33. Tag am See

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Dienstag

Das klingeln meines Handys weckte mich und ich taste danach und ging mit halb geöffneten Augen ran. „Hallo?" Nuschelte ich verschlafen. Marius lachte auf. „Lange Nacht gewesen, was?" „Mhm..." Machte ich und rieb mir über die Augen und gähnte kurz. „Wie spät ist es?" Wieder lachte er auf. „Es ist gleich Mittag." „Was?" Fragte ich entsetzt. „11.30 Uhr um genau zu sein, darum ruf ich ja an, spät für deine Verhältnisse oder liegt da etwa noch Jemand neben dir?" Ich hörte deutlich seine Belustigung in der Stimme. „Spinner." Gab ich halbherzig von mir. „Sorry, der musste einfach raus." „Schon okay." Sagte ich nach einem tiefen Atemzug und setzte mich im Bett auf. „Also, wolltest du mich nur wecken oder was liegt an?" „Nö, ich hab mit Kim gesprochen und er und Jasmin, waren neidisch, dass wir gestern am See waren. Darum haben wir überlegt heute wieder hin zu fahren. Willst du mit oder machst du was mit deiner Herzdame?" Ich rollte mit den Augen. „Nein heute nicht." Sagte ich gedämpft.

>Was war das denn, nach ein paar Stunden vermisste ich sie bereits<

Ich schüttelte leicht den Kopf über mich selbst. „Also, wann geht es los?" Fragte ich ausweichend und hoffnungsvoll das er meinen Unterton nicht bemerkt hatte. „Ich komm dich um 13.00 Uhr abholen und dann fahren wir zu den anderen Beiden." „Alles klar. Dann bis gleich." Wir beendeten das Gespräch und ich schwang mich aus dem Bett.

Nach dem ich im Bad fertig war, zog ich mir eine Hotpants an und ein Muskelshirt was einen etwas tieferen ausschnitt hatte, aber am Rücken hochgeschlossen war. Ich packte eine Tasche zusammen und setzte mich mit einem Saft und meinem Müsli vor den Fernseher. Immer wieder dachte ich an den gestrigen Abend zurück.

>Ein flaues Gefühl machte sich in meinem Magen breit<

Ich stellte die Müslischale nachdem ich die Hälfte gegessen hatte zur Seite. Ich hatte eine Menge von mir preisgegeben und trotzdem wollte sie mich noch. Ob das immer noch so sein würde, wenn sie erfahren würde, das mir noch mehr angetan wurde.

>Musste sie das überhaupt erfahren?<

Ich ließ mich auf meine Couch fallen und starte an die Decke. Natürlich musste sie es erfahren, logisch betrachtet besser früher als später. Wenn sie mich deswegen nicht mehr wollte, würde es vielleicht nicht ganz so weh tun, als wenn ich mir nun weiter Hoffnungen machte.

>Blödsinn<

Ich legte mir meinen Arm über die Augen. Was für einen Quatsch dachte ich da grade, natürlich würde es auch jetzt schon schmerzen, mehr als ich mir eingestehen wollte.

Es klingelte und ich raffte mich schnell auf. Öffnet die Tür und räumte mein Frühstück ab. Ich hörte Marius im Flur. „Hallo?" Fragte er in die Wohnung hinein. „Küche" Rief ich ihm zu und kurz darauf stand er im Durchgang. „Na, alles klar?" Ich räumte grade alles in die Spülmaschine. „Ja so weit so gut." „Höre ich da einen Unterton?" Fragte er skeptisch. Ich drehte mich zu ihm um und verzog kurz das Gesicht. „Ich hab nachgedacht und...ach ich weiß auch nicht." Er nickte mir aufmunternd zu. „Lass uns erst mal los und dann reden wir." Ich ging ins Wohnzimmer holte meine Tasche, schlüpfte in meine Schuhe und packte alles nötige ein.

An der WG angekommen, wurden wir rein gebeten und ich musste erst mal Alle auf den Aktuellen stand bringen. Etwas über Kate zu erzählen, sparte ich dabei aus. Schnell lud ich sie noch für kommenden Freitag zur Einweihungsfeier ein. Aus kosten Gründen bat ich darum, wie ich es mit Marius besprochen hatte, dass jeder eine Kleinigkeit zu essen mitbrachte. Nach einer Stunde machte wir vier uns auf den Weg. Am See war es wieder recht voll, aber wir fanden ein nettes Plätzchen und legten unsere Decken zusammen. Kim ging ebenfalls nicht ins Wasser, so machten wir es uns gemütlich und Marius und Jasmin gingen schwimmen. Sie tobten wie kleine Kinder und wir beobachteten sie dabei und amüsierten uns köstlich. Irgendwann kam Jasmin fröstelnd wieder zu uns und auch Marius folgte ihr. Als wir einige Zeit in angenehmer stille wie die Sardinen in der Sonne gelegen hatte, brach Marius die Stille und setzte sich auf. „Erzählst du uns nun die Neuigkeiten von deiner Herzdame?" Fragte er mich. Kim der neben mir lag drehte sich zur Seite und stütze sich auf seinen Arm. „Neuigkeiten von der Herzdame und du sagst die ganze Zeit nichts?"

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