I'm tired of being what you want me to be,
feeling so faithless, lost under the surface.
Don't know what you're expecting of me,
put under the pressure of walking in your shoes.
(Linkin Park - Numb)
„Was soll das heißen, du hast am Samstag keine Zeit?" Ron hielt mit einem fragenden Blick die Hände in die Luft.
Seth schnaubte. „Das, was es heißt. Ich kann am Samstag nicht. Meine Schwester hat endlich zugestimmt, mich übers Wochenende besuchen zu kommen."
Hinter Seth zuckte Isaac mit den Schultern, als Ron ihn ansah. „Aber wir haben das seit Wochen geplant! Hermine passt auf Rose und Ethan auf, Harry hat sich frei genommen und Neville ist auch dabei. Das kriegen wir nie wieder so hin!"
„Ihr werdet mich schon nicht vermissen", entgegnete Seth amüsiert. „Außerdem wollten wir nur durch die Bars ziehen. Ich wäre eh nur mitgekommen, um eure betrunkenen Ärsche ..."
„Hey!", warf Isaac ein und nickte zu den Kindern hinüber, die sich bei den Schaukeln amüsierten.
Seth verdrehte die Augen. „... um euch am Ende des Abends heil nach Hause zu bringen. Meine Begeisterung dafür hält sich in Grenzen."
„Wir hatten nicht vor, so viel zu trinken", sagte Ron und fügte auf Seths zweifelndem Blick hin hinzu: „Wir können gar nicht so viel trinken! Dreieinhalb von uns haben Kinder und keiner von uns hatte in den letzten Jahren besonders viele Gelegenheiten, um einen trinken zu gehen. Na ja, Neville vielleicht, aber er ist nicht der Typ für so was. Wir sind eh alle nach zwei Bier betrunken ..."
„Das macht es nicht besser."
Ron sah ihn missmutig an. Im Laufe der letzten Monate hatte er sich nicht nur mit Isaac angefreundet, sondern über ihn auch mit Seth. Er hatte nicht geglaubt, dass es dazu kommen könnte, nicht nach dem, was Evie über Seth erzählt und sein Verhalten für Konsequenzen gehabt hatte. Er hatte Isaac sogar gefragt, wie er mit Seth befreundet sein konnte nach allem, was er getan hatte.
Isaac hatte mit den Schultern gezuckt und gesagt: „Es ist die bessere Alternative, oder? Ethan hat ein Recht auf seinen Vater. Ich kann mich also mit Seth anfreunden und meinen Teil dazu beitragen, dass er stabil bleibt und ein Vater für Ethan sein kann, oder ich kann ihn weiterhin hassen und darüber vermutlich nicht nur irgendwann ein Magengeschwür bekommen, sondern auch Ethans Vertrauen verlieren. Das hier ist einfach die bessere Alternative."
So ganz konnte Ron trotzdem nicht vergessen, dass Seth seinen kranken Sohn und seine Frau im Stich gelassen hatte. Aber er mochte ihn. Den jetzigen Seth jedenfalls. Und da Ethan ihm verziehen zu haben schien (oder zumindest versuchen wollte, das zu tun), hatte er beschlossen, nicht über den früheren Seth nachzudenken. Isaac hatte recht: Es war die bessere Alternative, auch wenn das nicht unbedingt die beste Basis für eine Freundschaft war.
Seth schien sich allerdings aus ähnlichen Gründen darauf eingelassen zu haben. Es war nicht das erste Mal, dass er sich aus Verabredungen zu winden versuchte. Ron hatte oft den Eindruck, dass er nur wegen Ethan hier war und mit Isaac nur befreundet war, weil es Ethan nicht mehr ohne Isaac gab. Ron beobachtete das schon seit Monaten skeptisch und fragte sich, ob diese wacklige Zweckfreundschaft denn wirklich bedeuten musste, dass sie nicht das Beste daraus machen konnten. Dieser Männerabend war einer seiner Versuche, die Dynamik ein bisschen zu verändern und sie machten es ihm beide nicht gerade leicht.
„Warum bringst du deine Schwester nicht einfach mit?", fragte Isaac in diesem Moment und streckte die Beine von sich. Nach Monaten des miesen englischen Winterwetters schien tatsächlich mal wieder die Sonne und auch wenn es noch lange nicht warm war, war es doch schön genug, um es zu genießen. Die Wärmezauber, die sie über die beiden Bänke gelegt hatten, halfen sehr dabei.
DU LIEST GERADE
About Magic
Fanfiction'Unheilbar' ist auch nur ein anderes Wort für 'unmöglich' und wenn Hermine eines gelernt hat, dann dass in der magischen Welt eigentlich nichts unmöglich ist. Oder es zumindest nicht bleiben muss und wenn es mal eine Situation gegeben hat, in der si...
