Harry und ich verließen die Bar als erstes. Er war so erschöpft gewesen, dass ich ihn dazu zwang.
Leicht beschwipst torkelte er neben mir her zurück zu seinem Wagen und redete dabei ununterbrochen. Ich fand es süß und lauschte einfach seinen Gesprächen. Dabei war ich mir nicht mal sicher, ob er mit mir oder mit sich selber redete. Am Wagen angekommen schloss ich die Tür auf, weil Harry dazu nicht mehr in der Lage war.
Harry bedankte sich dafür, ließ sich auf das Bett fallen und begann augenblicklich zu schnarchen. Lächelnd ging ich mir die Zähne putzen, machte mich bettfertig und zog dann Harry seine Schuhe aus, bevor ich mich erschöpft neben ihn legte. Für einen kurzen Augenblick betrachtete ich Harry, während er schlief. Ein Lächeln lag auf seinen Lippen, als er schmatzend meinen Namen sagte. Müde drehte ich mich mit dem Rücken zu Harry, woraufhin er sich gleich an mich kuschelte und meinen Nacken küsste.
Das war der letzte Abend in Amsterdam gewesen. Bereits am nächsten Morgen ging es weiter nach Brüssel, wo wir auch nur für ein Konzert bleiben würden. In dieser Location gab es ein paar Schwierigkeiten, weshalb ich die Zeit nutzte, um mir Brüssel etwas genauer anzusehen. Da alle Musiker und selbst die anderen Mitarbeiter daran mitarbeiten mussten, tat ich dies alleine. Es war schön, die Zeit alleine genießen zu können und fühlte sich nach den letzten Wochen sehr befreiend an.
Zwei Stunden, bevor das Konzert anfangen würde, ging ich zurück.
Wie meist vor den Konzerten saßen alle in einem der Pavillons und unterhielten sich. Alle, bis auf Harry.
„Hey, Mary. Wie war das Sightseeing?", fragte mich Snitch.
„Gut, Brüssel ist eine sehr vielfältige Stadt. Wo ist Harry?", fragte ich, als ich mich neben Laura setzte.
„Er wollte kurz telefonieren. Das war aber schon vor einer Weile.", wandte Ben ein. Ich zog die Stirn kraus und machte mich dann auf die Suche nach ihm. Ich wusste nicht, wo genau ich suchen sollte, vernahm aber zum Glück nach kurzer Zeit Harrys Stimme. Sie klang nervös.
„Ja, das sage ich ihr. Drück Lya von mir. Bis dann.", sagte Harry und legte auf. Er sah auf sein Handy, während seine Hände zitterten.
„Harry?"
„Babe? Da bist du ja endlich.", sagte er und zog mich in seine Arme.
„Ist alles ok?", fragte ich ängstlich. Sein Verhalten machte mich unsicher. Harry ergriff meine Schultern und hielt mich vor sich, bevor er seufzte und zu erzählen begann.
„Das war eben Scott. Lya ist gestürzt.", sagte er. Ich schluckte, Tränen bildeten sich in meinen Augen, während ich den Kopf schüttelte. Das durfte nicht sein. Meiner besten Freundin und ihrem ungeborenen Kind durfte nichts passieren, vor allem nicht, wenn ich nicht da war.
„Wie geht es ihr und dem Baby?"
„Scott hat sie gleich ins Krankenhaus gefahren. Lya hat ein paar geprellte Rippen, doch abgesehen davon geht es ihr und dem Baby gut.", sagte Harry und mühte sich ein verzweifeltes Lächeln ab.
„Gut, das ist gut. Ich rufe sie gleich an.", sagte ich und löste mich aus Harrys Griff. Doch er zog an meiner Hand und zwang mich damit zu stoppen.
„Sie schläft und braucht jetzt viel Ruhe. Du sollest sie morgen anrufen.", sprach Harry ruhig. Ich nickte und ließ mich von ihm erneut in den Arm nehmen.
„Falls etwas ist, kannst du sofort zurückfliegen."
Aufgrund des Vorfalls ging ich an diesem Abend nicht zum Konzert. Die anderen hatten Verständnis dafür, auch wenn ich ein leichtes schlechtes Gewissen hatte. Ich wollte Harry so viel wie möglich begleiten, doch meine Gedanken waren nur bei Lya.
Dies änderte sich auch nicht, als wir am nächsten Tag mittags weiter nach Paris fuhren. Dieses Mal fuhr ich mit Harry bei einem der Crewmitglieder mit und genoss die Zweisamkeit. Nach meinen Telefonat mit Lya diesen Morgen war ich etwas beruhigt, wenn auch nicht gänzlich.
„Möchtest du in Paris etwas Sightseeing machen? Wir haben den restlichen Tag frei und morgen früh auch noch etwas." Ich schüttelte den Kopf und legte ihn dann auf Harrys Brust.
„Dann bleiben wir im Hotel. Ich habe uns ein schönes Zimmer gebucht, in dem können wir Filme schauen, den Zimmerservice terrorisieren oder einfach schlafen.", sagte Harry. Ich schmunzelte und setzte mich auf, um ihn zu küssen.
„Ich liebe dich.", sagte ich ehrlich.
„Und ich liebe dich. Sag mir was du brauchst oder möchtest und ich besorge es dir." Ich lachte über die Zweideutigkeit seiner Äußerung, was auch Harry zum Lachen brachte.
„Du bist so versaut.", lachte er.
„Stets zu Diensten.", entgegnete ich und küsste ihn.
Auf dem Rest der Fahrt erzählte Harry mir von der Änderungen bei diesem Konzert. Denn auch, wenn sie alle sehr viel gemeinsam hatten, war jedes Konzert etwas anders und Paris sollte etwas ganz Besonderes werden. Ich lauschte meinem Verlobten und stellte wieder mal fest, dass ihm die Tour sehr gut tat und genau das war, für was er bestimmt war.
