Ich rutschte von meinem Stuhl und ließ mich auf den Boden fallen. Ich weinte und schrie hilflos. Nahm wie durch einen Nebelwand wahr das meine Zimmertür aufgerissen wurde und Nadine neben mir auf die Knie fiel. Sie zog mich in ihren schoss und wog mich wie ein kleines Kind. Ich klammerte mich an ihr fest und auch sie verstärkte ihren Griff um mich. „Ich bin ja da." Flüsterte sie mir immer wieder zu. Carsten kam irgendwann dazu, ich hörte kaum was sie sprachen und dann ging er wieder. Ich hatte jegliches Gefühl für die Zeit verloren, fühlte mich taub und kraftlos. „Sie glaubt mir nicht." Brachte ich irgendwann hervor. Nadine sah zu mir runter. „Was?" Flüsterte sie mir zu, als könnte ihre Worte mich noch mehr verletzen. „Sie glaubt mir nicht." Wiederholte ich etwas lauter, traute meiner eigenen Stimme nicht. „Oma denkt ich lüge und das ich die Familie in den Dreck ziehe. Es ist alles meine Schuld! Ich habe keine Familie mehr." Nadine festigte ihren Griff wieder um mich. „Wir glauben dir und wir sind für dich da." Ich rappelte mich etwas auf so das sie im Schneidersitz saß und ich auf ihren Beinen. „Ich hab die Familie zerstört!" Wimmerte ich. „Das hast du nicht, dafür sind alleine deine Eltern verantwortlich." Ich schüttelte den Kopf. „Nur wegen dem scheiß Blinddarm, hätte ich die Schmerzen doch einfach weiter ertragen." Nadine schüttelte mit dem Kopf und sah mich ernst an. „Becca erstens hättest du das nicht gekonnt, irgendwann hättest du daran sterben können und zweitens und am wichtigsten. Deine Mutter hat dich ins Krankenhaus gebracht. Sie hat das richtige getan und so ist alles ins rollen gekommen." „Scheiße." Flüsterte ich mit dem Kopf an ihrer Schulter gelehnt und in dem Wissen das sie recht hatte. Sie strich mir beruhigend über den Rücken. „Willst du dich hinlegen?" Ich nickte stumm und rutschte von ihrem Schoss. Sie stöhnte leicht und streckte ihre Bein aus, dann erhob sie sich und zog mich zu sich hoch. Sie führte mich zum Bett und ich rollte mich darauf zusammen, ließ ihre Hand jedoch nicht los. So das sie sich zu mir setzte, mir zärtlich die Haare aus dem Gesicht strich und mir weiter über den Rücken streichelte.
>Ich fühlte mich geborgen<
„Becca, ich muss mich bei dir Entschuldigen." Ich drehte den Kopf langsam zu ihr. „Warum?" „Wir wollten nicht das so was passiert und haben auch nicht damit gerechnet. Carsten dachte sie richtig einschätzen zu können." Ich schüttelte leicht den Kopf. „Sie ist falsch. Hat uns allen etwas vorgemacht, bis sie mit mir allein war. Das hättet ihr nicht kommen sehen können." Ich schluckte schwer. „Ich hab ja auch gehofft das ihre Sorge um mich echt ist, aber das war sie nicht. Ihr Hass, den sie mir gezeigt hat, der war echt." Nadine drückte leicht meinen Oberarm. „Das hätte nicht passieren dürfen." Sagte sie leise. Ich holte tief Luft. „Willst du wissen was die Ironie an der Sache ist?" „Das du weißt was Ironie ist?" Fragte sie grinsend. Ich verdrehte die Augen und sie wurde sofort wieder ernst. „Entschuldige bitte. Sprich weiter." „Als sie mich fast schon genötigt hat zu sagen das ich gelogen habe, konnte ich nur an Euch und Birte denken. Das ihr mir glaubt und an meiner Seite seit und es darum kein zurück mehr gibt." Nadine lächelte mich an und streichelte meinen Arm auf und ab. „Das ist sehr gut und sehr wichtig!" Sagte sie mit Nachdruck. Ich atmete erneut tief durch. „Ich bin so fertig." Nuschelte ich. „Möchtest du ein bisschen schlafen?"
Ich nickte leicht. „Aber kannst du noch ein bisschen bei mir bleiben und...." Ich traute mich nicht darum zu bitten. „Dein Lotter Ersatz sein?" Schlussfolgerte sie mit einem lächeln. Ich nickte etwas beschämt. Nadine nahm es locker und legte sich hinter mich aufs Bett und ihren Arm locker um meine Hüften. „Ist das okay?" Flüsterte sie nah an meinem Ohr.
>Eine Gänsehaut breitete sich über meinen Körper aus<
Ich nickte wieder. Seltsamerweise war es das. An die nähe von Lottas kleinen Körper an meinem hatte ich mich gewöhnt, aber Nadine war eine erwachsene Frau und es machte mir keine Angst. „Ich vertraue dir." Flüsterte ich mit geschlossenen Augen. „Danke." Flüsterte sie ebenso zurück und ich konnte mich langsam in ihrem Armen entspannen.
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Chance
Romansagirlxgirl Story Dunkel, voller Gewalt und Angst war ihre Kindheit und frühe Jugend. In den Händen des Systems fand sie einen Weg hinaus aus der Dunkelheit, zu sich selbst und mehr noch, sie fand Menschen die an ihrer Seite standen, zu ihr standen...
