Ford Brody (Aaron Taylor Johnson)

255 12 2
                                        

*Allie und Ford treffen sich in einer Bar und verstehen sich auf Anhieb gut. Doch sie möchte keinen Soldaten.* (Kein Godzilla)

Frühling

Die Mädchen trinken reihum und als ich an der Reihe bin, rempelt mich jemand an, sodass sich der ganze Inhalt von dem kleinen Gläschen aus meinem Shirt verteilt.

"Oh das tut mir aber leid." sagt eine Frau und die ganze Gruppe kichert.

"Hier, nimm die Serviette." sagt ein Mann und hält mir diese hin. Ich kannte ihn irgendwoher. Wir hatten denselben Freundeskreis und ich weiß, dass er öfters mit uns unterwegs war.
"Danke." Ich reibe damit über den Stoff, doch er hinterlässt Streifen und Fuseln.
"Oh das tut mir leid. Das hatte ich nicht geahnt." sagt der Mann und wir müssen beide lachen.
"Ich bin Allie."
"Ford."

Wir reichen uns die Hand. "Freut mich sehr, Ford."
"Mich auch, Allie. Ist der Platz noch frei? Kann ich mich setzen?"
"Aber natürlich."

Er setzt sich hin und wir lächeln uns an. "Etwas trinken?" frage ich und er nickt.
"Lass mich dich einladen."
"Okay gerne."

Den restlichen Abend reden wir ununterbrochen über alles mögliche nur nicht über uns. Und ich finde es angenehm, endlich mal jemanden zu haben mit dem ich mich unterhalten kann. Der mir nicht direkt an die Wäsche möchte oder mich direkt zu sich mit einlädt. Wir sind die letzten die noch in der Bar sitzen, als draußen die Sonne aufgeht.

"So ihr zwei wir schließen jetzt. Raus mit euch."

Ford bezahlt für uns und hilft mir dann von dem Hocker runter, bevor er mich nach draußen begleitet. "Möchtest du noch einen Kaffee trinken?" frage ich und sehe ihn an. Das Blau seiner Augen war wirklich außergewöhnlich schön.
"Sehr gerne." sagt er lächelnd und streicht mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Darf ich dich noch fragen, wie alt du eigentlich bist?"

Lächelnd verdrehe ich meine Augen. "Ich bin vor 1 Woche 23 geworden."
"Oh ein schönes Alter."
"Und du?"
"Ich bin 25. Werde noch 26 dieses Jahr im November."

Ich hake mich bei ihm ein und lege meinen Kopf an seine Schulter. "Was wünschst du dir denn zum Geburtstag?"

Er sieht auf mich herunter und lächelt. "Also ein neuer Teppich in meiner Wohnung wäre schon cool. Oder neue Vorhänge."
"Dann müssen wir mal gucken, welche in deine Wohnung passen."

Er grinst dümmlich und in diesem Moment geht mir die ganze Unterhaltung auf und ich haue ihm leicht gegen den Arm. Er gibt mir einen Kuss auf meinen Scheitel und ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass ich ihn in dieser Nacht erst richtig getroffen habe. Wir kannten uns vorher nur vom sehen. Und trotzdem ist eine Vertrautheit zwischen uns wie ich es vorher nie gekannt habe. Meine Mutter hat mir immer erzählt, dass sie sich mit meinem Vater direkt wohlgefühlt hat und wusste, dass er der eine ist, weswegen es mit den anderen Männern vorher nie geklappt hat. Ich schiele unauffällig zu Ford hoch und sehe dann wieder geradeaus.

"Möchtest du hier rein?" fragt er und ich sehe mir das kleine, unauffällige Café an.
"Sehr gerne."

Er legt seine Hand auf meinen Rücken als er mich vor ihm reinlässt und ich spüre ein leichtes Kribbeln an der Stelle.

"Und was machst du so, in deiner Freizeit meine ich."
"Ich arbeite bei einer Versicherung. Und du?"
"Ich bin Soldat." sagt er und ich spüre wie mir das Herz in den Bauch rutscht.
"Soldat?" wiederhole ich leise fragend und er nickt.
"Ja seit ich 18 bin."
"Es lief so gut." sage ich etwas wehleidig und jetzt sieht er mich fragend an. "Ich muss los. Tut mir leid."
"Warte bleib sitzen. Erkläre es mir. Was habe ich falsch gemacht?"
"Nichts. Das ist ja das Problem. Du warst bis hierhin  perfekt."
"Erklärst du es mir bitte?"
"Ich date keine Soldaten."
"Und wieso nicht?"
"Ich möchte mein  Leben nicht nur nach meinem Partner oder dem verdammten Land richten." sage ich und Ford hebt seine Augenbrauen. "Ich bin dann eine Militärsfrau. Er ist die Priorität. Seine Bedürfnisse sind die Priorität, weil er für unser Land kämpft. Seine moralischen Ansichten sind Priorität.  Dieses Land hilft dir am Leben zu bleiben, während er das größte Opfer bringt, diesem Land zu dienen. Ich muss vielleicht mein Zuhause, meine Karriere, Freunde und Familie opfern, aber hey, andere Familien tun es doch auch. Wir sind dann verloren in dem Stolz von etwas Größeren. Wir sind dann Teil von etwas Größeren als wir. Für ihn ist es das Risiko wert. Für mich wird jeder Tag ein Alptraum, bis ich von ihm höre. Ich könnte weder die Nachrichten sehen, noch Radio hören." sage ich atemlos und schlucke meine Tränen runter.
"Wie hieß er?" fragt Ford leise und sieht mich an.
"Was?"
"Wie hieß der Mann der dir das Herz gebrochen hat."
"Es war mein Vater. Zufrieden? Und dann ist er plötzlich nicht mehr wiedergekommen. Und alle haben meine Mutter damit getröstet, dass er für eine bessere und größere Sache gestorben ist und das es nicht umsonst war. Doch das war mir und meiner Mutter egal. Es war uns kein Trost. Ich hätte meinen Vater gebraucht und sie ihren Mann. Doch ich bin nicht so stark wie sie. Ich kann das alles nicht durchmachen und dann meinen Kindern mit einem Lächeln Cornflakes auf den Tisch stellen während ich innerlich sterbe."

One ShotsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt