Donnerstag
Der Morgen verlief etwas chaotisch und hektisch da Kate zum schnellst möglichen Aufbruch drängte. Als wir im Auto saßen bemerkte sie zufrieden das wir 30 Minuten vor dem Zeitplan seien. Ich sah sie gespielt böse an. „Und du scheuchst mich so durch die Gegend?" Sie grinste verstohlen und fuhr Richtung Autobahn. Ich gab die Adresse von Birte ins Navi ein und nun standen uns über sechs Stunden fahrt bevor. Nach den ersten 250 km machten wir eine Pause und Frühstücken an einem Rasthof. Die nächste größere Pause wollte Kate erst zum Mittagessen machen, wenn wir die letzten 100 Km vor uns hatten. Die fahrt über unterhielten wir uns locker und ich amüsierte mich köstlich, wenn Kate sich über andere Autofahrer aufregte und lauthals fluchte. Kurz hinter Hamburg hatten wir nur noch knapp 100 Km vor uns, der Verkehr war dichter geworden und ich merkte Kate die Anstrengen deutlich an. Bei mir hingegen stieg die Nervosität. Daher fiel das Mittagessen eher spärlich aus und selbst von den Pommes bekam ich kaum etwas herunter. Wir kauften uns noch etwas zu trinken und machten uns auf zum letzten Stück. Kate bedachte mich häufig mit einem mitfühlenden Blick oder drückte mein Bein, wenn ich unruhig auf meinen Sitz herum rutschte und nach 10 Km schon wieder nach einer Toilettenpause fragte. Als wir von der Autobahn abfuhren, hielt ich es kaum noch aus. Unruhig ließ ich meinen Blick über die Umgebung streichen und schluckte immer wieder gegen den Kloß in meinem Hals an.
>Ich war durcheinander, Vorfreude mischte sich mit Angst<
Kate nahm immer wieder meine Hand und legte sie mit ihrer auf die Schaltung, ich war ihr dankbar, aber auch das half mir kaum. Als ich die Gegend erkannte und wir kurz vor dem Ziel waren, standen mir die Tränen in den Augen und so viele Erinnerungen kamen hoch. Kate hielt kurz an, was mich irritierte, aber dann lehnte sie sich zu mir und zog mich in ihren Arm. Ich weinte haltlos und sie flüsterte mir immer wieder beruhigende Worte zu. Als ich mein Fassung wieder erlangt hatte, fuhr sie weiter und ich hielt die Anspannung kaum noch aus. Nun überwog ein wenig die Freunde, in wenigen Minuten Birte und Frank in meine Arme schließen zu können.
Aufgeregt lotste ich sie die letzten Meter und als sie in der Auffahrt neben dem Auto von Birte parkte, überrollten mich wieder die Emotionen. Wir stiegen aus und gingen Richtung Haustür, kaum hatte Kate den Arm um meine Taille gelegt, öffnete sich die Tür und Birte kam zum Vorschein. Ich warf mich in ihre Arme. Sie umarmte mich fest und schluchzte immer wieder lachend. Sie löste einen Arm von mir und legte ihn Kate auf die Schulter. Nun kam auch Frank dazu. Er begrüßte Kate freundlich und als ich mich von Birte lösen konnte nahm auch er mich in seine Arme. Immer noch strahlend wischte ich mir die Tränen weg. Frank öffnete Kate die Garage und bat sie ihr Auto rein zu fahren. Birte legte den Arm um mich und führte mich ins Wohnzimmer. Ich setzte mich auf die Couch und Birte sich in ihren Sessel. Frank und Kate kamen mit unseren Taschen durch die Garage ins Haus und setzten sich zu uns. Kate legte den Arm hinter mich auf die Rückenlehne und meine Hand fand sofort ihren Platz auf ihrem Bein. Birte betrachtete uns lächelnd und nickte wohl wollend.
>Entspannung machte sich in mir breit<
Frank kochte Kaffee und verteilte Getränke. Während wir von der Fahrt erzählten. „Und wie habt ihr euch die nächsten Tage vorgestellt?" Fragte Birte interessiert. „Morgen Vormittag werde ich abgeholt und fahre zu Mama. Mal gucken wie das wird." Sagte ich unsicher und Birte nickte zustimmend. „Ich möchte die WG besuchen." Kicherte ich aufgeregt und Kate drückte meine Schulter. „Das hab ich gedacht, machen wir vielleicht später noch." Ich sah sie fragend an. „Heute noch?" Kate lächelte mir zu. „Ich weiß doch wie gern du dahin willst." Birte kicherte. „Uns ist das gleich. Samstag Abend hab ich beim Chinesen einen Tisch bestellt, sonst könnt ihr machen was ihr wollte." Ich räusperte mich kurz und sah Birte fragend an. „Hast du raus bekommen worum ich dich gebeten habe?" Birte nickte leicht. „Ja, ich weiß wo das Grab deines Vaters ist, wenn du dahin möchtest." Ich atmete tief durch und hörte ebenfalls Kate tief Luft holen. Ich sah Kate an und lächelte leicht. „Ansonsten würde ich Kate gern ein bisschen die Gegend zeigen und vielleicht auch zum Strand fahren." Frank lächelte mir zu und sah dann zu Birte. „Dann machen wir einen Pärchentag am Strand."
>Wie ein ganz normales Paar, super<
Birte lachte auf und sah ihn an. „Alter Romantiker. Vielleicht möchten die Damen auch Zeit für sich haben." Kate und ich schüttelten gleichzeitig den Kopf und Frank winkte ab. „Der Strand ist groß und wir beide waren da auch lange nicht." Ich lächelte immer wieder.
