„Erkennst du etwas davon?"
„Nein, aber es ist gut.", sagte ich und lachte. Ich erinnerte mich weder an mein angefangenes Buch, noch an meine neue Lektorin. Doch Haley nahm das ganze mit Humor.
„Jedes deiner Bücher ist gut. Jetzt müssen wir dich nur wieder reinkriegen und dann machen wir dieses Buch auch fertig.", sagte sie.
„Ich werde meine Notizen noch einmal durchgehen und versuchen, wieder reinzukommen. Das könnte allerdings eine Weile dauern.", sagte ich. Haley lächelte mich an und seufzte.
„Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Aber nicht allzu lange." Sie zwinkerte mir zu und schloss dann ihren Kalender.
„Und wenn irgendetwas ist, dann zögere bloß nicht mich anzurufen. Ich war und bin mehr als deine Lektorin.", sagte Haley. Ich stand auf und nahm sie dankbar in den Arm.
„Ich danke dir, für alles. Ich melde mich bei dir, wenn ich soweit bin."
„Mach das. Und grüß deinen, was seid ihr zwei jetzt? Verlobte?", fragte sie verwirrt. Ich drehte mich zu ihr und dachte darüber nach.
„Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Aber ich bin dabei, es herauszufinden." Ich spürte den Ring zwischen meinen Fingern, während ich Haley zufrieden ansah.
„Dann lass es heute krachen. Aber nicht zu sehr.", sagte sie und verabschiedete mich. Ich fuhr kurz nach Hause und zog mich um. Heute war ein Abend, den ich Lya überließ. Sie hatte beschlossen mich in den Club in Westend zu entführen. Deshalb zog ich mir ein gemütliches Kleid an, was nicht zu kurz war und schlüpfte dann in Schuhe, die nicht zu hoch waren.
„Du siehst schick aus. Und sexy." Ich drehte mich um und begegnete dem Blick meiner Mum.
„Danke. Lya führt mich heute aus.", sagte ich.
„Aber denk dran, nicht zu viel Alkohol und kein Stress."
„Ja, Mum. Ich bin 25, keine Sorge.", erwiderte ich.
„Das weiß ich und doch wirst du immer meine Kleine sein." Sie nahm mich in den Arm, wo ich für wenige Sekunden verweilte.
„Ich muss jetzt los.", sagte ich, als es klingelte. Meine Mum küsste mich auf den Kopf und ließ mich dann los.
„Hab viel Spaß, Engel. Und passt auf euch auf." Ich küsste sie auf die Wange und nahm im Gehen meine Taschen. Dann lief ich die Treppen runter und traf unten auf Lya.
„Bereit?", fragte sie und öffnete mir die Tür des Taxis.
„Bereit!" Wir stiegen ein und sangen während der Fahrt die Songs aus dem Radio mit. Vor dem Club stolperte ich aus dem Taxi. Zwei starke Arme fingen mich auf.
„Liam.", seufzte ich, als ich aufsah.
„Willst du so deinen ersten Abend in Freiheit beginnen?", fragte er lachend. Lya hinter mir begrüßte Liam und zog mich dann in den Club.
„Mädelsabend, sorry!", rief sie noch. Lachend eilte ich ihr hinterher, über die Tanzfläche zur Bar.
„Ein Champagner bitte.", bestellte ich.
„Gern. Und für dich? Ein Wasser?", fragte er an Lya gewandt. Sie lehnte sich über die Theke und küsste ihn leidenschaftlich.
„Ein Gingerale bitte. Und dich zum mitnehmen.", raunte sie.
„Moment, ist das Scott?", unterbrach ich sie. Die beiden ließen voneinander ab und grinsten mich dann an.
„Darf ich dir erneut vorstellen, Scott, der Vater meines ungeborenen Kindes.", sagte Lya.
