Es dauerte tatsächlich noch zwei weitere Wochen, bis auch die Medien von unserer Verlobung erfuhren. Daraufhin bekamen Harry und ich zahlreiche Glückwünsche und viel Zuspruch. Seine Plattenfirma schickte uns einen Presentkorb und von Hank und den anderen bekamen wir einen Gutschein für unsere Flitterwochen.
Von diesem Zeitpunkt an war das Thema Hochzeit allgegenwärtig.
Erst hier verstand ich, wie viel Arbeit hinter einem solchen Event steckte.
Es war ein Montag, an dem ich Annes Wunsch nachkam und meine Mum zu uns einlud. Da unser Gästezimmer inzwischen das Arbeitszimmer war, hatten wir keine Übernachtungsmöglichkeit für sie. Meine Mum wollte in ein Hotel gehen, doch da insistierte Anne. So kam es also, dass meine Mum bei Anne schlief. Gott sei dank verstanden sie sich gut. Tatsächlich hatten sie einige Gemeinsamkeiten.
„Schau mal, das würde dir sicher gut stehen.", sagte meine Mum. Ich schüttelte den Kopf und suchte weiter. Das perfekte Hochzeitskleid zu finden war nicht sehr leicht. Nicht mal mit meinen vier fleißigen Helferinnen.
„In Ordnung. Mrs. Hensley... was halten Sie davon, wenn jeder ein Kleid aussucht und wir sie dann vorführen?", schlug die Verkäuferin zu. Da meine Mum und Anne nur zu begeistert davon waren, stimmte ich zu. Meine Hoffnung lag dabei auf Sarah und Lya. Die Verkäuferin folgte mir in eine der Kabinen und half mir, das erste Kleid anzuziehen. Es war ein Meerjungfrauenkleid, welches ich persönlich nie ausgewählt hätte, doch es stand mir erstaunlich gut.
Ich verließ die Kabine, ging in den Nebenraum und stellte mich auf die kleine Erhöhung. Anne, die dieses Kleid ausgesucht hatte, sah mich mit strahlenden Augen an.
„Du siehst wunderschön aus.", sagte sie. Die anderen nickten.
„Aber du fühlst dich nicht wohl." Ich sah zu meiner Mum und nickte schließlich.
„Dann das nächste bitte.", sagte Anne. Ich schmunzelte und ging zurück in die Kabine. Mit den nächsten fünf Kleidern verlief es ähnlich. Manche waren schöner als andere, doch keines war das meine.
Ich hatte nicht geahnt, wie anstrengend eine Kleidanprobe sein konnte. Dementsprechend war ich sehr erschöpft, als wir das Brautmodengeschäft verließen und uns in ein nahegelegenes Restaurant setzten, um zu Mittag zu essen.
„Wir finden schon noch dein perfektes Kleid. Es sind ja noch vier Monate bis zur Hochzeit.", sage Lya. Ich nickte und bestellte mit eine Cola.
„Meine Schwester hat ihr Kleid in einem Laden etwas außerhalb von London gefunden. Ich frage sie später mal, wo genau das war."
„Danke, Sarah. Wir haben ja eh noch genug mit den Vorbereitungen zu tun, also hat das noch Zeit.", sagte ich und lächelte alle dankbar an. Während sie sich unterhielten und aufgeregt von der Hochzeit redeten, schrieb ich meinem Verlobten eine Nachricht. Verrückt, dass ich Harry jetzt auch selber als meinen Verlobten bezeichnete. Seine Antwort fiel wie die der anderen aus, was mich schmunzeln ließ.
„Es ist so süß, wie du lächelst, wenn du an Harry denkst.", sagte Anne. Die Kellnerin unterbrach uns, da sie die Getränke brachte. Anne ließ sich davon jedoch nicht beirren. Sie hob ihr Glas und sprach einen Tost aus.
