Peter Parker (Andrew Garfield) Ende

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Doch anstatt das es besser wird, wurde es nur immer schlimmer. Abends ging die Heizung immer noch nicht. Sodass wir beide nacheinander heiß duschen waren, einfach um uns mal aufzuwärmen und danach zitternd im Bett lagen, begraben unter tausend Decken.

Wir gucken gerade einen Film auf meinem kleinen Fernseher und trinken heißen Kakao, als alles ausgeht. Das Licht, der Fernseher und dann höre ich von unten das Piepen der Kaffeemaschine. Der Strom ist ausgefallen.

"Peter ich sehe nichts."

Panisch greife ich um mich und spüre dann seine Hand an meiner. "Ist alles gut. Ich bin hier. Habt ihr irgendwo Kerzen und Feuerzeuge?"
"Warte." sage ich und ertaste seinen Kragen, bevor ich vorsichtig mit meinem Lippen nach vorne gehe und seine treffe.

Erst bewegt er sich nicht und ich will wegziehen, doch dann spüre ich seine Hände an meiner Hüfte und er zieht mich an sich. Ich schiebe die Decken zwischen uns weg, damit ich ihn ganz spüre. Dankbar für diese Stromausfall, denn so hätte ich mich das niemals getraut.

Seine Hände streichen über mein Gesicht und über meine Haare. Ich finde, dass ich mit 17 sehr spät dran war. Meine Freundinnen hatten es alle schon getan, aber es war nie jemand dabei, mit dem ich es mir hätte vorstellen können.

Er setzt sich auf und ich klettere auf seinen Schoß. Plötzlich friere ich nicht mehr. Mir ist so heiß. Ich ziehe mir meinen Pullover über den Kopf. Sofort küsst er mich wieder und irgendwie erregt es mich noch mehr, dass er es anscheinend genauso will wie ich.

Ungeduldig zupfe ich an seinem Pullover und dieser folgt meinem. "Warte. Warte." sage ich und küsse ihn noch einmal, bevor ich nach meinem Handy taste und die Taschenlampe anmache. Ich zucke zusammen als meine Füße, trotz Socken, den eiskalten Boden berühren und gehe dann ins Schlafzimmer meiner Mutter wo ich mir zwei Kondome aus der Packung unter dem Bett nehme. Nein ich möchte nicht darüber reden.

Dann klettere ich zurück ins Bett und lasse zu, dass mein Handy einfach vom Bett rutscht.

Am nächsten Morgen klingelt mich jemand wach. Da klingelt jemand. Genervt öffne ich mein Auge. Ich liege an Peter geschmiegt, eingewickelt in tausend Decken. Wer auch immer da ist, kann ruhig wieder gehen. Doch die Person geht nicht. Ich nehme mir eine Decke und wickle diese um mich, bevor ich zum Fenster gehe. Draußen vor der Tür steht ein Wagen, mit irgendeiner Heizungsaufschrift. Fuck. Ich ziehe mir schnell was über und laufe dann nach unten.

20 Minuten später läuft die Heizung wieder. "Und der Strom? Wissen Sie etwas darüber?"
"Die ganze Straße hat keinen Strom. Irgendwas am Strommasten wurde beschädigt. Der Schneesturm gestern hat echt einen Schaden angerichtet."

Er gibt mir eine Rechnung und verschwindet dann nach draußen. Also immer noch kein Strom. Ich gehe wieder nach oben, erleichtert, dass die Heizung endlich wieder geht, als ich sehe, dass Peter sich anzieht. "Wo gehst du hin?"
"Ich muss einmal kurz weg. Hast du meinen Rucksack gesehen?"
"Unten im Wohnzimmer."
"Danke."

Er gibt mir einen Kuss auf die Stirn und läuft die Treppe runter, während ich einfach perplex im Zimmer stehen bleibe. Als ich aus dem Fenster gucke, sehe ich wie er die Straße runter rennt und an seinem Rucksack rumfummelt. Wow ich hätte nicht gedacht, dass er so jemand ist. Und irgendwie tut es weh. So sehr kann man sich irren.

So schnell wie der Schnee gekommen ist, verschwindet er auch wieder. Traurig sehe ich zu, wie alles nach und nach verschwindet. Heute war Samstag und meine Mutter würde morgen wiederkommen. Peter war gestern einfach verschwunden. Seitdem hatte ich ihn nicht mehr gesehen. Ich war immer noch ohne Strom und konnte fast alles aus dem Kühlschrank und der Tiefkühltruhe wegschmeißen. Ich ernähre mich praktisch von Brot. Und ich laufe den ganzen Tag untätig herum. Weiß nichts mit mir anzufangen. Er fehlt mir. Seit ich hier lebe, haben wir jeden Tag miteinander verbracht. Er fehlt mir einfach.

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