„Sie ist schwanger." Erschrocken sah ich von meiner zukünftigen Schwägerin zu meiner besten Freundin, die abwesend zu nicken begann. Eine Träne lief ihre Wange hinunter, als sie sich in meine Arme stürzte. Kurz darauf setzten wir uns zurück auf die Couch und warteten, bis Lya bereit war, darüber zu reden.
„Ich weiß es auch erst seit gestern.", sagte sie und schniefte. Gemma reichte ihr ein Taschentuch, welches sie dankend annahm.
„Aber das ist doch etwas schönes. Oder freust du dich nicht?", fragte ich. Lya sah zu mir auf und zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß nicht. Ich hab irgendwie nicht damit gerechnet." Gemma rutschte näher zu uns und nahm die Hand meiner besten Freundin in ihre.
„Es ist immer eine Überraschung, wenn man es erfährt. Trotzdem ist eine Schwangerschaft nur etwas Positives! Nicht nur dein Körper, dein ganzes Wesen verändert sich und am Ende bist du ein stärkerer Mensch mit einem kleinen Engel an deiner Seite." Beinahe begann ich zu weinen, als Gemma diese wunderschönen Worte sprach.
„Weiß Scott es schon?", fragte ich. Lya schüttelte als Antwort den Kopf.
„Du solltest es ihm möglichst schnell sagen."
„Er wird sich sicher freuen, immerhin liebt es dich.", fügte ich hinzu.
„Ich muss erst noch mal etwas darüber nachdenken, dann sage ich es ihm. Danke euch beiden, ihr seid so wundervoll." Sie nahm uns in den Arm und stand dann motiviert auf.
„Lasst und weiter machen.", sagte sie. Lachend folgte ich ihr mit Gemma und wir setzten die Kleidsuche fort. Es dauerte eine Weile, doch im dritten Raum fanden wir endlich etwas, was dem was ich mir wünschte nahe kam. Ich hätte nicht gedacht, dass es so einfach werden würde, mit meinen beiden Trauzeuginnen, die nun wirklich grundverschieden waren, auf einen Nenner zu kommen. Tatsächlich dauerte es insgesamt nicht mehr als zwei Stunden. Beide hatten nun ein Kleid, welches ihre Körper umschmeichelte, ausreichend Platz für ein Bäuchlein bot und dem entsprach, was ich mir für sie gewünscht hatte.
„Ihr seht wundervoll aus.", sagte ich den Tränen nahe. Beide kamen von ihrem Podest runter und nahmen mich in den Arm.
„Wein doch nicht.", sagte Gemma.
„Es ist nur, dass die Hochzeit immer näher kommt und mit jedem Schritt, den wir machen, fühlt es sich realer an."
„Das nennt man Vorfreude.", erklärte Gemma. Ich lachte und nahm mein Glas vom Tisch. Gemma und Lya hatten inzwischen zu etwas unalkoholischem gewechselt und stießen mit mir an.
„Auf Mary und Harry. Das süßeste Paar auf der ganzen Welt!", rief Lya. Nachdem die beiden sich wieder umgezogen hatten, gingen wir gemeinsam zu den Autos. Ich ergriff die Möglichkeit um loszuwerden, was mir schon den ganzen Tag auf der Seele lag.
„Ich habe ein Jobangebote bekommen.", sagte ich und blieb stehen.
„Aber du hast doch schon einen Job.", sagte Lya.
„Was für einen Job?"
„Das weiß ich nicht genau, ich wurde nur zu einem Gespräch darüber eingeladen.", beantwortete ich Gemmas Frage.
„Von wem?"
„Einer Universität.", sagte ich.
„Wo?", fragte Lya. Wie immer traf sie mit ihren Fragen ins Schwarze. Unsicher spielte ich mit den Reißverschluss meiner Jacke, bevor ich mich zu den beiden drehte und meinen Mut sammelte, um es ihnen mitzuteilen.
