Heute war der erste Tag, den ich nach dem Tod meines Vaters und zwischen den Vorbereitungen für die Hochzeit dem Schreiben widmete. Harry war unterwegs und wollte etwas für seine Musik und auch etwas für die Hochzeit machen. Ich hatte nicht weiter nachgefragt, denn wenn er es mir hätte erzählen wollen, hätte er das getan.
Mittags setzte ich mich ins Arbeitszimmer. Sammy schlief auf dem Sessel in der Ecke, weshalb ich mir Kopfhörer schnappte und meine Musik damit hörte. Ich schmunzelte, als ich eine alte Playlist startete und sofort 5sos erklang. Der Gitarrensound umfloss mich. Ich schloss meine Augen und fühlte den Rhythmus. Als ich sie wider öffnete, fing ich mit dem Schreiben an. Die Worte flossen aus meinen Fingern auf die Seiten. Während mein Fuß im Takt mit wippte, war mein Kopf in der Story und kreierte mehr und mehr Kapitel. Obwohl mein letzter Roman bereits eine Weile her war, fiel es mir nicht schwer, an der Geschichte anzuknüpfen und diese mit vielem Neuen zu schmücken.
Als ich nach einer Weile auf die Uhr sah, waren fast drei Stunden vergangen und ich hatte tatsächlich fünf Kapitel geschrieben. Zufrieden pausierte ich die Musik und ging von Sammy gefolgt in die Küche. Ich schnappte mir ein Wasser und fütterte Sammy. Dann setzte ich mich für einen Augenblick auf die Couch. Zwischen den Wolken schien die Sonne etwas hindurch. Ich schloss die Augen und genoss die Wärme auf meinem Gesicht. Als ich hörte, dass jemand einen Schlüssel ins Schloss der Haustür steckte, schmunzelte ich. Stimmen erklangen, ich realisierte, dass Harry nicht alleine war.
„Oh, haben wir dich gestört?", fragte er überrascht." Ich drehte mich zu ihm und seiner Begleitung und lächelte leicht.
„Nein, alles gut. Hey Zayn.", sagte ich und stand auf.
„Hallo, Mary. Mein Beileid zu deinem Verlust." Er drückte mich und ich bedankte mich bei ihm. Nachdem ich Harry noch kurz geküsst hatte, ging ich zurück in mein Arbeitszimmer. Sammy kam mir hinterher geflüchtet und sprang auf meinen Schoß, als ich mich auf meinem Stuhl nieder ließ.
„Mein kleiner.", murmelte ich und strich über sein weiches Fell. Er schnurrte und rieb seinen Kopf an meiner Hand. Plötzlich klopfte es leise an der Tür. Harry steckte seinen Kopf hinein, was mich wieder schmunzeln ließ.
„Sag nichts. All das hat eine logische Erklärung.", sagte er. Ich hob die Hände und wartete auf seine Erklärung.
„Ich war bei Calum und wir haben die Zeit vergessen. Zayn kam dann und hat meinen neuen Song gehört und war neugierig, was ich noch so plane, also habe ich ihn hier her eingeladen, um ihm ein paar Sachen zu zeigen."
„Du bist mir keine Erklärung schuldig. Es freut mich, dass ihr etwas gemeinsam unternehmt.", sagte ich. Harry seufzte erleichtert.
„Ich wollte dich gar nicht stören, aber ich brauche die Gitarre." Er griff nach dem Instrument und kam dann zu mir.
„Ich liebe dich.", flüsterte Harry und küsste mich sanft und gefühlvoll. Ich erwiderte den Kuss und zog ihn noch weiter zu mir hinunter.
„Babe... Zayn wartet nebenan.", nuschelte Harry zwischen den Küssen. Ich lachte und ließ ihn los.
„Viel Spaß.", hauchte ich außer Atem.
