Nach einer Weile saß ich frisch geduscht in einem neuem Pyjama auf der Couch. Grams hatte mich unter die Dusche geschickt. In einer warmen Wolldecke schaute ich mit Scare Fern.
"So, euer Kakoa." Grams kam mit zwei dampfenden Tassen ins Wohnzimmer und stellte sie auf den kleinen Ablagetisch ab. Scare und ich griffen sofort danach. "Ich hole noch die Plätzchen, die Scarlett und ich gebacken haben." Sie verschwand in der Küche. Man konnte hören, wie sie eine Plastikbox aufmachte und die Plätzchen in eine Glasschale schüttete. Bei dem Gedanken Plätzchen backen, musste ich sofort wieder an Mum denken. Früher hatten wir mit ihr in der Weihnachtszeit oft Plätzchen gebacken. Ich bekam Mum einfach nicht aus meinen Kopf! Wollte ich Mum überhaupt aus meinem Kopf bekommen? Sollte ich so tun, als wäre sie niemals da gewesen? Ich schüttelte den Gedanken schnell ab. Aber dafür musste ich an den Jungen Rory denken. Die Person, die nach Wochen der Erste war und den Standartsatz 'Es tut mir Leid', sagte. Vielleicht würde das niemals aufhören.
Grams kam wieder und legte die Glasschale mit den Plätzchen auf meine Knie. "Danke", sagte ich und aß einen Weihnachtsmann mit bunten Streuseln.
"Ich will auch!", fauchte Scare wie eine hungrige Raubkatze und tat die Schüssel in die Mitte der Couch. "Warum warst du eigentlich ohne Jacke draußen Jo? Es ist doch so kalt." Sie tunkte ein Plätzchen in ihren Kakoa.
"Keine Ahnung", log ich und stopfte mir schnell ein Rentier mit viel Schokoladenguss in den Mund. Den Brief hatte ich unter meinem Kopfkissen versteckt. Er war altmodisch und mit einem Rabensiegel verschlossen, was ungewöhnlich komisch war. Normalerweise hätte ich ihn sofort aufgerissen, aber ich war mir nicht sicher, ob der Brief wirklich für Dad war. Es stand kein Absender oder Empfänger drauf.
"Ja, das war echt wieder so eine typisch-Jolina-Aktion!" Grams setzte sich in den Sessel.
Jetzt sagte sie bestimmt wieder, das ich meine eigenen Kopf hätte.
"Immer musst du deinen eigenen Kopf haben!", sagte sie. "Du bist so dickköpfig!"
Sagte ich doch.
In den Händen hielt Grams einen Notizblock. Sie rechnete mal wieder ihren Kalorienverbrauch aus. "Du wirst bestimmt krank!", fuchtelte sie mit ihrem Bleistift auf mich zeigend.
"Ach was."
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Liebes Tagebuch,
ein Brief...
Strömender Regen...
Kälte...
Schwarzes Gefieder...
Rubinrote Augen...
Pure Angst...
Ein Rabensiegel...
Ob ich den Brief lesen soll, weiß ich noch nicht.
Dad verhielt sich heute auch merkwürdig. So als wäre er nicht mehr er selbst...
Was geschieht um mich herum?
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Der Rubin gegen den Smaragd
FantasyDiese Geschichte handelt von einem beliebten Mädchen in ihrer Kleinstadt Cursetown. Jolina Lockwood, die mit einer außergewöhnlichen Schönheit beschenkt wurde. Ihr Leben stellt sich völlig auf den Kopf, als ihre Mum bei einem Autounfall ums Leben ko...