„Du bist schwanger?" Lya nickte. Lachend drehten wir uns im Kreis. Nachdem wir noch einen Drink genommen hatten, verschlug es uns erneut auf die Tanzfläche. Ich genoss die Musik und ließ mich von ihr mitziehen. Es tat gut, mit Lya eine so entspannte Zeit zu verbringen. Denn selbst wenn ich mich nicht an jede Stunde meines Lebens erinnerte, wollte ich keine verschwenden, um traurig rumzusitzen.
"Schönen Abend, die Dame.", raunte jemand hinter mir, während er seine Hände an meinen Körper legte. Erschrocken ging ich auf Abstand und stellte mich neben Lya.
"Entschuldigung?"
"Mary-Jane, ich dachte Sie würden gerne tanzen.", sagte er ruhig.
"Wir waren gerade dabei. Vielen Dank, für die Unterbrechung.", zischte Lya und zog mich von dem Fremden weg zur Bar. Dort angekommen fragte ich sie, was das war.
"Sollte ich den Typen kennen?"
"Du kennst ihn. Er ist Franzose und hat dich mal zum Tanzen aufgefordert. Seit dem lässt er dich nicht mehr in Ruhe. Da Harry heute nicht da ist, habe ich den Korb für dich übernommen.", sagte sie stolz. Lachend schüttelte ich den Kopf. Für den Rest des Abends ließ dieser Typ uns in Ruhe. Nachdem wir noch etwas getanzt hatten, zogen wir uns an einen Tisch in Barnähe zurück, wo Lya mir von den Dingen aus dem letzten Jahr erzählte. An diesem Abend lachte ich viel. Doch auch dieser Abend endete früher als gedacht.
"Ich glaube, ich muss langsam nach Hause.", seufzte Lya und setzte sich auf einen der Hocker. Besorgt sah ich sie an.
"Alles in Ordnung?" Sie schüttelte den Kopf und seufzte erneut.
"Mir ist etwas schlecht. Scott?", rief sie. Ihr Freund nickte und wandte sich an seinen Kollegen.
"Ich kann sie auch nach Hause bringen."
"Nicht nötig. Ryan übernimmt die letzte Stunde für mich. Aber danke, Mary.", sagte er und drückte mich. Dabei flüsterte er mir noch etwas ins Ohr.
"Liam steht dort hinten mit seinen Freunden und ich habe zufällig eben gehört, dass Harry wohl noch kommen soll." Er zwinkerte mir zu und führte Lya dann aus dem Raum. Ich atmete tief durch und ging dann in Richtung Tür. Dort stand Liam mit seinen Freunden.
"Mary. Komm her. Möchtest du noch etwas trinken?", fragte er und legte seinen Arm um meine Schulter.
"Nur zu gerne. Aber vorher verschwinde ich noch mal schnell.", sagte ich. Ohne darüber nachzudenken, machte ich mich auf den Weg zu den Toiletten. Ich fand ihn auf Anhieb, was meine Laune noch etwas steigerte.
Als ich zurück kam standen die Jungs näher an der Tanzfläche. Ich ging auf sie zu und stoppte, als einer zur Seite trat und den Blick auf den Neuankömmling freigab. Sein Haar lag wie immer locker nach hinten gekämmt und sah so verdammt weich aus. Seine Haut schimmerte leicht im Licht und sein Gesicht strahlte, als er lächelte. Kaum hatte ich mich gefasst und wollte zu ihnen gehen, da blickte er zu mir. Harry und mein Blick trafen sich und es war, als würde die Welt um uns herum stillstehen. Wieder begann er zu lächeln, sagte etwas zu den Jungs und kam dann selbstbewusst auf mich zu.
"Schön dich zu sehen.", sagte er.
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Understand (III)
Fanfiction"Hallo?" "Harry? Wo bist du?", fragte ich eilig. Ich wollte keine Zeit mehr verlieren. "Ich bin auf dem Weg nach Hause. Was ist denn?" "Komm zurück. Und beeil dich.", sagte ich und wartete seine Antwort nicht ab. Ich hörte noch, wie er wendete, bevo...
