Ich war etwas nervös, als ich mit meinem Laptop unter dem Arm die Autotür schloss und das Gebäude betrat. Dass ich lange nicht hier gewesen war, machte es nicht besser. Ich nickte der Frau am Empfang zu, ging durch die gläserne Tür und seufzte erleichtert auf, als ich jemand bekannten von hinten sah.
"Hank.", rief ich freudig. Er drehte sich um und kam mit ausgestreckten Armen auf mich zu.
"Mary-Jane. Meine Muse, wie geht es dir?"
"Mir geht es gut und dir? Scheuchst du schon wieder deine Angestellten umher?" Während ich lachte, schlug Hank einem seiner jungen Lektoren gegen den Hinterkopf. Wir gingen zu seinem Büro, wo er sich mir gegenüber setzte.
"Nimm doch Platz. Möchtest du einen Tee?"
"Sehr gerne.", sagte ich. Hank gab meinen Wunsch an eine Angestellte weiter und wandte sich dann wieder mir zu.
"Du warst lange nicht da."
"Ja, das hatte leider auch seine Gründe. Ich habe eine angeborene Herzerkrankung.", sagte ich, was Hank nicht zu schockieren schien.
"Haley hat mir erzählt, dass du dein Gedächtnis verloren hattest. Ich wollte dich nicht bedrängen, also habe ich dir deine Zeit gelassen. Ich freue mich jedoch sehr, dass du deinen Weg zurück in die heiligen Hallen der Literatur gefunden hast.", sagte Hank freundlich.
"Ich auch. Und ich werde mich jetzt auch wieder ans Schreiben machen. Weißt du, wann Haley kommt?"
"Haley ist in New York." Überrascht sah ich meinen ehemaligen Lektor an. Ich wusste, dass Haley dort unbedingt hin wollte, doch genau so gut wusste ich, dass Hank nie große Aufträge an seine Mitarbeiter abgab.
"Ich werde im nächsten Jahr in den Ruhestand gehen.", überraschte Hank mich. Er schmunzelte mit gesenktem Blick, als er meinen entgleitenden Gesichtsausdruck sah.
"Ich bin jetzt Mitte 60 und finde, dass ich so einiges geleistet habe. Aus diesem Grund ist Haley gerade in New York, weil sie, gemeinsam mit zwei anderen Mitarbeitern, hier übernehmen wird." Ich griff nach Hanks Hand und drückte sie leicht.
"Ich hoffe sie sind sich bewusst, in was für große Fußstapfen sie treten."
"Das hoffe ich auch. Aber ich vertraue ihnen, sonst würde ich nicht gehen. Natürlich liegt mein Vertrauen dabei auch auf meinen zuverlässigen Klienten.", als er das sagte, sah er mich schmunzelnd und doch streng an.
"Ich werde mir größte Mühe geben. Nach der Hochzeit werde ich fleißig weiter schreiben und sicher dieses Jahr noch ein Buch fertig stellen."
"Nach der Hochzeit? Sie findet also doch statt?", hakte Hank nach. Mit geröteten Wangen blickte auf den Ring an meinem Finger. Was hatten wir schon hinter uns gebracht...
"Wenn Harry von der Tour wieder kommt, heiraten wir standesamtlich bei meiner Mum, also in meinem Zuhause. Danach wollen wir, im Spätsommer denke ich, wie geplant kirchlich ganz romantisch im Hampton Court House heiraten. Dazu bist du natürlich herzlich eingeladen. Mit deiner Frau."
Hank freute sich für mich und nahm die Einladung trotz fehlendem Datum an.
Beruhigt konnte ich zurück zum Appartement fahren. Als ich den Aufzug betrat und gerade die neue Post durchsah, vibrierte mein Handy.
„Poststelle von Mr. Styles, Sie sprechen mit seiner Verlobten.", sagte ich scherzhaft.
„Das kann ich gar nicht oft genug hören. Doch wieso Poststelle?"
„Ich sehe gerade die Post durch. Wo bist du gerade?", fragte ich und trat aus dem Aufzug. Ich schloss die Tür auf und warf die Post auf den Esstisch.
„Irgendwas interessantes? Ich bin gerade auf dem Weg nach Barcelona."
„Hallo, Mary! Du fehlst uns!", hörte ich Laura aus dem Hintergrund rufen.
„Ihr fehlt mir auch!", sagte ich, was Harry an die anderen weiter leitete.
„Nur Rechnungen und der Scheck von unserem Buch. Oh, wie gerne wäre ich mit dir durch Spanien und Portugal gefahren."
„Wir könnten unsere Hochzeitsreise hier her machen, wenn du möchtest.", schlug Harry vor. Lächelnd ließ ich mich auf die Couch fallen.
„Das wäre schön. Wann bist du wieder in London?"
„Das letzte Konzert ist in 8 Tagen. Und dann fliegen wir gleich am nächsten Tag morgens zurück, also bin ich in 9 Tagen wieder bei dir. Wie geht es Lya und der kleinen?"
9 Tage. Ich freute mich, dass es kaum mehr als eine Woche war, die ich noch von Harry getrennt sein würde. Auch, wenn ich in diesen Tagen noch sehr viel zu tun hatte.
„Gut, denke ich. Sie ist etwas gestresst, aber das ist ja auch verständlich. Schickst du mir noch die Liste mit deinen Wünschen für die standesamtliche Hochzeit?" Leicht gelangweilt stieß ich die Hefte vom Couchtisch und schmunzelte, als Sammy zusammenzuckte und sich dann nach dem Strecken aus dem Staub machte.
„Ich mache mich so schnell wie möglich ran. Wann fährst du zu deiner Mum?"
„Morgen früh. Sie freut sich schon wie verrückt."
