》It's gotta be you-Isaiah《
Ich sitze in Dylans Auto und versuche, nicht allzu sehr mit meinen Zähnen zu klappern.
Komischerweise ist mir nun wirklich kalt, wobei ich eigentlich nie friere.
Einen Blick auf das Display in der Mitte zeigt mir, dass die Heizung schon auf 26 Grad gestellt worden ist, weshalb ich meine Arme noch mehr um meinen Körper schlinge.
Hätte ich nur auf McArsch gehört.
Ich kann es mir wirklich nicht erlauben, in der Schule zu fehlen.
„Ist dir sehr kalt?", fragt Dylan plötzlich und wirft mir einen kurzen Blick zu, da er sich wieder auf die Straße konzentrieren muss.
„Nein, alles gut!", lüge ich, da er ja sowieso nichts machen könnte, außer die Heizung noch höher zu stellen.
Doch plötzlich greift er mit seiner rechten Hand nach hinten und sucht etwas auf den Rücksitzen.
„Was machst du da? Du musst auf die Straße gucken!", rufe ich panisch.
„Hier! Und heul nicht rum!"
Er schmeißt mir einen dunkelblauen Sweater auf den Schoß und guckt gelassen wieder nach vorne.
Ich bin nun wirklich überfordert, als ich mir seinen Pulli anschaue.
„Soll ich ihn dir auch noch anziehen?!"
Er hat mal wieder Recht.
Mir ist arschkalt, weshalb ich jetzt wie vom Blitz getroffen seinen Pullover anziehe.
Er ist jetzt zwar auch noch kalt, da er wahrscheinlich die ganze Zeit hier im Auto gelegen hat, aber trotzdem merke ich, dass ich nicht mehr ganz so sehr zittere.
Und man kann mir nichts mehr weg gucken.
Unbemerkt kuschele ich mich ein wenig tiefer in ihn hinein, da er auch so gut riecht.
Ich schrecke erst auf, als Dylan mich wieder etwas fragt.
Ich sehe ihn mir von der Seite an und bemerke das fette Grinsen auf seinen Lippen.
„Ist mein Pulli also doch nicht so schlimm, was?"
Ich schüttele langsam meinen Kopf aus Angst, etwas Peinliches zusagen. Das kann ich mir heute nicht mehr leisten.
„Hast du Hunger auf Burger?", grinst er immer noch. Bei der Erwähnung eines Burgers läuft mir gleich das Wasser im Mund zusammen.
Wann habe ich heute das letzte Mal etwas gegessen?
Ich nicke begeistert, als ich mir den perfekten Burger vorstelle. Dann hat der Abend ja doch noch etwas Tolles!
~
„Gib her. Ich bringe das eben in den Müll!"
Dylan nimmt mir meine leere Box ab, um aus seinem Auto zu steigen.
Ich kann ihn noch höchstens zwei Sekunden sehen, bevor ihn die Dunkelheit verschluckt.
Die letzten Minuten hatte ich wirklich Spaß und ich habe an ihm eine ganz andere Seite entdeckt.
Vielleicht habe ich mich einfach in ihm getäuscht und er tut manchmal nur so auf ‚unerreichbar', denn anders kann ich mir diese Seite nicht erklären.
Außer er will mich wirklich nur ins Bett bekommen, damit seine Kerbensammlung größer wird.
Ich merke erst, dass Dylan wieder eingestiegen ist und wir schon längst fahren, als er mich wieder anspricht.
„Um ehrlich zu sein, war es heute doch ganz-ähm-nett!"
„Nett ist der kleine Bruder von Scheiße!", lache ich.
Ich weiß, dass er es nicht so gemeint hat, aber es ist ja doch ganz süß, dass er nicht wusste, was er sagen sollte.
„So meinte ich das nicht!", grinst er und fährt sich mit der rechten Hand über seinen linken Unterarm.
„Willst du mir vielleicht jetzt sagen, wo du wohnst?"
„19958 Giovanni Ct.", sage ich, ohne nach zudenken.
Mir wird erst bewusst, was ich ihm gerade gesagt habe, als Dylan auf der Schnellstraße eine Vollbremsung hinlegt.
Ich werde mit meinem Oberkörper nach vorne gezogen und bin froh, mich angeschnallt zu haben.