„Wir sind hier, um uns auf das gemeinsame Leben von Mary und Harry vorzubereiten. Zwei Leben, die nicht nur zwei Seelen, sondern zwei Familien, die uns zu einer vereinen. Ich heiße euch herzlich willkommen und freue mich, euch zu meiner Familie zählen zu können. Auf Mary und Harry!" Alle hoben ihr Glas und stießen an. Ich spürte meine Wangen erröten.
Wenn ich an die Hochzeit dachte, hatte ich meist nur Harry und mich im Kopf. Unsere Leben, die nun zu einem wurden. Doch Anne hatte recht. Wir verbanden nicht nur uns, sondern zwei Familien.
„Ich danke euch. Ihr habt mir jetzt schon so viel bei den Vorbereitungen geholfen und ich bin sicher, dass jetzt nicht mehr schief gehen kann. Und selbst wenn, habe ich euch. Danke.", sagte ich. Zum Glück kam kurz darauf das Essen. So viel Sentimentalität wie in den letzten Wochen war ich nicht gewohnt.
Nach dem Essen verabschiedete sich Sarah, weil sie noch arbeiten musste. Meine Mum und Anne machten sich auf den Weg, um Konditoreien auszutesten und ich fuhr mit Lya in Richtung zuhause. Bei ihr vor der Tür warf ich sie raus.
„Danke, sehen wir uns dann Dienstag? Du musst mir mit den Blumen helfen.", sagte ich. Lya nickte.
„Klar, schreib wenn du los willst." Sie winkte und ich fuhr los. Ich wusste nicht, ob Harry schon zuhause war. Auch er hatte sich heute um das Hochzeitsoutfit kümmern wollen.
Hoffentlich hatte er nicht unseren Termin heute Nachmittag vergessen. Wir wollten uns das Hampton Court House als Location für die Hochzeit ansehen.
Ich fuhr mit dem Aufzug hoch und betrat das Appartement. Alles war still. Überlegend, wo Harry wohl war, zog ich meine Jacke aus und hängte sie weg. Kaum hatte ich dies getan, legten sich zwei Arme um mich und drehten mich in der Luft. Als meine Füße den Boden wieder berührten drehte ich mich überrascht um.
„Hey, Babe.", raunte Harry und küsste mich. Er küsste meinen Hals hinab und wieder hinauf und ließ mir keine zwei Sekunden zum antworten. Ich musste mich sehr konzentrieren, um ihn von mir weg zu drücken, um ihn ansehen zu können.
„Ey, wir müssen gleich los. Hast du das etwa vergessen?", fragte ich und erst jetzt fiel mir auf, dass er nur ein Handtuch trug.
„Natürlich nicht. Ich ziehe mich schnell an und dann können wir los." Harry küsste mich und ging dann ins Schlafzimmer. Ich seufzte und strich meine Haare glatt. Obwohl wir jetzt verlobt und schon eine Weile zusammen waren, überraschte mich noch immer, wie ich auf Harry reagierte.
„Können wir los?", fragte Harry meinen Nacken küssend. Ich schloss für einen kurzen Augenblick meine Augen und nickte schließlich. Harry hielt meine Hand, als wir das Appartement verließen und ließ sie nicht los, bis wir am Auto waren. Ich setzte mich hinein und sah zu Harry, während er sich anschnallte und den Wagen startete.
„Dann schauen wir uns das mal an damit wir bald heiraten können, meine zukünftige Frau." Er küsste meine Hand und fuhr los. Ich spürte meine Wangen erröten, doch es war mir egal. Harry wusste eh, was für eine Wirkung er auf mich hatte.
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Liebe Grüße aus Schweden ❤️
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Understand (III)
Fanfiction"Hallo?" "Harry? Wo bist du?", fragte ich eilig. Ich wollte keine Zeit mehr verlieren. "Ich bin auf dem Weg nach Hause. Was ist denn?" "Komm zurück. Und beeil dich.", sagte ich und wartete seine Antwort nicht ab. Ich hörte noch, wie er wendete, bevo...