„Verständlich. Ich würde mich auch freuen, wenn du morgen zu mir kommen würdest.", sagte Harry. Ich konnte hören, dass er schmunzelte.
„Das wäre zu schön. Zum Glück ist es nicht mehr so lange."
Ich wedelte mit meinen Beinen in der Luft und seufzte. Harry fehlte mir so sehr.
„Ich denke an dich, Babe. Aber ich muss jetzt leider auflegen. Fahr morgen vorsichtig und schreib mir, wenn du bei deiner Mum angekommen bist."
„Ok, pass gut auf dich auf, Engel. Viel Spaß in Barcelona und genieß die Zeit auf der Bühne. Ich liebe dich.", sagte ich verträumt.
„Ich liebe dich auch, Babe. Bis morgen."
Lächelnd legte ich auf. Unsere Telefonate hatten eine beruhigende Wirkung auf mich. Dank Harrys Ruhe und Zuverlässigkeit wusste ich, dass wir alles schaffen würden.
Auf die Uhr blickend eilte ich ins Schlafzimmer um mich umzuziehen.
Ich war schon etwas nervös, immerhin war das, was ich vor hatte, mir sehr wichtig. Nachdem ich die Getränke aus der Küche auf den Couchtisch gestellt und alles hergerichtet hatte, eilte ich auch schon zur Tür.
„Liam, schön dass du da bist.", sagte ich und drückte ihn.
„Bin ich der erste?"
„Ja, aber sicher nicht mehr lange." Ich schloss die Tür hinter ihm und führte ihn ins Wohnzimmer. Gerade dort angekommen, klingelte es schon wieder.
„Hey, Mary.", sagte er zurückhaltend mit den Händen in den Hosentaschen.
„Komm doch rein, Louis." Er trat an mir vorbei und direkt hinter ihm erschien Zayn. Auch diese beiden führte ich ins Wohnzimmer.
„Weiß einer von euch etwas von Niall?" Die drei schüttelten den Kopf, weshalb ich anfing die Getränke einzugießen. Genau dann klingelte es.
„Würdest du ihn reinlassen?", bat ich Liam, der nickend zur Tür ging.
„Nett, dass ihr auf mich gewartet habt.", sagte Niall und setzte sich zwischen Liam und Zayn. Dann sahen mich alle vier abwartend an.
„Ich denke ihr habt alle mitbekommen, dass wir die Hochzeit in den August verschoben haben." Liam nickte, die anderen sahen mich weiter nur an, während ich meine zitternden Hände zu beruhigen versuchte.
„Da Harry jetzt noch auf Tour ist und mir somit die Planung überlassen hat, muss ich seine und meine Wünsche unter einen Hut bringen und, ich bin ehrlich, da hat mein ehemaliges Fangirl-Herz etwas höher geschlagen, als ich bei der Musik angekommen bin. Ich habe mir lange den Kopf darüber zerbrochen und deswegen seit ihr hier. Ich wollte euch fragen, ob ihr auf unserer Hochzeit auftreten würdet."
Stille.
Mehrer Minuten herrschte nicht als Stille, während die Jungs erst mich und dann sich fragend ansahen.
„Wie stellst du dir das vor?", fragte Louis plötzlich.
„Harry redet nicht mal mit Louis und möchte sicher nicht seine alte Band auf der Bühne sehen. Geschweige denn auf seiner Hochzeit.", wandte Zayn ein. Ich seufzte.
„Glaubt mir, wenn ich sage, dass Harry euch alle wieder vereint haben möchte. Selbst, wenn es nur für diesen einen Abend ist. Außerdem seid ihr doch eh alle eingeladen."
„Fast alle.", murrte Liam. Ausgerechnet von ihm hätte ich das nicht erwartet.
„Nein, nicht fast alle. Ich bin die Braut und ich lade ein. Ende."
„Wie stellst du dir das denn vor? Wir kommen, begleiten den Abend musikalisch und das war's? Das würde Konsequenzen mit sich ziehen.", sagte Zayn. Der einzige, der die ganze Zeit über nicht sagte, war Niall.
„Niall? Was sagst du dazu?", fragte ich, weshalb er zu mir aufsah. Erst zuckte er nur mit den Schultern. Als ich ihn jedoch mit durchdringendem Blick ansah, antwortete er.
„Ich weiß es nicht. Eigentlich würde ich schon gerne auf eurer Hochzeit singen. Außerdem könnte es uns nicht schaden, wenn wir ein, zwei Songs singen, oder?" Ich spürte die Erleichterung in mir aufblühen und seufzte. Niall hatte mir soeben wohl meine gesamte Hochzeit gerettet.
Ich sagte nichts, Liam und Niall sahen sich für einen Moment an, bis Liam schließlich seufzte.
„Du hast dir sicher schon einen Song ausgesucht, oder?" Quietschend sprang ich auf und umarmte nach Liam auch die anderen drei.
„Also macht ihr es?" Als sie alle der Reihe nach nickten, galoppierte mein Herz. Ich setzte mich wieder und fing an zu erklären, wie ich mir das ganze vorgestellt hatte. Mit jeder Minuten konnte ich die Jungs mehr und mehr für meine Ideen begeistern, sodass wir bis abends sogar ein paar wenige Songs ausgewählt hatten.
Zur Verabschiedung küsste ich sie alle auf die Wange und verabredete mich mit ihnen zur Probe.
Nach der standesamtlichen Hochzeit.
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Understand (III)
Fanfic"Hallo?" "Harry? Wo bist du?", fragte ich eilig. Ich wollte keine Zeit mehr verlieren. "Ich bin auf dem Weg nach Hause. Was ist denn?" "Komm zurück. Und beeil dich.", sagte ich und wartete seine Antwort nicht ab. Ich hörte noch, wie er wendete, bevo...