Bei der Ankunft in Paris setzte uns der Fahrer vor einem sehr nobel aussehenden Hotel ab. Mit meinem Koffer in der einen und Harry an der anderen Hand betrat ich die Eingangshalle, welche an sich schon sehr eindrucksvoll war. Ich lauschte Harry, während er uns eincheckte und erfuhr so, dass wir sogar drei Nächte hier verbringen würden.
„Komm.", sagte Harry und zog mich an der Hand zum Aufzug. Er drückte den Knopf für den fünften Stock und legte dann seine Hände an meine Hüfte, um mich zu sich zu ziehen. Sanft fuhr er mit seiner Hand über meine Wange.
"Lass uns diese wenigen, freien Tage genießen. Du kannst so oft du möchtest mit Lya telefonieren, aber dazwischen gehörst du mir.", sagte Harry und küsste mich. Ich erwiderte den Kuss, fühlte mich ihm dabei so nah wie nie. Er war so verständnisvoll.
Als das Klingeln des Aufzugs erklang, ließ Harry von mir ab und ging sann voraus zu unserem Zimmer. Ich folgte ihm und ging, als er die Tür aufgeschlossen hatte, an ihm vorbei in den Raum. Erst sah alles ganz normal aus. Edel, aber wie ein normales Hotelzimmer. Als ich weiter hinein trat sah ich jedoch den großen Strauß Rosen auf dem Tisch und das Essen dahinter auf einem weiteren Tisch.
Sprachlos ging zu dem Strauß und roch an den roten Rosen. Ich sog den Duft mit geschlossenen Augen ein und seufzte. Harrys Hände legten sich von hinten um meinen Bauch. Er küsste meinen Hals und zog mich näher an sich.
"Gefallen sie dir?" Ich drehte mich zu ihm und küsste ihn zum Dank, bevor ich antwortete.
"Sie sind wunderschön. Wann hast du das alles organisiert?", fragte ich überrascht. Harry fuhr sich durch die Haare und grinste.
"Ich hab bevor wir losgefahren sind mit dem Hotel telefoniert. Nachdem du die Nachrichten von Lya hattest wollte ich dir etwas Gutes tun." Ich nahm Harrys Gesicht in meine Hände und küsste ihn leidenschaftlich.
"Du bist so wundervoll."
"Das ist noch nicht alles.", sagte Harry, ergriff meine Hand und zog mich den Flur entlang, wohl in Richtung Badezimmer. In der Tür blieb er stehen und schob mich vor sich.
"Da hast du aber nicht nur an mich gedacht.", sagte ich schmunzelnd, als ich die dekorierte, wirklich große, Badewanne sah. Sicher hatte sie eine Massagefunktion. Meine Hand fuhr an Harrys Bein höher, bis er zuckte. Seine Lippen fanden den Weg an mein Ohr.
"Es ist für dich. Wenn du mich mit rein nehmen möchtest, erfülle ich dir diesen Wunsch." Ich bekam Gänsehaut, als er das sagte. Lächelnd führte ich meine Hände zum Saum meines Oberteils und zog es mir über den Kopf.
"Worauf wartest du?", fragte ich Harry, als er mich betrachtete, aber nicht rührte.
"Möchtest du nicht erst etwas essen?" Mit einem Grinsen auf den Lippen ging ich zu ihm, küsste seinen Hals und fuhr mit meinen Händen unter sein T-Shirt.
"Vergiss das Essen.", seufzte Harry und öffnete eilig seine Hose. Ich lachte und zog mich ebenfalls aus. Kaum hatte ich mich meiner Kleidung entledigt, legten sich Harrys Arme um mich und hoben mich hoch. Er betrat mit mir auf dem Arm das warme Wasser und setzte mich zwischen seine Beine. Ich drehte mich um und blies ihm etwas Schaum ins Gesicht.
"Ey.", beschwerte er sich und warf Schaum zurück.
"Das ist perfekt.", sagte ich, rutschte etwas näher zu Harry. Er nahm mein Gesicht in seine nassen Hände und küsste mich sanft. Dabei spürte ich etwas an meinem Bein.
"Da ist ja jemand wach."
"Hast du dich mal nackt gesehen?", lachte Harry mit den Händen auf meinen Brüsten.
"Bedeutet das, dass du ihn auch einsetzen möchtest?"
"Nur, wenn das dein Wunsch ist.", sagte Harry mit zur Seite gerichtetem Blick.
"Vielleicht später.", sagte ich und lehnte mich wieder mit dem Rücken gegen ihn. Harry seufzte gespielt und küsste dann doch meinen Hals. Mit geschlossenen Augen atmete ich tief durch.
"Erschöpft?" Ich nickte leicht und verflocht meine Finger unter Wasser mit Harrys.
"Ich verstehe nicht, wie du das aushältst. Ich könnte jetzt schon eine ganze Woche schlafen..." Ich spürte, wie Harry lachte. Dann küsste er mich auf den Kopf.
"So ist das Leben. Glaub mir, wenn ich sage, dass ich nach der Tour vor der Hochzeit gar nichts machen werde. Außer dich vernaschen.", sagte er und küsste gierig meinen Hals.
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Understand (III)
Fanfiction"Hallo?" "Harry? Wo bist du?", fragte ich eilig. Ich wollte keine Zeit mehr verlieren. "Ich bin auf dem Weg nach Hause. Was ist denn?" "Komm zurück. Und beeil dich.", sagte ich und wartete seine Antwort nicht ab. Ich hörte noch, wie er wendete, bevo...