„In LA." Lya seufzte. Gemma reagierte zum Glück etwas anders.
„Aber das ist sicher ein unglaublicher Job! Was sagt Harry dazu?", fragte sie.
„Er findet auch, dass es eine riesige Chance ist. Er meinte alles was mich hier hält ist nichts wert, wenn ich diese Chance nicht nutze. Aber ich weiß nicht..."
„Lass und nach der Babyparty noch mal in Ruhe darüber reden. Ich müsste jetzt nämlich langsam mal nach Hause und auf die Toilette.", sagte Gemma. Lachend verabschiedete ich mich von Lya, die mir noch sagte, dass wir telefonieren mussten und stieg dann in mein Auto. Nachdem ich Gemma zuhause abgesetzt hatte, fuhr ich nicht nach Hause, da Harry mir eine Nachricht hinterlassen hatte, dass ich zum Tonstudio kommen sollte. Bis ins Tonstudio kam ich jedoch nicht, da sehr viele Menschen davor standen.
„Was ist denn hier los?", fragte ich, als ich meinen Verlobten in der Menge entdeckte.
„Mary, da bist du ja endlich!" Aufgeregt küsste er mich und reichte mir ein Glas.
„Was feiern wir?", fragte ich, während Harry bereits zu den Menschen zog, um mich allen vorzustellen.
„Leute, das ist Mary."
„Deine Freundin? Harry, das hast du aber gut gemacht. Hi, ich bin Robert, nett dich kennen zu lernen", sagte er und reichte mir die Hand, welche ich lächelnd schüttelte.
„Nicht meine Freundin, Verlobte.", stellte Harry klar.
„Na dann muss ich sie doch erst mal in den Arm nehmen.", kündigte er an und tat es im nächsten Augenblick.
„Freut mich auch dich kennen zu lernen, Robert. Woher kennst du Harry?"
„Wir sind vor vielen, vielen Jahren zusammen zur Schule gegangen. Während ich dann studiert habe, hat unser kleiner hier groß Karriere gemacht. Wann ist es denn so weit? Wann läuten die Hochzeitsglocken?", fragte er aufgeregt. Harry zog mich näher an sich, als ich meinen Kopf verlegen senkte.
„Im März. Magst du nicht auch kommen?"
„Nur zu gerne. Hast du meine aktuelle Adresse?" Ich lauschte dem Gespräch der beiden und sah mich etwas um. Es waren so viele Menschen hier und ich hatte noch immer nicht der leisesten Schimmer, wieso. Als ich Camille entdeckte, löste ich mich von Harry um sie zu begrüßen.
„Hey, Cam. Wie gehts dir?", fragte ich.
„Ziemlich gut, jetzt wo wir endlich fertig sind. Und dir? Gratuliere zur Verlobung."
„Dankeschön. Ach das ist es also, was wir hier feiern.", sagte ich und lachte verlegen.
„Harry hat es bis jetzt nicht für nötig gehalten, mir das zu sagen."
„Ja, wir sind tatsächlich fertig. Das Album ist produziert. Jetzt geht es nur noch um Werbung, Marketing und alles drumherum."
„Das freut mich. Ist es die erste Musik, die du rausbringst?" Cam nickte.
„Ja, das ist sie."
„Dann wird es deiner Karriere sicher nicht schaden, dass es mit Harry ist.", sagte ich. Cam nickte und sah dankbar zu Harry rüber.
„Allerdings. Ich bin ihm so dankbar für alles. Ich habe in den letzten Wochen so viel von ihm gelernt!"
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Understand (III)
Fanfiction"Hallo?" "Harry? Wo bist du?", fragte ich eilig. Ich wollte keine Zeit mehr verlieren. "Ich bin auf dem Weg nach Hause. Was ist denn?" "Komm zurück. Und beeil dich.", sagte ich und wartete seine Antwort nicht ab. Ich hörte noch, wie er wendete, bevo...