Doch trotzdem fange ich an, zu schreien. Einen kurzen Blick in die Heckscheibe reicht mir, um zu sehen, dass die Autos hinter uns immer näher kommen.
„Dylan fahr weiter. Jetzt gib Gas, verdammt!", kreische ich, da die Panik in mir überhand gewinnt.
Wie von der Tarantel gestochen, gibt er Gas, sodass der Motor unnormal aufheult.
Kurz habe ich das Gefühl, dass er diesen abgewürgt hat, doch nach einigen Sekunden fahren wir wieder. Schnell-zu schnell.
Ich kann Dylan ansehen, dass er irgendwie sauer ist, denn er mahlt unnormal mit seinem Kiefer und auf seinen Unterarmen machen sich seine Venen bemerkbar.
„Dylan-Ich glaube wir fahren schnell genug.", versuche ich ihn irgendwie zu beruhigen.
Doch das scheint nicht wirklich zu helfen, denn er gibt noch mehr Gas.
„Lewis. Ich hätte da schon misstrauisch werden müssen. Du bist ihre kleine Schwester!", schreit er mich an. Ich versuche mich so klein wie möglich zu machen, doch deshalb wird er es nicht mehr vergessen.
Ich könnte ihm zwar sagen, dass ich mich in der Hausnummer geirrt hätte, jedoch wird er mir das nicht mehr glauben.
Die restliche Autofahrt ist es still und erst als ich mein Haus schon sehen kann, traue ich mich Dylan anzusprechen.
„Dylan-Niemand weiß-"
Er ist die ganze Zeit über 100 km/h gefahren, weshalb er jetzt schon auf unserer Einfahrt hält.
Doch anstatt mich anzusehen, blickt er starr an unser Garagentor.
„Steig aus!", unterbricht er mich in meinem Satz, weshalb ich wieder zusammen zucke.
Das letzte Mal als mich jemand so laut angeschrien hat, war in einer unserer letzten Hüttennächte mit meinen ehemaligen Freunden.
Mir steigen die Tränen in die Augen und damit Dylan sie nicht sieht, steige ich schnell aus.
Die Autotür ist nicht einmal eine Sekunde geschlossen, als Dylan wieder auf das Gaspedal drückt und so schnell wie möglich um die nächste Kurve verschwindet. Ich lasse mich kraftlos auf die Treppenstufen vor unserer Haustür fallen und atme mehrere Male ein und aus, damit ich nicht gleich anfange zu heulen.
Als ich an mir herunter blicke, sehe ich, dass ich noch den Pulli von ihm anhabe. Der blaue Schulpulli.
Warum habe ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört. Ich wusste doch, dass es in einem Desaster enden wird.
Bevor meine Brüder mich hier draußen noch sitzen sehen, rappele ich mich auf und gehe vorsichtig durch die Haustür.
Ich schaffe es leise in mein Zimmer zu gelangen und begegne dabei weder meinen Brüdern, noch meinen Eltern. Als erstes ziehe ich Dylans Sweater aus und verstaue ihn in der hintersten Ecke meines Kleiderschrankes.
Ich hoffe, er braucht ihn nicht so schnell wieder, denn ich kann ihm den Pullover garantiert nicht geben. Es wäre einfach zu peinlich. Zusätzlich muss ich mich auch an meiner Hoffnung fest klammern, dass Dylan seinen Mund hält.
Er hat nicht mehr über meine Aufzugsangst geredet und ich hoffe einfach, dass er auch den heutigen Abend unter den Tisch kehrt.
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Uhh, das Geheimnis ist gelüftet.
Was meint ihr, wie Dylan jetzt damit umgeht?😏☺
Danke nochmals für die unglaubliche Unterstützung. Man kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich euch dafür liebe! ❤❤❤
Ich habe im Übringen eine Playlist zu Fake Honesty und auch für Mehr als mein Leben auf Spotify. Mehr Infos in meiner Beschreibung ☺☺☺😊😊😊
Wir lesen uns!
Eure storysbehind
❤❤❤
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Fake Honesty
JugendliteraturZoe Lewis, ein einfaches Mädchen, welches von ihrer Vergangenheit geprägt wurde. Sie hat panische Angst, alten Bekannten wieder gegenüber zu treten, doch solange sie damit abschließen will, lässt sich genau dies nicht vermeiden. Dylan McGowan, der...
