Mittwoch
Der Schultag zog ohne besondere Ereignisse an mir vorbei. Marius und ich hatten uns nach der Schule verabredet und wir fuhren zu ihm. Ich half ihm einige Artikel zu verpacken und für den Versand fertig zu machen. Als wir damit fertig waren schlug Marius vor zum Sport zu gehen. Wir fuhren bei mir vorbei und ich packte schnell meine Sachen zusammen und schon betraten wir die Akademie. Nicole und Ralf standen gemeinsam am Tresen, wir grüßten kurz und wollten uns grade auf den Weg in die Kabine machen, als Ralf uns stoppte. Ich sah ihn erwartungsvoll an. Ralf verzog skeptisch das Gesicht.
>Klasse, Nicole hatte bereits mit ihm gesprochen<
„Was liegt an?" Fragte ich möglichst lässig. Ralf ließ kurz den Blick schweifen, ob jemand in hör weite war und sah mich dann an. Er atmete tief durch und legte mir eine Hand leicht auf die Schulter und sah Marius an. „Ich geh davon aus Marius weiß Bescheid?" „Über die Sache mit Kate?" Fragte ich vorsichtig. Ralf nickte nur und Marius tat es ihm gleich.
>Unwohlsein bereitet sich in mir aus<
„Becca, auch ich freue mich über diese Entwicklung, aber mit Kate?!" „ Ich hab mir das doch auch nicht ausgesucht." Brachte ich verzweifelt heraus. Beide nickten bedächtig. „Das glaub ich dir, aber die Situation ist für uns echt nicht einfach. Wir sehen dich als Teil der Familie, aber ich muss auch an unseren Ruf denken und da möchte ich nichts riskieren." Ich ließ den Kopf sinken. „Und was heißt das nun?" Fragte ich vorsichtig.
>Scheiße, das sah nicht gut aus<
Nicole sah mich mitfühlend an und Ralf drückte kurz meine Schulter. „Wir hoffen das es mit euch gut geht, aber Becca, wir wissen offiziell nichts davon. Das gilt auch für dich Marius!" Er nickte stumm. Ich trat unsicher von einem Fuß auf den anderen. „Mhh...Okay." Gab ich leise von mir. Nicole lächelte mich aufmunternd an. „Becca inoffiziell sind wir immer für dich da, aber wenn da jemals Fragen aufkommen, haben wir von nichts gewusst." Ralf nickte zustimmend und schmunzelte etwas. „Also das heißt auch, dass hier öffentlich keine Zärtlichkeiten ausgetauscht werden." Ich zog den Kopf zwischen die Schultern und nickte.
>Wie peinlich<
Ich spürte die Wärme in mir aufsteigen und wurde sicher grade Rot. „Wie gesagt, so weit sind wir noch gar nicht und ich weiß auch nicht ob es überhaupt dazu kommen wird!" Dementierte ich. Marius hingegen lächelte verstohlen. Ich warf ihm einen bösen Blick zu und er ließ unauffällig den Blick schweifen. „Dann sind wir uns ja einig." Ergriff Ralf wieder das Wort und lächelte uns an. Ich nickte nur und Marius gab ein „Jupp." Von sich und machte sich bereits auf den Weg zu den Kabinen, ich folgte ihm.
>Das ungute Gefühl in mir blieb<
Zum umziehen zog ich mal wieder den Duschraum vor, da ich nicht wusste wann Kate kommen würde. Grade als ich die Kabine wieder betrat und die Mädchen begrüßte die sich umzogen, öffnet sich die Tür zur Trainerkabine. Kate musterte mich kurz, lächelte und begrüßte mich. Ich erwiderte und lächelte ebenfalls. Als ich meine Wasserflasche und das Handtuch aus meiner in der Ecke stehenden Tasche nahm. Sah ich wie sie leicht den Kopf schüttelte und die Kabine verließ. Ich folgte ihr in die Halle. Sie war in der geöffneten Tür zur Halle stehen geblieben und sah mich fragend an. Ich erwiderte ihren Blick. „Ich versteh es nicht." Sagte sie mehr zu sich selbst als zu mir.
>Was eine Einsicht<
Schoss es mir durch den Kopf und ich lächelte schief. „Was?" Fragte ich als ich ihr durch die Tür folgte. Sie wurde langsamer so das ich zu ihr aufschließen konnte und wir nebeneinander liefen. „Ich habe doch gesagt, dass es okay ist wenn wir uns die Kabine teilen. Und nach Montag...." Sie brach ab und schüttelte den Kopf. „Ich dachte wir haben einen Schritt aufeinander zu gemacht." Wir waren an der Bank angekommen und legten unsere Sachen ab. Sie ging zur Musikanlage und stellte sie an. Ich fing an mich zu dehnen. Dann wand sie sich wieder mir zu und hatte wieder einen fragenden Blick aufgesetzt. Wir wurden von Marius abgelenkt, er kam in dem Moment aus der Kabine grüßte freundlich und deutete in Richtung Kraftraum in dem er auch verschwand. Ich sah ihm kurz nach und atmete durch, dann sah ich wieder Kate an. „Ja, aber das geht nicht." „Was geht nicht?" Fragte sie zögerlich. Ich zuckte hilflos mit den Schultern.
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Chance
Romancegirlxgirl Story Dunkel, voller Gewalt und Angst war ihre Kindheit und frühe Jugend. In den Händen des Systems fand sie einen Weg hinaus aus der Dunkelheit, zu sich selbst und mehr noch, sie fand Menschen die an ihrer Seite standen, zu ihr standen...