>Sie waren so süß zusammen<
Birte stand auf und nickte uns zu. „Dann zeig ich euch mal das Gästezimmer." Wir folgten ihr in einen angrenzenden Raum in dem sie das Schlafsofa hergerichtet hatte. „Fühlt euch wie zuhause." Sagte sie und legte mir die Hand auf die Schulter. „Du kennst dich ja aus und zeigst Kate dann alles." Ich drückte sie kurz dankbar und Kate bedankte sich ebenso. Sie schloss die Tür hinter uns und ich schob Kate gleich Richtung Sofa und ließ mich mit ihr darauf fallen. Sie lachte laut auf und zog mich in ihre Arme. Wir küssten uns leidenschaftlich und ich lächelte immer wieder. „Na glücklich?" Fragte Kate lächelnd. Ich nickte eifrig. „Ja und das beste ist wir können hier ein normales Paar sein, wie Frank schon gesagt hat." Kate gab mir einen Kuss und lächelte ebenso. Wir kuschelten ein wenig und ich merkte wie der Atem von Kate immer ruhiger wurde. Sie war eingeschlafen, was ich nach der anstrengenden Fahrt erwartet hatte. Ich zog vorsichtig die Decke über sie und ging zurück ins Wohnzimmer. Birte hatte die Glastüren vom Wintergarten geöffnet und es sich mit einem Buch bequem gemacht. Ich setzte mich zu ihr und sah hinaus in den kleinen Garten. Birte legte das Buch zur Seite. „Kate ruht sich aus?" Ich lächelte leicht. „Ja sie ist eingeschlafen." Wir unterhielten uns angeregt über die letzten Tage, als Kate nach fast einer Stunde zu uns kam und neben mir platz nahm. Sie lächelte verschlafen und streckte sich kurz. „Ich würde mich gleich frisch machen und dann, können wir von mir aus zur WG fahren." Meine Augen leuchteten auf und ich nickte eifrig. Kate verschwand ins Bad um sich frisch zumachen und ich war bereits wieder in meine Schuhe geschlüpft. Angenehme Nervosität machte sich in mir breit. Frank kam zu mir und verkündete, dass er heute Abend Grillen wollte und wir besprachen die Abendplanung. Als Kate dazu kam, lächelte er sie an. „Also ich hab die Kennzeichen getauscht, wie abgesprochen." Und drückte ihr einen Schlüssel in die Hand. Sie bedankte sich und nickte mir zu. „Los geht's." Ich sah die beiden fragend an und folgte dann Kate die über ihre Schulter sagte. „Ich erkläre es dir gleich." Sie öffnete mit dem Schlüssel die Garage und ich sah tatsächlich neue Kennzeichen. Wir stiegen ins Auto und Kate kramte in ihrem Handschuhfach und hielt mir ihre Sonnenbrille und eine Capi hin. Ich sah sie fragend an. „Man muss dich nicht auf Anhieb erkennen." Erklärte sie. Ich nickte nachdenklich und setzte beides auf und grinste cool in den Spiegel.
>Nur äußerlich cool<
Kate lachte auf. „Steht dir! Also Wohin?" Ich lächelte und lotste sie als sie los fuhr. „Was war das nun mit Frank?" Sie legt den Kopf schief und lächelte. „Frank hat mir Kurzzeitkennzeichen besorgt, so können wir hier rum fahren und falls dich doch jemand erkennt, kann er durch die Nummernschilder nicht deinen Wohnort heraus finden. Damit mein Auto nicht offensichtlich vor dem Haus steht, parke ich in der Garage. Das ist alles." Ich lehnte mich zu ihr rüber und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. „Danke!" Sie schüttelte den Kopf. „Kleinigkeit, wenn es zu deiner Sicherheit beiträgt." Ich atmete tief durch und legte meine Hand auf ihre. „An deiner Seite fühle ich mich sicher." Sie schenkte mir ein warmes lächeln. Ich navigierte uns weiter zum Haus der WG. Kate suchte einen Parkplatz und ich kaute nervös auf meiner Unterlippe und konnte den Blick nicht vom Haus lösen. Kate legte ihre Hand auf mein Bein und drückte leicht zu. „Baby, so gern wie ich mich mit dir als Paar zeigte. Hier sollten wir das besser nicht machen." Ich sah sie fragend an. „Und was sag ich dann?" Kate lächelte leicht. „Ich hab schon länger darüber nachgedacht. „Wir bleiben bei der halben Wahrheit. Wir kennen uns vom Sport, sind befreundet und darum hab ich dich mitgenommen zu Birte und Frank. Ich selbst besuche hier Freunde und du wolltest mir unbedingt die WG zeigen." Ich nickte verstehend und zog mir die Capi vom Kopf und legte sie mit der Sonnenbrille auf das Armaturenbrett. „Okay. Du hast recht." Sie nickte mir zu, gab mir einen kurzen Kuss und wir stiegen aus. Unsicher ging ich auf das Haus zu und atmete tief durch als ich die Klingel betätigte. Ein Mann fragte wer da sei und ich erkannte seine Stimme Sofort.
>Carsten<
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Chance
Romancegirlxgirl Story Dunkel, voller Gewalt und Angst war ihre Kindheit und frühe Jugend. In den Händen des Systems fand sie einen Weg hinaus aus der Dunkelheit, zu sich selbst und mehr noch, sie fand Menschen die an ihrer Seite standen, zu ihr standen...