„Und ich liebe dich auch." Harry warf mir einen Kuss zu und verließ dann das Arbeitszimmer wieder. Doch irgendwie war meine Motivation zu Schreiben jetzt verflogen. Ich griff nach meinem Handy und scrollte durch die Chats. Nachdem ich Lya geschrieben hatte, dass wir morgen den Termin im Brautladen hatten, gab ich die selbe Info an meine Mum und somit auch an Anne weiter. Auch Gemma lud ich dazu ein und sie antwortete sofort, dass sie sehr gerne mitkommen würde. Außerdem schrieb sie, dass sie es schön aber auch gruselig fand, wie gut sich unsere Mütter verstanden. Schmunzelnd stimmte ich ihr zu. Meine Gedanken blieben bei unseren Müttern und ich fragte mich, wie lange es noch gut gehen würde, dass meine Mum bei Anne schlief. Klar, sie waren zwei erwachsene Frauen und beide sehr harmonieliebend, doch auf Dauer war das ganze sicher keine Lösung. Außerdem hatte meine Mum ja vor, mindestens bis nach der Hochzeit immer wieder vorbei zu schauen.
Während ich darüber nachdachte, was für eine Lösung ich finden könnte, hatte ich bereits eine im Kopf. Ich suchte einen bestimmten Kontakt raus und rief an.
„Betskowski?"
„Hallo, Mr. Betskowski. Hier ist Mary-Jane Hensley.", sagte ich.
„Hallo, Ms. Hensley. Wie kann ich Ihnen helfen?" Es klang tatsächlich so, als würde er sich sehr über meinen Anruf freuen. Immerhin hatte ich mehrere Jahre in einem seiner Häuser gewohnt.
„Sie haben nicht zufällig schon meine Wohnung vermietet, oder?", fragte ich.
„Es tut mir leid, doch das habe ich tatsächlich bereits. Sie ist seit zwei Wochen belegt."
„Das macht ja nichts. Hätten Sie eventuell ein ähnliches Objekt in der Nähe zur Verfügung? Es ist nicht für mich, sondern für meine Mutter.", sagte ich.
„Einen Moment, ich schaue eben nach.", sagte er. Ich hörte, wie er tippte und ein paar Unterlagen durchsah.
„Tatsächlich wird im gleichen Haus Ihrer ehemaligen Wohnung nächste Woche eine frei. Möchten Sie, dass ich Ihnen die Unterlagen schicke?", fragte er.
„Das wäre sehr reizend von Ihnen. Was halten Sie davon, wenn wir die Wohnung nächste Woche gemeinsam besichtigen und wenn möglich alles unterschreiben?"
„Sehr gerne. Wie wäre es mit Donnerstag?"
„Das passt gut. Um wie viel Uhr?", fragte ich.
„13 Uhr?"
„In Ordnung. Dann bis nächste Woche, Mr. Betskowski."
„Bis nächste Woche.", sagte er und legte auf. Glücklich über den Ausgang des Gespräches schrieb ich den Termin auf und hängte den Zettel an die Pinnwand.
Von außerhalb des Arbeitszimmers drang Musik herein, was mich neugierig werden ließ. Von Harrys neuen Songs kannte ich bis jetzt nur den einen. Ich schlich zur Tür und öffnete sie einen Spalt. Die Musik wurde lauter und ich konnte hören, wie die beiden mit summten und leise sangen. Es klang unglaublich, wie ihre Stimmen harmonierten. Dass Harry und Zayn gemeinsam musizierten ließ mein Herz höher schlagen. So langsam hatte ich die Hoffnung, dass irgendwann alles gut werden würde.
Sammy schlich durch meine Beine hindurch und ich folgte ihm.
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Understand (III)
Fanfiction"Hallo?" "Harry? Wo bist du?", fragte ich eilig. Ich wollte keine Zeit mehr verlieren. "Ich bin auf dem Weg nach Hause. Was ist denn?" "Komm zurück. Und beeil dich.", sagte ich und wartete seine Antwort nicht ab. Ich hörte noch, wie er wendete, bevo...
