Besorgte Gemüter

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Inupi und die anderen hatten mein Telefonat beobachtet, haben aber keinen genauen Kontext aus dem Gespräch ziehen können.
Schließlich ergriff Inupi das Wort und kletterte zu mir in den Ring.

Inupi: „Was wolltest du von dem Typen denn? Du siehst etwas verstört aus."

Geneviéve: „Wataru hat mir den wahren Grund verraten, warum sein Vater so am Zeiger gedreht hat."

Inupi: „Hängt das mit dem Auflauf in Shibuya zusammen?"

Geneviéve: „Absolut. Es gab ein Leck in unserem Team und jemand hat Infos nach draußen getragen. Das ist zumindest die grobe Umschreibung des ganzen wie du weißt, aber.... Der Tropfen der das Fass zum überlaufen gebracht hat, war der Fund der anderen vermissten Studentinnen."

Im Gym wurde es sofort totenstill und alle Blicke waren geschockt auf mich gerichtet.
Einer der Sportler ließ sogar seine Flasche fallen und das klirren der Flasche, hallte wie ein Echo wider.

Shinichiro: „Sie wurden gefunden? Aber das ist doch etwas gutes!"

Geneviéve: „Nicht wenn sie tot, verstümmelt und aufgeknüpft im Park des Meji Schreins gefunden wurden."

Wakasa: „Verstümmelt sagst du?! Ist das auch wahr?!"

Geneviéve: „Zwar ist eine DNA Analyse noch nicht durch, aber aufgrund der Vorgehensweise, die Anzahl der Opfer und die identischen Verletzungen, kann man bereits zu 90% davon ausgehen, dass es die restlichen verschwundenen Studentinnen sind."

Benkei: „Wer macht so etwas krankes? Nicht mal Ich oder Waka haben es gewagt Frauen zu schlagen, selbst wenn sie einer Gang angehörten."

Inupi: „Jetzt ist wenigstens die Unruhe in Shibuya verständlich."

Shinichiro: „Was mir partout nicht in den Schädel will... warum finden sich tote Studentinnen der Tokyo Universität ausgerechnet in Shibuya? Ich meine... die Uni liegt doch in der Präfektur Saitama."

Benkei: „Jetzt wo du es erwähnst. Warum dieser lange Weg extra nach Shibuya?"

Wakasa: „Vielleicht arbeiteten die ja alle da."

Geneviéve: „Das wäre schon ein ziemlich großer Zufall. Laut den Ermittlungsakten, haben nur 2 von ihnen einen Nebenjob gehabt und darunter war auch meine kleine Aerie."

Shinichiro: „Ich sag es ja nur ungern, aber du solltest in nächster Zeit die Uni meiden Gen."

Geneviéve: „Wäre das vernünftigste."

Die besorgte Runde wurde prompt unterbrochen und die Tür des Gyms wurde aggressiv aufgestoßen.
Sehr zu meiner Überraschung, war es meine Hochschwangere Schwester mit Kokonoi und ihren riesen Hunden im Schlepptau.
Sie sah sehr besorgt und zeitgleich super wütend aus.
Chloé stürmte auf mich zu und schüttelte mich aufgebracht durch, während sie mich dabei zerquetschte.

Chloé: „VERFLUCHT NOCH EINS GEN!!! ICH HABE DICH DIE GANZE ZEIT VERSUCHT ZU ERREICHEN DU DOOFE KUH!!! ICH HABE DIE NACHRICHTEN GESEHEN UND HAB MIR SORGEN UM DICH GEMACHT!!!"

Geneviéve: „Chloé du... du erwürgst mich!"

Chloé: „WAS FÄLLT DIR EIN MIR SO ANGST ZU MACHEN?! IN MEINEM EMOTIONALEN ZUSTAND SOLLTEST DU MICH NICHT SO AUFREGEN!!!"

Nebenbei fing sie fürchterlich an zu weinen und Kokonoi streichelte ihr verständnisvoll den Rücken.

Kokonoi: „Tut mir leid Gen, aber sie ließ sich nicht davon abbringen hierher zu kommen."

Geneviéve: „Schon okay, ich verstehe das. Aber ... Du kannst jetzt aufhören mich zu erdrücken Chloé!"

Chloé: „Wir haben dich überall gesucht und ausgerechnet hier hängst du rum?! Was macht ihr alle überhaupt hier?!"

Wakasa: „Arbeiten?"

Benkei: „Deiner kleinen Schwester zeigen wie man Männer und Frauen gleichermaßen vermöbelt."

Shinichiro: „Ich hab den Laden für heute geschlossen und bin auch hier zum helfen."

Wakasa: „Bisher hast du nur dagesessen und zugeschaut."

Inupi: „Ich bin hier, weil der Boss hier ist und mich auf Gen aufpassen lässt."

Chloés bedrohlich, finstere Ausstrahlung legte sich langsam und sie beruhigte sich wieder.
Erschöpft hielt sie sich ihren Bauch und Kokonoi holte ihr schnell einen Stuhl zum Hinsetzen.

Chloé: „Wenigstens bist du von starken Persönlichkeiten umgeben. Das nimmt mir meine Angst gewaltig."

Kokonoi: „Du willst lernen wie man kämpft Gen?"

Geneviéve: „Mir bleibt keine Wahl. Unter diesem Ausnahmezustand muss ich mir wenigstens zu helfen wissen, wenn ich in so eine Lage gerate."

Kokonoi: „Sehr vernünftig. Aber auf dich war ja schon immer Verlass."

Er tätschelte meinen Kopf wie ein liebevoller großer Bruder und lächelte erleichtert.
Er hat sich scheinbar auch sorgen gemacht, nur hat er es sich nicht anmerken lassen.
Inupi gab Chloé etwas zutrinken und streichelte ihre Hunde.
Ich war schon etwas verwundert, dass er sie so ohne große Probleme berühren konnte.

Geneviéve: „Hast du gar keine Angst vor Cerberus und Erebos? Normalerweise rennen alle gleich immer vor ihnen davon."

Inupi: „Wir hatten gestern das Vergnügen uns kennenzulernen, als ich dich gesucht habe."

Chloé: „Wie sonst hätte er auch in mein altes Haus kommen können. Dabei hatte er großes Glück gehabt, dass ich den beiden nicht befohlen habe ihn zu zerreißen. Niemand bringt meine kleine Schwester zum Weinen!"

Da kam wieder ihre Herrische Natur zum Vorschein, die von jedem allseits gefürchtet war.
Als ihre noch einzige lebende Schwester, behütete sie mich sehr und tut alles dafür, dass mir kein Leid Widerfährt.

Geneviéve: „Mir geht es gut ihr beiden, also kein Grund zum ausrasten. Zumal dir das in dem Stadium der Schwangerschaft nur schadet."


Besorgte Gemüter


Ende

Ma belle fleur de lune Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt