Nach fast vier Monaten schreibe ich wieder.
Dieses Silvester gab es einfach nichts zu sagen. Keine hoffnungsbringenden Wörter, die ich mitteilen wollte. Zu egoistisch habe ich empfunden, ich brauchte selbst Zeit mit allem fertig zu werden.
Langsam aber sicher fange ich an die Markierungen an mir zu sehen, die die Pandemie auf meinem Körper und meinem Geist hinterlässt.
Ich musste in den letzten Monaten damit klarkommen, dass ich meine Seelenverwandte für immer verlieren muss. Ohne große Hoffnung auf Erklärung. Frieden nur erreichbar durch blindes Verzeihen oder durch das Verdrängen. Es hat weh getan und tut noch immer wer. Nur schwer komme ich damit klar, sie aus meinem Leben zu haben und sie doch noch bei anderen entdecken zu können, durch das Schweigen, den Lügen und dem Verborgenem.
Es tut weh doch ich werde darüber hinwegkommen, du hast mir ja gar keine Wahl gelassen. Das ist fast schon das Schlimmste daran. Hätte ich es noch halbwegs für mich richtig entscheiden können dann wäre es besser gewesen. Vor vier Monaten musste ich die Entscheidung treffen, damit du mich nicht mehr verletzen konntest und mich nicht in meinem Abitur behinderst.
Loslassen bleibt trotz allem schwer und ich schaffe es langsam und mit viel Geduld dich loszulassen und mich total los zu leinen. Spätestens am 15. Juli dieses Jahres wird unser Band durchgeschnitten sein. Danach werde ich frei von dir sein, ob du frei von mir sein wirst, bleibt somit an dir hängen.
Ich werde frei sein nur noch die paar Erinnerungen werden mich an dich binden. An unser UNS binden.
Corona macht alles noch viel anstrengender, diese Machtlosigkeit, diese Angst und die Sorgen führen dazu, dass die Zeit dahin fegt, an uns vorbei fegt und doch haben wir das Gefühl nicht weiter zu kommen. Es ist alles so unglaublich schwer. Ich will einfach nur noch nach vorne schauen. Etwas was ich vor nicht mal einem Jahr fürchtete, ist nun meine größte Sehnsucht.
Apropos Sehnsucht...
Tja einer meiner größten Sehnsüchte, seitdem ich klein bin, ist es geküsst zu werden. Sehnsucht, die schon zu manchen Missverständnissen und falschen Hoffnungen führte.
Jedoch kommt diese Sehnsucht nur in mir auf, wenn ich Anzeichen kriegen, dass dies bald passieren könnte. Wenn die Hoffnung von Liebe und Romanze auftaucht, so taucht auch meine Sehnsucht nach Nähe auf. Die Sehnsucht geküsst zu werden, geliebt zu werden.
Diese Sehnsucht qualmt jetzt nach fast zwei Jahren wieder auf. Diese Sehnsucht nach Liebe, wo ich doch dachte, dass ich erstmal 5 Jahre brauchen würde um mein Herz von früheren Missverständnissen zu heilen.
Doch jetzt weiß ich nicht, ob ich tatsächlich etwas empfinde oder ob es nur diese Sehnsucht ist, die spricht.
Ich will nichts sagen oder erwidern, nur um meine Sehnsucht zu stoppen. Ich möchte nichts eingehen, wenn es doch nur einseitig ist.
Es ist kompliziert und doch so angenehm. Es ist Risiko und Gefahr aber auch Hoffnung, Freude und etwas Verlangen, Liebe...?
So viel Unsicherheit und doch bin ich so bereiter wie jemals zuvor das Risiko einzugehen. Doch ist nicht genau das der Beweis, dass keine echten Gefühle da sind? Sonst würde ich das Risiko doch nicht eingehen...
Auf dieser komischen Ebene habe ich noch nie für eine Person empfunden.
Früher war es immer so, dass aus Freundschaft und Bewunderung immer mehr wurde. Hier und jetzt gibt es keine Bewunderung, nur Freundschaft. Doch keine Freundschaft, die wenn sie verschwindet alles in splittern hinterlässt. Eine einfachere, lockerere Freundschaft.
Sodass es weniger Risiko gibt zu leiden, wenn alles kaputt geht. Es sind Momente, die schön, angenehm, spannend und aufregend sind. Und für einmal in meinem Leben möchte ich das Risiko eingehen und das alles genießen und der Sehnsucht nachgehen. Im Moment Leben ohne zu viel an die Konsequenzen denken zu müssen. Einfach genießen was im Moment einfach ist: Einfach und locker, sehr angenehm – und nicht perfekt ist.
Doch es bleibt die Angst alles kompliziert zu machen.
Frohes Neues und ich wünsche euch ein gutes Jahr,
Eure LuluMorgenstern
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Mein Schmerz
DuchoweDas einzige was man fühlt ist Schmerz. Wieso? Weil es realistisch ist. Schmerz ist ein Teil von uns , er formt uns den Umständen entsprechend. Sollten wir versuchen dem Schmerz zu entgehen? Ich denke nicht. Wie gesagt er formt uns und ist somit...
