Ein blutrünstiges Weihnachtsfest

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Es wurde etwas später, aber je später es wurde, desto lockerer wurden die Leute. Eine große Hilfe war dabei der Champagner, der in Litern verbraucht wurde.

Ich hatte über Liam's Angebot nachgedacht. Sollte ich es wirklich in Erwägung ziehen, zur Blair zu wechseln? Wenigstens wäre ich dann freier und säße hier nicht fest. Es schien mir die beste Lösung zu sein, denn in die Alhambra würden sie mich nicht gehen lassen. Vor allem die Regierung. Sie wären bestimmt damit einverstanden, wenn ich in eine teure Privatschule gehen würde und außerdem noch andere zwei Erwählte an meiner Seite hätte. Ich wäre zu den Untersuchungen und Forschungen in den Ferien da und ich konnte mir auch ohne Probleme bei so einer Schule frei nehmen. Den Lehrern wäre es gleich, wenn ihre Schüler für einen Privaten Grund immer am selbem Tag im Monat nicht da wären. Außerdem könnte man Ausreden benutzten und die Lehrer in der Blair würden einverstanden sein, sodass sie nicht unnötig Stress mit einer berühmten und steinreichen Wissenschaftlerfamilie anfangen müssen. Wer weiß auf welche Art die Haddingtons der Blair schaden würde... Ich grinste. Vielleicht klappte es wirklich.

Plötzlich hämmerte jemand heftig gegen die Flügeltüre. Warum machten die Butler nicht auf? Alle Gäste verstummten und blickte zu der Türe, die auch sogleich schwungvoll aufgerissen wurde.

Und wer stand da?

Grace Lockwood.

Und die Butler erdolcht neben ihr.

Das Orchester verspielte sich und verstummte schließlich. Die Champagnergläser fielen den Leuten aus den Händen und den Butlern die Tabletts. Alle starrten Grace mit ängstlichen großen Augen an, während ihre Münder offen stehen blieben oder sie abwechselnd zu mir und Grace schauten. Die kleinen Kinder wimmerten und wurden von ihren Eltern auf den Arm genommen. Bestimmt hatte man ihnen schon früh beigebracht, wie gefährlich und böse Grace war.

Ich starrte auf die Butler und wusste gar nicht, was ich dachte oder fühlte.

"Merry Christmas." Grace lachte gruselig laut, sodass alle zusammenzuckten. "Spielen wir doch ein Spiel", hauchte sie und ging in Richtung Bühne. Mit einer kuschenden Handbewegung verscheuchte sie die Musiker, die ängstlich davon rannten. Grace nahm sich ein Mikrofon. "Kommt ja nicht auf die Idee abzuhauen. Sonst ist euer Genick schneller gebrochen, als ihr Aua sagen könnt." Ihre Augen funkelten wild und böse.

Die Leute erstarrten und sahen nun zwanghaft zu Grace auf.

"Schon viel besser", flötete sie.

Dad, Mr Haddington und meine Cousins kamen an meine Seite.

"Ich nenne das Spiel - " Sie lachte. "Wahrheit oder Lüge?" Sie schaute zu mir und sagte abwertend: "Meine Farbe?"

Vielleicht hätte ich doch ein anderes Kleid anziehen sollen. Grace hatte ein enganliegendes rotes Kleid was ihr zugegebenermaßen super stand. Zufälligerweise hatte sie die Haare auch wie ich gelockt. Es war immer wieder ein komisches Gefühl, das ich nicht beschreiben konnte, wenn ich meine Doppelgängerin ansah.

"Du wirst immer mehr wie ich." Sie schaute mir fest in die Augen.

Ich weiß alles.

Du hast Angst.

Warum verabscheust du mich so?

Am meisten hasst du mich, weil du dich in mir wiedersiehst.

Genauso wie ich!

Ich habe dich dein ganzes Leben lang beobachtet, kleine Jo.

Du steckst alle in deiner Gegenwart an.

Der Rubin gegen den Smaragd Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt