Ich spürte etwas Kaltes an meiner Stirn, was gut tat. Langsam öffnete ich meine Augen. Meine Pupillen kreisten langsam nach links und rechts. Die Decke war kunstvoll bemalt. Ich merkte, dass ich noch nicht ganz bei Bewusstsein war. Außerdem fühlte ich mich schwach. Ich setzte mich hin und fasste mir an den Kopf. Die Schmerzen waren vorbei. Ich merkte langsam, wie mein Gehirn wieder anfing zu arbeiten. Trotzdem hatte ich furchtbare Angst, das der unerträgliche stechende Schmerz zurückkam. Was waren das bloß für Schmerzen? Ich konnte mir nichts erklären. Aber es war unendlich schmerzhaft! Sogar so sehr, dass ich ohnmächtig wurde!
Ich hatte in einem wunderschönen Gemach auf einem dunkelgrünen Himmelbett geschlafen. Es war ein Turmgemach. Wo war ich? Die Wände waren künstlerisch bemalt, was mir bekannt vorkam. Ein Kamin knisterte. Davor waren zwei edle Sessel, deren Ränder und Lehnen aus purem Gold waren. Gold war hier viel zu sehen. Der Boden war aus Marmor. Es gab Bogenfenster und einen Kronleuchter. Vor einem Bogenfenster war ein protziger Schreibtisch mit altem Schreibmaterial. Man konnte nur das Prasseln des Regens und das Knistern des Feuers hören, was irgendwie gruselig war. In dem Gemach befanden sich drei weitere Türen. Ich schaute mich suchend um. Wo war ich? Was machte ich hier? Wurde ich entführt? Müsste ich nicht in einem Krankenhaus aufwachen, wenn ich ohnmächtig war? In mir stieg Unsicherheit und Angst auf. Die fremde Umgebung machte die Situation nicht gerade besser. In mir herrschte das reinste Chaos.
Jemand klopfte.
"Ja?", fragte ich mit noch etwas wackelnder Stimme. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, als ich sah, wie ein schwarzer Schuh hervortrat.
Dad trat ein. "Jolina! Ein Glück! Die Krankenschwester hat dir Schmerzmittel gegeben." Er strahlte.
Ich seufzte aus und nahm vorsichtig den kalten Lappen von meiner Stirn.
Er setzte sich neben mich und sah mich auf einmal traurig an. "Wir sind bei Mr Armin Haddington im Haddingtonschloss."
Ich nickte langsam. Daher kamen mir die Wände so bekannt vor. Niemand konnte diese Kunst der Wände nachmalen. "Dad, was mache ich hier?" Ich machte eine kurze Pause. Ich merkte, dass ich noch immer schwach war. "Und was war das für ein höllischer Schmerz?" Ich legte meine Hand auf meine Kette, um mich zu beruhigen.
"Es tut mir so unendlich Leid", sagte er mir fest in die Augen.
"Was denn?" Warum wich er meinen Fragen aus?
"Alles." Er sah ängstlich aus und hatte mit den Tränen zu kämpfen. So hatte ich ihn noch nie erlebt. Außer als wir erfahren hatten, dass Mum tot war.
Um ihn aufzumuntern ließ ich meine Mundwinkel kurz nach oben zucken. "Wie lange war ich bewusstlos? Was war das für ein höllischer Schmerz und warum sind wir hier? Kennst du Mr Haddington etwa? Arbeitest du hier?" Ich wollte es einfach nicht glauben, dass Mr Haddington mir die Wahrheit sagte.
Dad seufzte schwer. "Lange 16 Stunden."
"Was? So lange?" Ich konnte es nicht fassen. "Aber warum sind wir jetzt hier?" Meine Stimme war so schwach, dass ich sie kaum hören konnte.
"Später beim Dinner wirst du die Kenntnis erhalten. Aber dusche erst einmal ausgiebig. Lasse dir Zeit."
Ich nickte langsam.
Mit schnellen Schritten verließ er den Raum, als hätte er es eilig.
Ich seufzte und blickte ihm nach. Er war so anders. Sein ganzer Aufzug, seine Aussprache und seine Kleidung. Er trug einen hochwertigen Anzug, was ich niemals bei ihm gedacht hätte. Glaubte er, ich merkte so etwas nicht? Ich musste erst einmal duschen gehen, um überhaupt einen klaren Gedanken fassen zu können.
Ich konnte es einfach einfach immer noch nicht glauben und verstehen. Ich war im Haddingtonschloss! Ich wäre vollkommen ausgerastet, wenn ich nicht so schwach wäre. Nur ein Wort schwirrte mir im Kopf herum: Warum?
Ich schlug die Bettdecke von mir und stand auf. In der einen Tür meines Zimmer befand sich ein zu großer begehbarer Kleiderschrank, aber ich öffnete die Schränke nicht. Es gehörte mir ja nicht einmal. In der anderen Tür war das Bad. Das Bad war ziemlich luxuriös. Es gab eine Badewanne vor einem Fenster und eine große Dusche. Außer von den Bädern war nichts renoviert worden.
Ich stellte mich unter die Dusche und schäumte mich mit den unterschiedlichsten Düften ein. Die Produkte, die ich alle verwendete, gab es in der Drogerie sicher nicht zu kaufen. Ich wollte nicht wissen, wie viel das kostete.
Das Wasser prasselte auf meine Haut und mein Haar. Ich schloss die Augen, während ich versuchte ruhig zu atmen. Meine Fingerspitzen krallten sich in meine Haare. Was passierte hier?
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Ich lehnte mich in einen Seidenmantel gehüllt, über das Waschbecken, mit dem komisch aussehenden Hahn. Ich kramte in dem Schrank, über dem Waschbecken nach etwas Brauchbaren für mein Gesicht. Ich betrachtete mein Spiegelbild, während ich mich eincremte. So langsam konnte ich wieder normal denken und mein Gesicht nahm wieder Farbe an, anstatt diese Blässe, die aussah, als könne man mich mit einer Leiche vergleichen.
Also. Um alles ein bisschen ordnen zu können: Dad hatte mich wegen der Schmerzen zu Mr Haddington gebracht und jetzt wollte er mir irgendwas erklären. Log Mr Haddigton doch nicht, als wir unser Gespräch hatten? Arbeitete Dad hier wirklich?
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Der Rubin gegen den Smaragd
FantasyDiese Geschichte handelt von einem beliebten Mädchen in ihrer Kleinstadt Cursetown. Jolina Lockwood, die mit einer außergewöhnlichen Schönheit beschenkt wurde. Ihr Leben stellt sich völlig auf den Kopf, als ihre Mum bei einem Autounfall ums Leben ko...
