Samstag
Mein Handy riss mich aus meinem leichten Schlaf. Ich griff danach und bekam kaum die Augen auf, nach mehreren Versuchen sah ich Kates Name auf dem Display. Sie rief mich an und das bereits um 7.00 Uhr früh. Als ich noch überlegte abzunehmen oder nicht, verstummte es.
>Entscheidung abgenommen<
Ich ließ es auf die andere Bettseite fallen und stöhnte laut auf. Es klingelte erneut und wieder war es Kate. Ich riss mich zusammen und hob ab. „Hi!" Sagte ich Stumpf. „Guten Morgen, da hab ich dich also doch wach bekommen!" Flötete sie mir fröhlich ins Ohr. „Mhm...." Gab ich von mir und biss die Zähne zusammen. „Na wenn du schon mal wach bist, kannst du auch mitkommen." Sagte sie bittend. „Ich glaub nicht, dass ich dazu in der Stimmung bin. Sorry!" Ein paar Sekunden herrschte stille. „Was ist passiert?" Fragte sie unvermittelt. „Nichts." Erwiderte ich einen ticken zu schnell und legte mir die Hand auf die Stirn.
>Aufgefallen<
„Und das soll ich dir glauben?" Fragte sie ernst. „Deine Nachricht letzte Nacht war schon seltsam. Also?" Ich stieß meinen Atem aus und schloss wieder die Augen. „Später okay? Fahr du erst mal allein dahin." „Mhh...Bist du dir sicher?" „Japp. Ich wünsch dir viel Spaß!" Sagte ich betont fröhlich und hoffte sie würde es glauben. „Okay, dann reden wir später." Kam es mit einem traurigen Unterton von ihr.
>Super, auch ihr den Tag verdorben!<
„Bis Später!" Versuchte ich es entspannter klingen zu lassen und wir legten auf. Ich wälzte mich im Bett herum und vergrub den Kopf im Kissen. Meine Gedanken und das fiese Gefühl im Magen ließen mich jetzt erst recht nicht mehr schlafen. In meiner Short und dem T-Shirt was ich zum Schlafen trug schleppte ich mich über eine Stunde später ins Bad. Als ich in den Spiegel sah erschreckte ich mich kurz über meinen Anblick. Meine Augen waren rot unterlaufen und verquollen. Meine wirren Haare bändigte ich mit einem Zopf. Mehrfach wusch ich mir kalt das Gesicht und putzte mir die Zähne. Das musste erst mal genügen. Auf dem Weg in die Küche klingelte es. Ich verdrehte die Augen und ging unsicher Richtung Tür.
>So sollte mich niemand sehen<
Innerlich verfluchte ich meine Vermieter das es keine Gegensprechanlage gab und drückte die Tür auf. Vielleicht war es Marius.
>Es ist Kate<
Hallte es laut durch meinen Kopf und ich schloss mit einem tiefen Atemzug die Augen. Da kam sie auch schon die Treppen hinauf. „Guten Morgen!" Brachte ich heraus. Sie betrachtete mich mit gehobenen Augenbrauen und schüttelte kurz den Kopf. „Ich glaube nicht das der gute ist." Antwortete sie mir und schlüpfte an mir vorbei.
>Komm ruhig rein<
Ich schloss die Tür und ging unsicher auf sie zu. Sie war mitten im Wohnzimmer stehen geblieben. „Also?" Fragte sie mich wieder. „Möchtest du einen Kaffee?" Wich ich ihrer Frage aus und ging in die Küche. Als ich auf ihre Antwort wartete nahm ich mir ein Glas Saft aus dem Kühlschrank. Ich hörte sie leise aufstöhnen. „Danke nein!" Ich ging mit meinem Glas zurück ins Wohnzimmer und setzte mich auf die Couch. Sie hatte sich nicht von der Stelle bewegt und sah mich weiterhin fragend an. „Es ist später. Also sprich mit mir." Forderte sie mich auf. Ich schlug die Augen nieder. „Du wirst zu spät kommen." Sie schüttelte genervt den Kopf. „Sie wissen nicht das ich komme, also ist es egal wann ich komme." Ich nickte nur bedächtig und trank noch einen Schluck bevor ich mein Glas auf den Tisch stellte. „Außerdem gibt es grade wichtigeres, wenn ich dich so ansehe."
>Ich war wichtiger<
Ich sackte innerlich und auch äußerlich zusammen. „Scheiße!" War das erste was ich raus brachte und dann flossen auch schon wieder die Tränen und ich versteckte mein Gesicht in den Händen. Sie war augenblicklich an meiner Seite und strich mir zärtlich über den Rücken. „Was ist denn los?" Ich hörte deutlich die Verzweiflung in ihrer Stimme. Ich wimmerte immer wieder auf und konnte mich kaum beruhigen. Sie zog mich fester an sich und drückte mir kleine Küsse auf den Kopf. „Baby, du kannst mit mir über alles reden." Flüsterte sie mir zu. Nach ein paar Minuten hatte ich meine Stimme wieder im Griff. „Tust du doch auch nicht!" Warf ich ihr direkt vor und löste mich aus ihren Armen. „Was?" Fragte sie verstört.
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Chance
Romansagirlxgirl Story Dunkel, voller Gewalt und Angst war ihre Kindheit und frühe Jugend. In den Händen des Systems fand sie einen Weg hinaus aus der Dunkelheit, zu sich selbst und mehr noch, sie fand Menschen die an ihrer Seite standen, zu ihr standen...
