„Ich weiß nicht, ob du dich erinnerst oder die Widmung deines Buches gelesen hast, aber ich habe dir mal gesagt, dass es nichts stärkeres gibt als eine Beziehung, die aus einer engen Freundschaft erblüht und von Vertrauen und gemeinsamen Erlebnissen gespeist wird. Als ich ahnte, dass du meine Gefühl eventuell erwidern könntest, habe ich mich zurückgehalten, weil ich Angst hatte. Du warst der erste Mensch, der mir in so kurzer Zeit so wichtig geworden ist und ich wollte dich nicht verlieren. Auch wenn der Sex echt gut war." Als er zu grinsen begann, erkannte ich seinen Humor. Ich schubste ihn leicht, weshalb er zu lachen begann.
„Sorry, aber alles was ich vor dem Sex gesagt habe, war ernst gemeint.", sagte er und lächelte mich an.
„Klingt so, als sollte ich mich wirklich schnell daran erinnern." Harry nickte und wandte plötzlich seinen Blick ab.
„Sieh mal, wer uns da besucht.", sagte er.
„Sammy." Mein Kater sah in die Ferne und kam dann zu uns gelaufen. Er schnupperte an meinem Bein und ging dann weiter zu Harry, wo er zu schnurren begann.
„Du warst wohl zu lange weg.", lachte er und nahm meinen Kater hoch.
„Ich verzeihe ihm, aber dir nicht."
„Das werden wir ja noch sehen.", sagte er Sammy kraulend.
„Dein Handy klingelt." Ich nahm es aus meiner Tasche und nahm den Anruf überrascht an.
„Hallo?", fragte ich.
„Hallo, Ms. Hensley. Hier spricht die Praxis von Dr. Monroe. Ich rufe an, da Sie Ihren Termin gestern nicht wahrgenommen haben.", sagte die Frau. Verwirrt erinnerte ich mich gerade noch daran, dass dies der Name meiner Frauenärztin war.
„Oh, das tut mir sehr leid. Wissen Sie noch, wieso ich den Termin bei Ihnen gemacht hatte?", fragte ich.
„Sie wollten zur Kontrolle kommen, um zu sehen, ob Sie die Möglichkeit haben, schwanger zu werden.", sagte die Frau.
„Vielen dank. Den Termin brauche ich jetzt nicht mehr." Ich legte auf, blickte auf mein Handy und versuchte das Gespräch zu verdauen.
„Alles in Ordnung?", fragte Harry.
„Nein, also ja. Ich weiß es nicht.", sagte ich und sah zu ihm. Harry sah mich besorgt an.
„Das war meine Gynäkologin.", sagte ich perplex. Doch Harry schien mich nicht zu verstehen.
„Hatten wir vor Kinder zu kriegen?", fragte ich. Harry sah mich schockiert an.
„Ich, ähm, ja, also wir haben darüber geredet.", stotterte er.
„Ich habe gestern einen Termin bei meiner Gynäkologin verpasst, den ich dafür gemacht hatte." Harry schien genau so wie ich durch den Wind zu sein.
„Lass uns lieber rein gehen.", sagte Harry. Ich folgte ihm zurück in sein Appartement und setzte mich zu ihm auf die Couch. Scheiß drauf, was dort damals gelaufen war...
Wir saßen dort und irgendwie schienen wir beide eingeschüchtert oder verwirrt oder was auch immer, aber keiner von uns sagte etwas.
„Das mit uns war sehr ernst, oder?", fragte ich leise.
„Ja, das war es. Für mich gibt es nichts wichtigeres, als dich und unser gemeinsames Leben." Ich sah zu Harry und als er zu mir sah, machte sein Anblick mich sprachlos. In seinen Augen konnte ich sehen, wie er litt und dass er sehr viel für mich empfand.
„Es tut mir so leid, Harry.", flüsterte ich. Er mühte sich ein Lächeln ab, was jedoch nicht bis zu seinen Augen reichte.
„All das ist nicht deine Schuld.", sagte er.
„Aber ich wünschte, es wäre nicht so. Ich wünschte, dass alles beim Alten wäre und dass-„ Harry unterbrach mich, indem er meine Hand ergriff und mit seiner anderen meinen Mund zu hielt.
„Hör auf dich für etwas zu entschuldigen, für das du nichts kannst." Er lächelte mich an und nahm dann vorsichtig seine Hand von meinem Mund. Überrascht beobachtete ich seinen Blick, der von meinen Augen zu meinem Mund wechselte. Ich kaute nervös auf meiner Unterlippe herum und senkte meinen Blick.
„Könntest du vielleicht aufhören auf deiner Lippe rumzukauen? Es fällt mir auch so schon schwer genug dich nicht zu küssen." Überrascht sah ich zu ihm auf und ließ meine Lippe los.
„Tut mir leid." Harry seufzte und stand auf. Kurz darauf kam er, während ich durchgeatmet hatte, mit zwei Gläsern Wein wieder.
„Meinst du das macht es besser?", fragte ich und nahm eines der Gläser, als er es mir reichte.
„Nein, aber es hilft mir beim konzentrieren." Er schaltete den Fernseher an und wir saßen für eine Weile schweigend nebeneinander und sahen fern. Es war angenehm und ich genoss die Zeit.
Als während eines Filmes Werbung kam, gähnte ich.
„Vielleicht sollte ich langsam nach Hause.", sagte ich und stellte mein Glas auf den Tisch.
„Wieso? Immerhin wartet dort keiner auf dich." Ich sah zu Harry und musste ihm insgeheim recht geben.
„Ich bleibe noch etwas." Harry schenkte mir noch etwas Wein nach und lehnte sich dann zurück. Dabei streifte sein Arm meinen, was meine Haut kribbeln ließ. Überrascht sah ich zu ihm. Sein Blick hielt dem meinen stand.
„Tut, tut mir leid.", flüsterte ich und schluckte, weil mein Hals sich plötzlich sehr trocken anfühlte.
„Hör auf dich ständig für alles zu entschuldigen." Er blickte auf meine Lippen und dann wieder zu meinen Augen auf. Langsam näherte er sich mir und ich war nicht fähig mich zu rühren. Mein Kopf sagte mir, dass es hier für eindeutig zu früh und der falsche Moment war, doch mein Herz schrie, dass ich es nicht lassen sollte.
Die Worte meiner Mum schwirrten in meinem Ohr und ich hörte auf sie. Ich folgte meinem Herzen.
Harry lächelte leicht, als seine Lippen kurz vor meinen waren.
„Ich habe gesagt, ich küsse dich nicht mehr, bevor du mich danach fragst oder es mir erlaubst." Überrascht versuchte ich zu atmen und roch dabei nur Harry. Er umnebelte mich. Und meine Gedanken.
„Küss mich.", forderte ich ihn auf. Harry blickte von meinen Augen zu meinen Lippen und als ich dachte, er würde mich küssen, übernahm ich die Führung und presste meine Lippen auf seine.
Während ich Harry küsste, fühlte ich etwas mit meinem Herzen, doch mein Kopf führte mich in eine andere Richtung.
„Du hast aufgehört.", sagte Harry plötzlich. Ich blinzelte und realisierte dann, dass ich einfach nur vor ihm saß.
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Understand (III)
Fanfiction"Hallo?" "Harry? Wo bist du?", fragte ich eilig. Ich wollte keine Zeit mehr verlieren. "Ich bin auf dem Weg nach Hause. Was ist denn?" "Komm zurück. Und beeil dich.", sagte ich und wartete seine Antwort nicht ab. Ich hörte noch, wie er wendete, bevo...
