Laut grölend lehnen sich meine Geschäftspartner aneinander und lachen. Genervt sehe ich mich um. Und da sehe ich sie. Gott ist eine Frau und ich sehe sie gerade.
Da es sowieso niemanden interessiert ob ich hier bin oder nicht, verschwinde ich von unserem Tisch und gehe Richtung Bar. Irgendwie wurmt es mich wie sie mit dem Barkeeper flirtet. Ich bin gerade bei ihr angekommen als sie vom Hocker rutscht und ich sie packe. Ihre Augen treffen meine und da ist es um mich geschehen. Sie ist wunderschön. Und ich will, dass sie meins ist.
Als ich am Abend aus der Firma komme, lehnt Sebastian vor dem Eingang an seinem Wagen.
"Hallo schöne Frau."
"Hallo. Was machst du hier?"
"Ich habe eine Überraschung für dich."
"Ach ja?"
Er hält mir die Tür auf und ich steige lächelnd ein. Während der ganzen Fahrt will er mir nicht einmal verraten wo es hingeht und ich bin kein geduldiger Mensch sodass ich am Ende sogar etwas sauer auf ihn bin. Denn er weiß wie ungeduldig ich bin. Er hält vor einem dunklen Gebäude und steigt aus. Verwirrt sehe ich mich um. Es ist nichts um uns rum und es ist komplett dunkel.
"Steig aus." sagt er sanft und hält mir seine Hand hin.
Als ich aussteige knicke ich mit meinen Absätzen beinahe um, da der Boden nur aus Erde und kleinen Steinchen besteht.
"Komm ich helfe dir."
Ich hänge mich an seinen Arm und lass mich in das Gebäude führen. Auch dort ist alles dunkel und ohne das Mondlicht, sehe ich überhaupt nichts mehr.
"Sebastian?" flüstere ich als sein Arm plötzlich weg ist.
"Wieso flüstert du?" fragt er in normalem Ton belustigt und plötzlich höre ich ein lautes Geräusch, beinahe als hätte er einen großen Schalter umgelegt.
Doch bevor ich etwas sagen kann, breiten sich die Sterne über mir aus. Staunend sehe ich mich um.
"Ich habe dir immer gesagt, dass ich dir die Sterne vom Himmel hole. Hier sind sie. Die ganze Galaxie für dich."
"Wie machst du das?"
"Das ist mein Geheimnis." sagt er lächelnd und ich strahle ihn an.
"Sebastian das ist wunderschön."
"So wie du meine Göttin."
"Ach hör auf. Du hast Scheiße gebaut oder?"
Er grinst und hält mir einen Umschlag hin. Zögernd nehme ich ihn und öffne ihn. "2 One-Way Tickets zu den Malediven?"
"Kein Auslieferungsabkommen."
"Sebastian-" Mir fehlen die Worte. Ich weiß diesmal nicht was ich darauf antworten soll.
"Komm mit mir. Ich habe noch ein paar Geschäfte zu erledigen, aber dann bin ich für dich da. Nur für dich. Keine Geheimnisse mehr."
"Sebastian ich kann nicht. Ich habe hier eine Firma. Familie. Verpflichtungen. Wieso sollen wir denn gehen? Ich verstehe es nicht."
"Weil ich dort nicht einfach so aussteigen kann."
"Und wenn wir einfach LA verlassen?"
"Nein so funktioniert das nicht."
Etwas überfordert starre ich die Tickets an. "Ich weiß nicht." gestehe ich ehrlich und sehe Sebastian wieder an. "Ich möchte jetzt nach Hause."
Etwas enttäuscht sieht er mich an, sagt aber nichts. Nickend legt er den Schalter an der Wand wieder um, welcher uns in Dunkelheit hüllt.
"Thea da ist jemand für dich." sagt Kayla und ich sehe sie an.
"Ja danke. Bring ihn ruhig rein."
Etwas besorgt betrachtet sie mich und nickt dann. Der Mann betritt mein Büro und ich sehe ihn an. "Ach Detective. Was tun Sie denn hier? Meine Firma ist sauber."
"Das weiß ich Mrs Stan. Ich habe ihre Firma mehrmals selbst überprüft. Darf ich?" Er zeigt auf den Stuhl meinem gegenüber und ich nicke.
"Selbstverständlich."
Er setzt sich und ich betrachte ihn. Unter seinen Augen sehe ich dunkle Ringe und insgesamt scheint er in den letzten Monaten sehr gealtert zu sein.
"Wieso sind Sie so besessen von meinem Mann?"
"Was wissen Sie?"
"Gar nichts."
