Wir sprachen nicht viel, als wir uns auf den Rückweg zu unserem Hotel machten. Es war spät und man könnte vermuten, dass unser Schweigen mit der Uhrzeit und dem Jetlag zu tun hatte, doch so war es nicht.
Nach unserem Gespräch am Strand hatte sich etwas zwischen Harry und mir verändert.
Er hatte seine Hände in den Hosentaschen vergraben und ließ mich schmunzeln, da er immer und immer wieder zu mir herüber sah. Schmunzelnd nahm ich es hin und versuchte nicht zu viel darauf zu legen. Harrys Körperhaltung strahlte Unsicherheit aus, auch wenn wir einiges geklärt hatten und er wusste, wie ich zu meinem Gedächtnisverlust stand. Etwas fuchste es mich, dass er es nicht so entspannt sehen konnte, wie ich es tat. Doch ändern konnte ich es ja doch nicht.
Im Augenwinkel sah ich, wie Harry erneut zu mir rüber sah. Dieser Blick dauerte etwas an und ich vermutete, dass er etwas vorhatte, sich nur noch nicht recht traute. Meine Ahnung wurde bestätigt, als er plötzlich nach meiner Hand griff und unsere Finger verflocht. Einen Moment blickte ich auf unsere Hände. Als ich aufsah, begegnete mir Harrys unsicherer Blick. Es schien, als hätte er wirklich Angst davor, von mir abgewiesen zu werden.
Ich lächelte und drückte seine Hand leicht. Dies schien Harry zu beruhigen. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen blickte er geradeaus und führte mich zu unserem Hotel. Auf dem restlichen Weg streichelte Harrys Daumen wieder und wieder über meinen Handrücken. Ich ließ es zu und genoss sogar, dass er diese Zärtlichkeiten mit mir teilte.
An unserem Hotel angekommen ließ Harry meine Hand los und für einen kurzen, wirklich sehr kurzen Moment trauerte ich ihr nach. Harry checkte uns noch mal persönlich ein und kam dann mit der Schlüsselkarte zu mir. Wir bestiegen den Lift und fuhren nach oben. Dank der Spiegel entging mir nicht, wie er mich ansah. Als ich zu ihm blickte, begann er zu lächeln. Seine Lippen zogen mich mal wieder an, sodass in meinem Kopf die Fantasie eines leidenschaftlichen Kusses im Aufzug aufkam. Mein Inneres Ich stellte sich vor, wie es wäre, wenn er mich gegen die Wand drücken und fordernd küssen würde und-
„Kommst du?", fragte Harry und unterbrach damit meinen Tagtraum. Ich senkte meinen Blick und folgte ihm in unser Zimmer. Unser Gepäck befand sich bereits im Flur des gigantischen Zimmers.
„Das habe ich aber nicht gebucht.", sagte ich verwirrt und zog meinen Koffer in das Zimmer, das ich als Schlafzimmer vermutete. Ich hörte Harry lachen und kurz darauf stand er mit seinem Koffer hinter mir.
„Das war deine beste Freundin." Sein Atem strich über die Haut in meinem Nacken, weshalb sich die Haare auf meinen Armen aufstellten.
„Dann sollte ich sie wohl besser anrufen und mich bei ihr be-„
„Bedanken. Ja, das solltest du." Harry ging an mir vorbei und öffnete seinen Koffer. Während ich in meinen Gedanken noch BESCHWEREN zu Ende dachte, schüttelte ich einfach nur den Kopf und ging mit meinem Handy in der Hand auf den Balkon. Dort überwältigte mich der Ausblick. Nach ein paar Minuten wählte ich die Nummer meiner besten Freundin. Freundlich wie eh und je nahm sie meinen Anruf an.
„Hallo, MJ. Ich nehme mal an ihr seid gut gelandet und du hast den Job?", sagte sie.
„Zuallererst dankeschön, dass du mich mit Harry her fliegen lassen hast. Was hast du dir dabei gedacht?"
„Ich dachte, es wäre gut für euch ein paar Tage nur zu zweit fernab von zuhause zu verbringen. Du kannst mir doch auch nicht sagen, dass es dir nicht gefällt, dass er bei dir ist.", sagte Lya und lachte. Etwas verlegen sah ich in die Ferne.
„Naja, nein. Aber du hättest es mir ruhig sagen können.", meckerte ich.
„Aber dann wäre es ja keine Überraschung mehr gewesen. Außerdem war es nicht nur meine Idee und doch sehr spontan.", verteidigte Lya sich.
„Erzähl, wie war dein Gespräch?" Ich lehnte mich an das Geländer und schmunzelte.
„Ich habe den Job nicht angenommen.", gestand ich. Lya schnappte erschrocken nach Luft. Was hatte ich auch anderes erwartet? Natürlich war sie dafür, dass ich den Job annahm. Was vielleicht auch daran lag, dass niemand, insbesondere ich, verstand, was momentan in mir vorging.
„Was? Wieso nicht? Ich dachte die Uni in LA ist so toll?"
„Das ist sie und ich habe ihnen zugesichert, dass ich sehr an einer Kooperation interessiert bin. Aber ich habe für mich eine Entscheidung getroffen und zu der stehe ich auch.", sagte ich.
„Und diese Entscheidung hat sicher nichts mit einem heißen Herren bei dir in LA zu tun...", trällerte Lya und lachte. Lächelnd rollte ich mit den Augen und drehte eine meiner Haarsträhnen um den Finger.
„Mary? Ich hab was zu essen bestellt, kommst du?" Erschrocken drehte ich mich zu Harry und nickte.
„Ich muss jetzt auflegen. Reden wir morgen oder die Tage?", fragte ich Lya.
„Ich konnte deinen Herzschlag bis nach London hören."
„Bis daaaann.", sage ich lachend und legte auf. Ich hatte ein leichtes kribbeln in meinem Bauch, als ich den Raum betrat und die Tür hinter mir schloss. Es wurde nicht weniger, als ich zwei Wägen mit essen hergerichtet vorfand.
„Was ist das alles?", fragte ich überrascht. Harry bat mich neben sich und erklärte mir dann, was er für uns bestellt hatte.
„Mir hätte auch eine Pizza gereicht.", gestand ich, während ich meinen Teller mit den Spezialitäten füllte.
„Bei mir gibt es sowas nicht, weißt du doch.", sagte Harry und zwinkerte mir zu. Dann aßen wir. Es war angenehm, neben ihm zu sitzen und nur wenig dabei zu reden. Genau so hatte es sich noch vorhin am Strand angefühlt.
Mein einziges Problem war, dass ich mir hier im Hotel nur bestens bewusst war, dass sich im Raum nebenan ein sehr großes, gemütliches und nach mir rufendes Bett befand.
„Bist du satt?" Ich blinzelte und stellte meinen Teller auf einen der Wägen.
„Ja, Danke.", sagte ich. Harry schob die Wägen lächelnd beiseite und drehte sich dann zu mir.
„Und was machen wir jetzt?", fragte Harry. Ich wollte meine Unsicherheit überspielen und mich lässig an der Sofalehne zu Harry vor lehnen, doch das Schicksal spielte nicht mit. Mein Arm rutschte ab und landete mit meinem Gesicht auf Harrys Brust.
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Understand (III)
Fiksi Penggemar"Hallo?" "Harry? Wo bist du?", fragte ich eilig. Ich wollte keine Zeit mehr verlieren. "Ich bin auf dem Weg nach Hause. Was ist denn?" "Komm zurück. Und beeil dich.", sagte ich und wartete seine Antwort nicht ab. Ich hörte noch, wie er wendete, bevo...
