>The Village-Wrabel<
Ich will Lia eigentlich gerade eine Frage stellen, da vernehme ich die Vibration meines Handys, weshalb ich danach greife und mir das Sommerbild von Dylan und mir entgegen lächelt. Verdammte Scheiße!
Mit glasigen Augen drücke ich Dylans Anruf weg und sperre das Display wieder.
Es sind zu viele Erinnerungen, die mein Herz in tausend Stücke reißen. Ich habe nie wirklich seine wahre Seite gesehen, denn er hat mich immer wieder belogen!
Langsam schließe ich meine Augen und hoffe so die kommenden Tränen zu verstecken. Ich öffne diese nach einigen Sekunden wieder und starre meiner ehemaligen besten Freundin in ihre Augen.
„Was willst du dann noch hier?", frage ich sie mit zitternder Stimme.
„Zoe, du musstest so viel durch machen. Immer wieder habe ich dich für deine Stärke bewundert, doch ich wusste, dass diese Stärke geschwächt war. Ich hatte und habe Angst, dass du nach jedem weiteren Rückschlag dich aufgeben könntest. Dass du nicht mehr willst. Ich weiß, dass ich nicht unschuldig bin und dir auch verdammt weh getan haben muss und es tut mir auch wirklich leid, dass ich so reagiert habe, jedoch hattest du deine Stütze im Leben. Dylan war alles für dich und jetzt? Ich gehe nicht, denn ich habe Angst, dass du aufgibst; dein Leben einfach wegschmeißt!", erklärt sie mir leise und ich habe die Befürchtung, dass auch ihr gleich die Tränen kommen werden.
Dylan war nicht sondern ist noch alles für mich. Es tut unglaublich weh, zu begreifen, dass es andersherum nie so war. Damals hatte ich Selbstmordgedanken, doch ich habe gelernt, dass man sich niemals aufgeben sollte. Egal wie sehr das Leben gegen dich ist.
„Keine Angst, ich werde mich nicht umbringen, wenn es das ist, was du mir damit sagen willst!", hauche ich nach einiger Zeit der Überlegung.
„Das meinte ich nicht! Es geht mir darum, dass du dich nicht aufgibst!", verdeutlicht sie nochmals, weshalb ich wieder meinen Kopf schüttele und auf meine verschränkten Hände starre.
Auf ihnen befinden sich mehrere Wassertropfen, die von meiner Heulerei kommen, weshalb ich sie grob wegwische.
Ich bin armselig. Gerade als ich Lia wieder antworten will, klingelt abermals mein Handy.
Mein Herz macht einen kleinen Sprung, als ich nicht das Bild von Dylan und mir erkenne, sondern das lachende Gesicht von meinem Bruder Lucas.
Mit einem leisen Seufzer gehe ich dran, denn sie machen sich ja nur Sorgen um mich, da ich schon längst wieder da sein sollte.
„Hey!", murmele ich leicht erschöpft, doch ich versuche so gut es geht, mein Zittern in der Stimme zu überspielen.
„Zoe? Leg jetzt bitte nicht sofort auf!", ruft mir Dylan durch mein Handy entgegen.
Und für diesen Augenblick setzt das rote Organ in meiner Brust, welches mich am Leben hält, aus.
„Lass mich bloß in Ruhe, Dylan!", schluchze ich und lege wieder auf. Die vielen Tränen kommen wieder und werden mehr als mein Handy abermals klingelt.
Zitternd schlinge meine Arme um mich, damit ich das Gefühl von ein wenig Geborgenheit verspüre.
Doch ich begreife anfangs nicht, dass Lia ihre Arme bereits beschützend um meinen zierlichen Körper legt, weshalb ich erst nach einigen Sekunden ebenfalls reagiere und meine Arme um sie schlinge.
Sie zieht mich ganz nah an sich, sodass ich mich schließlich in ihre Schulter kralle und bitterlich weine.
Sei es, weil Dylan und ich nie ehrlich zusammen waren oder weil ich meine beste Freundin gerade wieder habe.
Nach einiger Zeit, in der sie mich immer wieder versucht hat, zu beruhigen, setzt Lia sich langsam aufrecht hin und löst vorsichtig ihre Arme von mir.
„Ich glaube, ich gehe mal eben herunter und hole dir ein Taschentuch, etwas zu trinken und vielleicht etwas zu essen!", murmelt sie etwas aufmunternd, sodass ich leicht nicke. Ich lasse meinen Blick etwas nach links wandern und erkenne, dass mein Handy immer wieder aufblinkt, doch ich habe es bereits lautlos gestellt, weshalb ich es jetzt umdrehe.
Ich will nicht die ganze Zeit erinnert werden!
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Fake Honesty
Fiksi RemajaZoe Lewis, ein einfaches Mädchen, welches von ihrer Vergangenheit geprägt wurde. Sie hat panische Angst, alten Bekannten wieder gegenüber zu treten, doch solange sie damit abschließen will, lässt sich genau dies nicht vermeiden. Dylan McGowan, der...
