft. „Na ja es macht mich angreifbar, ich habe dir viele von meinen Schwachstellen offenbart." Kate sah zu mir rüber. „Ich finde dich unglaublich stark und mutig, auch das du es mir erzählst. Ich weiß gar nicht was ich dazu sagen soll, es klingt doof, aber ich bin dankbar das du dich mir so öffnest und das ist mit ein Grund warum ich das nie gegen dich verwenden würde."

>Hoffentlich<

Ich nickte leicht und Kate schien meine Unsicherheit zu spüren. „Versprochen!" Wieder schwiegen wir einen Moment.

>Dann kam mir eine Idee<

Ich lächelte leicht. „Nun hab ich dir so viel erzählt. Wie ist es mir dir, was gibt es da für Peinlichkeiten die ich wissen müsste?" Kate verzog das Gesicht. „Oh. Was willst du denn wissen?" „Mhh...Dein erstes Mal?" Sie lachte auf. „Okay, das ist tatsächlich peinlich gewesen." Ich hob interessiert die Augenbrauen. Kate stieß die Luft aus. „Ich war 16 Jahre alt, genau wie mein damaliger Freund. Es war auf unserer Klassenfahrt am letzten Abend, alle Anderen waren in der Haus eigenen Disco und wir haben uns auf mein Zimmer geschlichen. Und na ja nach ein paar Minuten war er fertig, ich hatte nichts davon, außer halt keine Jungfrau mehr zu sein." Ich legte den Kopf schief. „Klingt nicht soo peinlich." Sie grinste schief. „Oh doch. Wir kamen zurück in die Disco und von allen Seiten gab es Getuschel und Gelächter. Also wusste alle Bescheid. Als wir dann an der Theke standen, kam unsere Lehrerin zu uns und meinte noch einen oben drauf zu setzen, von wegen das wir hoffentlich verhütet hätten. Es ist also bis zu den Lehrern durch gedrungen was wir gemacht haben. Und glaub mir, das war mehr als peinlich!" Ich kicherte leise und nickte. „Da ich mich so geschämt habe, wollte ich auch niemanden fragen wo ich ein frisches Bettlacken bekomme, also hab ich die letzte Nacht auf einem Handtuch geschlafen." Ich nickte verstehend und grinste immer noch. Sie stieß mich leicht an. „Ja ich weiß, heute ist das so na ja, aber ich kann mich sehr gut an das Gefühl erinnern wie ich mich in Grund und Boden geschämt habe. Vor allem war er es auch noch, der vorher bei seinen Kumpels geprahlt hat."

Ich verzog das Gesicht. „Das ist richtig scheiße!" Sie nickte leicht und legte den Arm um mich. Wir genossen einen Moment die Stille der lauen Nachtluft. Ich legte meinen Kopf an ihre Schulter und flüsterte leise. „Kannst du heute Nacht hier bleiben?" „Natürlich, wenn du das willst." Ich legte meine Hand auf ihr Bein und strich sanft darüber. „Ich schlafe in der letzten Zeit nicht gut." Kate fuhr mir durchs Haar. „Ich hab darauf gewartet, dass du es mir erzählst." Meine Hand stockte. „Du hast es gemerkt?" Sie gab mir einen Kuss auf den Kopf. „Ich möchte das du mit mir redest, aber ich verstehe auch das du Gewisse Dinge erst mit dir selber ausmachen musst." Ich nickte und erzählte ihr von den Alpträumen. „Das ist eigentlich nichts neues und kommt immer wieder vor, aber grade mischen sich auch Jasmin und du dazu und das ist hart." Kate drückte meine Schulter. „Dann lass uns sehen, ob meine Anwesenheit dir hilft." Sie stand langsam auf und streckte mir die Hand hin. „Ab ins Bett."

Kate lag bereits in Sachen von mir im Bett, als ich umgezogen zu ihr kam und sie etwas unsicher ansah. Sie lächelte und klopfte auf meine Seite des Bettes. Ich legte mich mit etwas Abstand zu ihr und sie streichelt meine Wange und beugte sich über mich um mir einen Kuss zu geben. „Ich erwarte nichts, Baby." Ich lächelte leicht und intensivere den Kuss. Sie drückte ihre Lippen auf meine und löste sich dann. „Komm her." Ich drehte mich auf die Seite und sie umschlang mich mit ihren Arme.

>Ich fühlte mich Geborgen<

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