"Und ich glaube Ihnen. Deswegen wollte ich Sie aufklären."
"Sie misverstehen mich. Ich möchte nichts wissen. Und Sie kennen Sebastian nicht. Er ist ein guter Mann. Er hat mich noch nie geschlagen. Noch die Stimme gegen mich erhoben. Er kümmert sich gut um mich. Ist für mich da und behandelt mich gut."
"Im Gegensatz zu ihrem Vater, richtig Mrs Stan?"
"Ja mein Vater hat meine Mutter fast totgeschlagen. Das ist kein Geheimnis. Ich wusste immer, dass ich was besseres will. Und das habe ich bekommen."
"Haben Sie Mr Stan so schnell geheiratet, damit sie nicht gegen ihn aussagen können?"
"Nein ich habe ihn geheiratet, weil ich ihn liebe. Sind Sie deswegen hier?"
"Nein." Er öffnet seine Aktentasche und holt einen großen Umschlag aus der Tasche. "Hier ist die Wahrheit für Sie."
Er legt mir den Umschlag auf den Schreibtisch und ich nehme ihn vorsichtig.
"Das ist Elvio Cortez. In Mexiko ein gesuchter Menschenhändler. Und daneben-" Er lässt den Rest des Satzes in der Luft hängen und ich starre die Fotos an. Daneben mein Sebastian. Sie lächeln sich an und schütteln die Hände. "Letzten Monat haben wir einen Container voll mit Mädchen gefunden. Wir haben seine Spur leider verloren, doch wir wissen, dass er es war. Finanziert von ihrem Mann. Das jüngste Mädchen in diesem Container war 3. Sie ist im Krankenhaus gestorben."
Ich spüre wie mir schlecht wird, während ich die Fotos durchsehe. "Was wollen Sie jetzt von mir hören?" quäle ich mir raus und sehe ihn an, bevor ich die Fotos auf den Schreibtisch werfe.
"Wollen Sie später selbst Kinder haben? Stellen Sie sich vor, dass ist ihr Kind. Ich habe genau gesehen wie Sie blass geworden sind. Das kann Ihnen doch nicht egal sein. Sie sind immer noch käseweiß."
"Ich weiß nicht, was Sie von mir hören wollen." sage ich und halte den Blickkontakt mit ihm.
"Ich habe einen Deal für ihren Mann. Wenn er dazu bereit ist. Ich lasse die Fotos bei Ihnen. Sie haben meine Nummer. Rufen Sie mich baldmöglichst an."
Er steht auf und verlässt das Büro während ich in Tränen ausbreche.
Als Sebastian am Abend nach Hause kommt, habe ich die Fotos auf dem Esstisch verteilt und habe sie mir seit 2 Stunden angestarrt. 2 Flaschen Wein geleert und meine Augen brennen.
"Was machst du da Liebling?"
"Mir deine Arbeit angucken."
"Wovon redest du da?"
"Was tust du Sebastian? Was zur Hölle tust du?!"
Jetzt bricht alles aus mir heraus und ich spüre wie die Wut durch meine Adern strömt. "Thea-"
"Nein was zur Hölle?! Menschenhandel?! Was hast du dir dabei gedacht verdammt!"
"Lass es mich erklären. Ich habe damit nichts zutun. Bitte du musst mir glauben. Thea ich-"
"Die Kleinste war 3 Jahre alt! SIe ist gestorben! Weißt du wie das für ihre Eltern ist?! Diese Kinder haben ihr Leben lang ein Trauma!"
"Thea ich habe damit nichts zutun!"
"Bullshit!" kreische ich und fege die Fotos vom Tisch. "Du hast mich angelogen Sebastian! Du hast zu mir am Anfang gesagt, dass es nur Kleinigkeiten sind! Menschenhandel ist keine Kleinigkeit!" schreie ich und Sebastian kommt plötzlich auf mich zu und presst mir die Hand auf den Mund.
"Hör mir jetzt sofort zu!"
Ich starre ihn an und hole dann aus um ihn mit meiner Faust ins Gesicht zu schlagen. Ich treffe ihn direkt an der Schläfe und er taumelt erschrocken zurück. "Du hast mich geschlagen." sage er geschockt und ich sehe ihn atemlos an.
"Fick dich Sebastian. Ich will die Scheidung." antworte ich und verlasse zitternd das Esszimmer.
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One Shots
Fiksi Penggemar*Abgeschlossen* One Shots und Kurzgeschichten welche für ein eigenes Buch zu kurz sind, aber für One shots zu lang • Marvel • Schauspieler • Fiktive Charaktere • Fußballer • Rapper • Musiker • Anime
